„Diabetes wird uns nicht definieren“ – Zverevs emotionaler Dank an seine Mutter
Wie eng die Familienbande bei den Zverevs ist, lässt sich bei jedem internationalen Tennisturnier erkennen. Unten auf dem Platz verrichtet Alexander Zverev seine Arbeit, oben wird er von Vater Alexander Michailowitsch und Bruder Mischa beobachtet. Der eine fungiert als sein Trainer, der andere als sein Manager.
Man könnte also meinen, dass jetzt – da Alexander Zverev in den späten Jahren seiner Profikarriere phänomenal seinen Job ausübt – die enge Beziehung zu den beiden anderen Tenniscracks seiner Familie im Vordergrund stehen würde. Aber nach dem 6:3, 7:6 (7:2), 5:7, 6:2 im Finale der US Open gegen den Amerikaner Ben Shelton dankte Alexander Zverev vor allem einer Person: seiner Mutter Irina.
Alexander Zverev mit Mutter Irina bei den French Open in ParisIn emotionalen Worten würdigte er sie: „Ich möchte einer Person danken, jemandem, der sich meine Spiele zwar nie ansieht, die aber die wichtigste Person in meinem Tennisleben und in meinem Leben überhaupt ist“, erklärte der 29‑Jährige. „Denn wenn bei deinem vierjährigen Sohn Diabetes diagnostiziert wird und die Ärzte dir sagen, dass das Leben und die sportlichen Möglichkeiten dieses Kindes sehr stark eingeschränkt sein werden, dann braucht es eine unglaublich starke Mutter.“ Sie habe gesagt: „Mach, was du machen willst. Diabetes wird uns nicht definieren.“
Insulinspritze gesetzt
Tatsächlich hat die Krankheit ihn nicht davon abhalten können, Höchstleistungen zu vollbringen. Bei den French Open in Paris, wo er seinen ersten von zwei Grand-Slam-Titeln in diesem Jahr gewann, setzte er sich im dritten Satz des Finales eine Insulinspritze. Er siegte schließlich über den Italiener Flavio Cobolli mit 6:1, 4:6, 6:4, 6:7, 6:1. Mediziner sprachen hinterher angesichts des Sieges in der Hitze und der Diabetes-Erkrankung über eine wahre Heldentat.
Nun schaffte er dieses Kunststück erneut in New York und triumphierte als zweiter Deutscher nach Boris Becker 1989 im Männer-Einzel.
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