Radprofi blutüberströmt auf dem Asphalt – „Sie war bewusstlos, komplett weg“
Der bei der Straßenrad-WM in Montreal schwer gestürzten Caroline Andersson geht es den Umständen entsprechend gut. Das sagte der schwedische Nationaltrainer Lucas Persson dem Sender SVT. „Sie ist ansprechbar und bei Bewusstsein. Das ist sehr positiv“, sagte Persson. „Wir wissen, dass sie ein gebrochenes Schlüsselbein hat. Zudem ist sie hart auf den Kopf gefallen.“
Alexander Wetterhall, Mitglied der schwedischen Mannschaftsleitung, gab in einer Pressemitteilung des schwedischen Radsportverbands am Samstagabend weitere Details: „Es handelt sich um eine offene Fraktur, daher muss sie später operiert werden. Ansonsten scheint es bei einer leichten Blutung in der Hüfte geblieben zu sein, aber die Ärzte behalten das im Auge. Sie ist bei Bewusstsein, spricht und kann sich verständigen, ist aber durch die Schmerzmittel müde. Ansonsten scheint unter den gegebenen Umständen alles in Ordnung zu sein“, sagte Wetterhall.
Andersson war in einen Massensturz etwa 95 Kilometer vor dem Ziel verwickelt. Die 25-Jährige lag zunächst regungslos und mit blutüberströmtem Gesicht auf dem Asphalt. „Als wir zu ihr kamen, war sie bewusstlos. Sie war komplett weg. Es war angsteinflößend, man weiß einfach nicht, was man in diesem Moment tun soll“, berichtete Persson.
Zwei Sanitäter waren schnell am Ort des Geschehens und legten Andersson eine Halskrause an. Ihre Teamkollegin Julia Borgström war von dem Sturz so mitgenommen, dass sie das Rennen nicht fortsetzen konnte. Hemmungslos weinend stieg die 25-Jährige im Zielbereich auf der Avenue du Parc vom Rad. „Ihr geht es wieder gut. Sie ist froh, dass Caroline reden kann“, sagte Persson.
Auch Australierin regungslos nach Sturz
Neben Andersson war auch die Australierin Lauretta Hanson ins Krankenhaus gebracht worden. Die 31-Jährige hatte nach dem Crash lange regungslos auf dem Asphalt gelegen. Sie meldete sich auf Instagram mit Bildern aus dem Krankenhaus. Sie sei „okay“, habe sich aber mehrere Rippen gebrochen und fühle sich „zerschlagen“.
Die Titelverteidigerin Magdeleine Vallieres aus Kanada, die WM-Zweite Niamh Fisher-Black aus Neuseeland, Kim le Court aus Mauritius sowie das spanische Top-Talent Paula Blasi waren ebenfalls in den Sturz involviert – und büßten dadurch ihre Medaillenchancen ein. „Als wir auf den Rundkurs gekommen sind, wurde es verrückt. Da wurde viel zu hohes Risiko gegangen“, sagte Blasi nach ihrer Aufgabe. Vallieres und Fisher-Black gaben das Rennen später ebenfalls auf. Es gewann die Niederländerin Demi Vollering vor der Polin Kasia Niewiadoma und Elisa Longo Borghini aus Italien.
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