„Das war unfassbar!“ Baumann tritt gegen Nagelsmann nach
Torwart Oliver Baumann hat knapp zwei Monate nach dem Ende der Fußball-WM seinen Frust über die späte Degradierung durch den damaligen Bundestrainer Julian Nagelsmann geäußert. Der 36-Jährige, der von Nagelsmanns Nachfolger Jürgen Klopp nicht für die kommenden vier Länderspiele nominiert wurde, sagte bei Nitro: „Im Sommer tat deutlich mehr weh, wie das gelaufen ist. Das war unfassbar! Auch nicht nur aus einer Richtung tatsächlich.“
Was der Profi der TSG Hoffenheim damit meinte, ließ er offen. Es ist aber zu erahnen. Baumann war unter Nagelsmann lange die Nummer eins, ehe er unmittelbar vor der WM in den USA, Mexiko und Kanada ausgebootet wurde. Nagelsmann holte den längst zurückgetretenen Manuel Neuer zurück. Weder der Entschluss noch die Kommunikation dazu dürften Baumann gefallen haben – anders sind seine aktuellen Aussagen nicht zu deuten.
Nagelsmann selbst handelte im Fall Neuer mit Zitronen – die Entscheidung ging nach hinten los. Viele Fußballfans verstanden das Vorgehen nicht und hätten lieber Baumann als Nummer 1 gesehen. So aber stand Neuer bei allen vier WM-Partien bis zum Ausscheiden im Sechzehntelfinale gegen Paraguay im deutschen Tor. Der erhoffte Effekt blieb aus, der Routinier war im Turnier keinerlei Faktor und beendete im Anschluss ein zweites Mal seine Karriere im DFB‑Trikot. Auch Nagelsmann musste gehen.
„Sie schlagen einen anderen Weg ein“
Sein Nachfolger Klopp berief nun neben Marc-André ter Stegen (34 Jahre) auch Alexander Nübel (29), Finn Dahmen (28), Noah Atubolu (24) und Jonas Urbig (23). „Die Entscheidung muss ich akzeptieren. Die gefällt mir nicht, das ist klar. Sie schlagen einen anderen Weg ein, das muss ich akzeptieren und respektieren“, sagte Baumann nach der 0:2-Niederlage seiner TSG in der Europa League bei OFI Kreta.
Baumann hat 13 Länderspiele für Deutschland absolviert, alle unter Nagelsmann. Das bislang letzte war die WM-Generalprobe gegen Gastgeber USA in Chicago. Beim 2:1-Sieg hatte Baumann wenige Tage vor dem Start des Turniers eine starke Leistung gezeigt. Seine Degradierung und die Entscheidung für Neuer hatte Nagelsmann da aber schon beschlossen.
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