Mercedes nicht zu stoppen – Antonelli feiert, Hamilton am Boden
Der WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli hat das erste Formel-1-Rennen auf dem neuen Kurs in Madrid gewonnen. Mit seinem achten Saisonsieg baute der italienische Mercedes-Pilot seine Führung in der Gesamtwertung noch mal aus und verbesserte seine Chancen auf den ersten WM-Titel seiner Karriere. Antonellis Vorsprung auf seinen Teamkollegen George Russell beträgt nun 81 Punkte.
Der 20-Jährige profitierte eine Woche nach seinem Erfolg beim Heimrennen in Monza von einer virtuellen Safety-Car-Phase. In dieser stoppte Antonelli, um an Polesetter Lando Norris und dessen McLaren vorbeizukommen.
Wundertalent Antonelli erlebte ein Bremsen-Drama rund um Lewis Hamilton von Ferrari. Der Rekordweltmeister musste seinen Wagen nach wenigen Runden in der Garage abstellen und liegt nun mit mehr als 100 Punkten Rückstand auf dem dritten Platz im Klassement hinter Antonelli.
Norris fiel nach einem verpatzten Reifenwechsel auf den dritten Platz zurück. Max Verstappen (Red Bull) komplettierte das Podium als Zweiter.
Die Befürchtungen waren groß. Was passiert auf diesem superschnellen, aber so engen Kurs? Überholen unmöglich? Chaos pur? Die Rückkehr der Motorsport-Königsklasse nach Madrid wollte sich vor allem auch die Sport-Prominenz nicht entgehen lassen.
Real Madrid war gleich mit einer generationenübergreifenden Weltauswahl ehemaliger und aktueller Stars von Roberto Carlos und Zinédine Zidane bis Jude Bellingham vertreten. Kein Wunder: Das Trainingszentrum liegt direkt neben dem Kurs und am Abend vorher feierten die Königlichen ein 4:1 gegen Rayo Vallecano.
Mercedes-Pilot Andrea Kimi Antonelli feiert seinen Sieg in MadridWie die rund 100.000 Zuschauer auf dem Circuito Madring bekamen auch sie in der ersten Runde gleich maximale Action geboten. Polesetter Norris versuchte vehement, seine Spitzenposition zu verteidigen.
Ähnlich vehement versuchte Antonelli, vorbeizukommen, und musste in der Schikane ausweichen. Ebenso Verstappen gegen Hamilton. Immerhin: Keiner crashte. Aber ein paar Fahrer kochten. Hamilton funkte: „Max muss die Position zurückgeben.“ Verstappen funkte: „Hamilton ist fast in mich reingekracht.“
Funkzoff bei Max Verstappen
Vorn entging Norris vorerst weiteren Attacken. Mit einer Fabelrunde hatte der Weltmeister sich die Pole am Tag zuvor geholt – die dritte in den vergangenen vier Grand Prix. Dahinter bekam Verstappen die Ansage vom Team, Antonelli und Hamilton wieder überholen zu lassen wegen des Abkürzens. So sollte er einer möglichen Strafe entgehen. „Was redet ihr da? Wenn ich nicht Platz gemacht hätte, wäre ich nicht mehr im Rennen.“ Die Plätze gab er dann aber doch zurück.
Damit nicht genug. Auf einmal meldete Hamilton Bremsprobleme. Den Kampf um den achten WM-Titel hatte er bereits in der vergangenen Woche nach Antonellis Sieg in Monza mehr oder weniger abgehakt, als er nur Sechster geworden war. In Madrid kam er nicht mal ins Ziel. Durch die Bremsprobleme wurde er nach hinten durchgereicht. Mit Mühe schaffte es Hamilton in die Box. „Ich kann den Wagen kaum stoppen“, funkte er und berichtete später: „Das Pedal hat irgendwie einen Ruck gemacht.“
Erst mal durchatmen. Die Premiere in Madrid entwickelte sich durchaus zu einem packenden Rennen. Denn kaum hatte sich die erste Aufregung gelegt, blieb Lance Stroll mit seinem Aston Martin liegen. Es kam zu einer virtuellen Safety-Car-Phase. Antonelli und auch Verstappen eilten in die Box zum Reifenwechsel – unter den Bedingungen wird Zeit gespart.
Norris konnte nicht, er war schon an der Einfahrt vorbei und kam eine Runde später. Noch während er auf die wartenden Mechaniker zurollte, endete die VSC-Phase. Und dann hakte es auch noch beim Reifenwechsel. Er kam als Fünfter zurück auf die Strecke. Neuer Führender: Leclerc, der gar nicht zum Reifenwechsel reingekommen war. Dahinter: Antonelli und Verstappen.
Die Zuschauer waren beim Rennen in Madrid begeistertNach nicht mal der Hälfte der Renndistanz standen schon die Überrundungen an. Wie bitter: Als Erster war Fernando Alonso dran. Der Weltmeister von 2005 und 2006 war zudem vorher noch ausgerechnet mit seinem spanischen Landsmann Carlos Sainz aneinandergeraten. Der Rivale aus Madrid bekam dafür eine Zeitstrafe und musste später aufgeben.
Leclerc blieb ganz draußen, einmal musste er reinkommen, das war klar. Also fuhr Antonelli dem Sieg entgegen. Dahinter näherte sich Norris sicher mit reichlich Wut im Bauch Verstappen, vorbeikam er aber nicht mehr. Als Leclerc dann in Runde 49 an die Box kam, war der Weg frei für Antonelli.
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