Die deutschen Basketballerinnen kommen bei der Heim-WM in Berlin immer besser in Schwung und stehen dank eines klaren Sieges gegen Mali in der Zwischenrunde. Das Team von Bundestrainer Olaf Lange gewann vor den Augen von Welt- und Europameister Dennis Schröder deutlich mit 83:58 (49:32) gegen die Afrikanerinnen und hat damit das Minimalziel erreicht.

Spanien gewann das Parallelspiel gegen Japan mit 79:59 und ist als Gruppensieger direkt für die Runde der letzten Acht qualifiziert. „Wir haben sehr gut verteidigt, sehr gut gereboundet“, lobte der Coach der Deutschen. „Ich bin nicht gut ins Turnier reingekommen, aber wir sind hier wie in einer Familie. Ich könnte alle knutschen“, sagte Luisa Geiselsöder, die nach einer herausragenden Leistung zur Spielerin des Spiels gewählt wurde.

Im Kampf um den Viertelfinaleinzug geht es für die Auswahl des Deutschen Basketball-Bundes schon an diesem Dienstag weiter. Nächster Gegner ist Südkorea. Für die deutsche Mannschaft ist es bereits das vierte Spiel in fünf Tagen. Ein Umstand, den Trainer Lange im Vorfeld des entscheidenden Gruppenspiels kritisiert hatte. „Das ist schon heftig. Für meinen Geschmack ist es zu eng getaktet“, hatte der Nationalcoach gesagt.

Spielerin des Spiels Luisa Geiselsöder mit Dennis Schröder

Doch gegen Mali war bei den Gastgeberinnen von Müdigkeit noch nichts zu spüren. Vor 12.550 Zuschauern in der Uber Arena war Frieda Bühner mit 21 Punkten beste deutsche Werferin. Zudem traf Luisa Geiselsöder zweistellig (17).

Deutschland von Anfang an im Spiel

Lange hatte vor der Partie vor Mali gewarnt. „Mali ist wie einige der afrikanischen Teams sehr athletisch, sehr kräftig, sehr dynamisch“, sagte der Bundestrainer. „Es wird ein ganz anderes Spiel als gegen Japan, das zwar schnell ist, aber lange nicht so physisch. Da müssen wir uns umstellen.“

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Und diese Umstellung gelang der deutschen Mannschaft von Anfang an sehr gut. Zwei Tage nach dem Sieg gegen Japan gehörte auch Aufbauspielerin Alexis Peterson wieder zum Kader. Die vor zwei Jahren eingebürgerte Amerikanerin war nach ihrer Lebensmittelvergiftung rechtzeitig fit und führte von der Bank kommend Regie.

Zwei WNBA-Spielerinnen trumpfen auf

Gegen den Außenseiter, der am Samstag völlig überraschend gegen Spanien gewonnen hatte, dominierte die DBB-Auswahl von Beginn an das Geschehen und führte nach den ersten zehn Minuten mit fünf Punkten (23:18). Was auch an Geiselsöder lag. Die WNBA-Spielerin hatte sich in den ersten beiden Partien noch sehr schwergetan, steuerte gegen Mali im ersten Viertel aber wichtige sechs Punkte bei.

Im zweiten Viertel setzte sich das deutsche Team immer weiter ab. Vor allem aus der Distanz hatten die deutschen Spielerinnen einen guten Tag erwischt und trafen vor der Pause 47 Prozent ihrer Dreipunktwürfe. Drei davon gingen auf das Konto von Riesentalent Bühner von den Portland Fire, die schon gegen Japan aufgetrumpft hatte. Zur Pause lag Deutschland mit 17 Punkten vorn.

Auch nach dem Seitenwechsel hatte die deutsche Mannschaft die Partie sicher im Griff. Defensiv gestattete Deutschland den Spielerinnen Malis kaum einfache Würfe, offensiv fand vor allem Geiselsöder immer mehr ihren Rhythmus. So konnte es sich der Bundestrainer sogar erlauben, seinen Topspielerinnen Leonie Fiebich und Nyara Sabally mit Blick auf das K.o.-Spiel gegen Südkorea einige Verschnaufpausen zu geben.

Noch nicht in Partylaune: Bundestrainer Olaf Lange will mit seiner Mannschaft ins Viertelfinale

„Es gibt kein Feiern. Es ist zu kurz“, sagte Lange nach dem Sieg und blickte durchaus zuversichtlich nach vorn: „Wir müssen zuschauen, dass die Spielerinnen sich erholen und wir uns mit Korea beschäftigen. Vom Spielstil sind die Asiatinnen sehr ähnlich: sehr viel Spacing und gute Schützinnen von außen. Wir haben ja mit Japan schon Erfahrungen gesammelt. Das sollte jetzt etwas einfacher sein.“

Sollte sich Deutschland gegen Südkorea durchsetzen, würde es am Donnerstag im Viertelfinale auf Medaillenkandidat Belgien treffen. Der Europameister gewann das Spitzenspiel der Gruppe C gegen Australien auch dank 22 Punkten von Starspielerin Emma Meesseman mit 80:68 und ist damit weiter ungeschlagen.

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