Watzke kämpft für Olympia in Nordrhein-Westfalen
Am kommenden Samstag wird die Entscheidung fallen, welcher deutsche Standort als Kandidat für die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) ins Rennen gehen wird. Dann wird der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) während seiner außerordentlichen Mitgliederversammlung in Baden-Baden unter drei Bewerbern für die Austragung der Spiele im Jahr 2036, 2040 oder 2044 auswählen. Zur Auswahl stehen die Region KölnRheinRuhr sowie die Metropolen München und Berlin.
„Wenn man die Olympischen und Paralympischen Spiele als zusätzlichen Motor für den Transformationsprozess versteht, den Deutschland sowieso durchlaufen muss, dann kann meiner Meinung nach die Entscheidung für KölnRheinRuhr fallen“, sagte Hans-Joachim Watzke gegenüber WELT. Der Präsident von Borussia Dortmund und Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ist ein entschiedener Befürworter der Kampagne von Spielen in Nordrhein-Westfalen. Das bevölkerungsstärkste Bundesland bewirbt sich mit Köln als „Leading City“ sowie 15 weiteren Städten.
„Hier hat schon das erste Wirtschaftswunder seinen Grundstein gehabt. Ich glaube, die Menschen in NRW tun sich aufgrund ihrer Art auch etwas leichter damit, über die Grenzen ihres Bundeslandes zu denken als vielleicht der typische Bayer, der zunächst auch an Bayern denkt“, erklärte Watzke. Tatsächlich hatten die Menschen in NRW in einer Bürgerbefragung gegenüber den Konkurrenten mit der größten Mehrheit für Olympia votiert.
„Infrastruktureller Boost“
Die Nordrhein-Westfalen argumentieren zudem mit der Nachhaltigkeit ihrer Bewerbung, da 95 Prozent der Sportstätten dort bereits vorhanden sind. Das sei ein großer Vorteil gegenüber den Mitbewerbern.
„Auch wenn es in erster Linie darum geht, die Spiele nach Deutschland zu holen, so ist Olympia auch immer ein infrastruktureller Boost für die jeweilige Region. Ich bin überzeugt, dass dieser Boost im Ruhrgebiet und im Rheinland deutlich besser angebracht wäre, als beispielsweise in München“, sagt Watzke. Speziell das Ruhrgebiet, wo unter anderem die Schalker Arena zu einem Schwimmstadion umgerüstet werden soll, biete zudem eine Reihe guter infrastruktureller Möglichkeiten.
Das sieht auch der Sport-Branchenverband „Spobis“ so: NRW verfüge über ein „besonders starkes sportpolitisches Netzwerk“. Die Bewerber rechnen mit bis zu 17,6 Millionen verkauften Tickets – das wäre ein neuer Rekord. „Wir als BVB, aber auch ich persönlich, stehen zu 100 Prozent hinter der Idee von Olympischen und Paralympischen Spielen in Deutschland. Unser Land braucht positive Fernziele, um wieder zuversichtlich in die Zukunft zu schauen. Und die Spiele können so ein positiver Fixstern sein“, so Watzke.
Das komplette Interview mit Hans-Joachim Watzke lesen Sie in der kommenden WELT AM SONNTAG.
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