„Ich wollte ein Zeichen setzen“ – Mbappé äußert sich zum umstrittenen Ceuta-T-Shirt
Es waren dramatische Bilder. Am 30. und 31. Juli stürmten nach spanischen Regierungsangaben rund 80.000 Migranten von Marokko nach Ceuta. Sie schwammen in die spanische Enklave und kletterten über die Grenzzäune. Noch immer halten sich 10.000 von ihnen auf der Halbinsel vor der Küste Nordafrikas auf.
Einwohner und Verwaltung waren mit dem Ansturm überfordert. In Spanien regte sich großer Protest. Auf großen Demonstrationen bekundeten die Menschen ihre Solidarität mit den Einwohnern Ceutas. Auch die Klubs der Primera División beteiligten sich. Vor dem Spiel zwischen dem FC Elche und Real Madrid trugen die Spieler T-Shirts mit der Aufschrift: „Todos somos caballas“ (dt. „Wir alle sind Caballas“). „Caballas“ ist die Bezeichnung für die Einwohner von Ceuta. Darunter stand der Zusatz: „Ceuta y sus caballeros de la mar“ (Ceuta und seine Seefahrer).
Kylian Mbappé weigerte sich, das T-Shirt richtig anzuziehenDoch die Real-Stars Kylian Mbappé, Vinicius Junior und Ibrahima Konaté weigerten sich, die T-Shirts korrekt zu tragen, und verdeckten einen Teil der Aufschrift. Die Geste löste eine Flut von Kommentaren in den spanischen Medien und sozialen Netzwerken aus. Während einige argumentierten, die Spieler hätten damit Solidarität mit der Notlage der Migranten gezeigt, kritisierten andere sie dafür, dass sie die Bürger Ceutas nicht uneingeschränkt unterstützt hätten.
Jetzt äußerte sich Mbappé zur umstrittenen Aktion. „Ich möchte es gut erklären, damit die Leute es verstehen. Es war eine Entscheidung der Vereine, das Trikot einzuführen und zu tragen. Wir Spieler mussten es tragen“, sagte Mbappé zur spanischen Zeitung „As“.
„Volle Solidarität mit Ceuta und allen Opfern“
Seine Geste sei nicht gegen die Menschen in Ceuta gerichtet gewesen. Er habe sich aber auch mit den Migranten solidarisieren wollen, die in die spanische Exklave gelangt waren: „Als Erstes möchte ich sagen, dass meine volle Solidarität Ceuta und allen Opfern gilt. Denn bevor ich Fußballspieler bin, bin ich Mensch. Aber ich wollte auch ein Zeichen setzen und an all die Einwanderer denken, die ihr Leben verloren haben und die ebenfalls unter schwierigen Bedingungen leben.“
Angesichts der Migrationskrise in Ceuta haben Zehntausende Menschen bei landesweiten Kundgebungen für die Zugehörigkeit der Nordafrika-Exklave zu Spanien und gegen die Migrationspolitik der Regierung in Madrid demonstriert.Und weiter: „Es war keine einfache, sondern eine schwierige Situation, denn am Ende könnten die Leute denken, dass ich gegen die Menschen in Ceuta bin. Aber nein, absolut nicht. Ich habe nichts gegen sie und unterstütze sie zu 100 Prozent mit meinen Gedanken. Aber ich wollte auch an all die Menschen denken, die leiden, denn am Ende bin ich ein Mensch und möchte das Leid nicht gegeneinander aufwiegen.“ Stattdessen wolle er eine Botschaft von Positivität und Frieden vermitteln.
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