Vor 45 Tagen hat der DFB verkündet, dass Jürgen Klopp zum 1. September als neuer Bundestrainer übernimmt. Die wichtigste Erkenntnis ist schon klar: Er macht bisher wirklich alles besser als Julian Nagelsmann zuvor.

Klopp hat nach dem Supercup-Start zwischen Dortmund und Bayern (1:2) an den ersten zwei Spieltagen der Saison weitere drei Spiele live im Stadion gesehen, war dazwischen beim FC Bayern, Stuttgart, Mainz und Frankfurt zu Besuch. Er hat mit den wichtigsten Nationalspielern entweder schon persönlich unter vier Augen gesprochen oder sie per FaceTime kontaktiert, wie die Legionäre Wirtz, Havertz, Ter Stegen und Co. Klopp ist Dauer-Kommunikator – auch im Verband.

Der ehemalige Liverpool-Trainer hat alle U-Nationaltrainer zusammengeholt und in einem Meeting eingeschworen, dass sie alle gemeinsam die Zukunft des deutschen Fußballs entscheiden. Dass sich einige Teilnehmer danach persönlich bedankten, da es so ein Treffen unter den Vorgänger-Bundestrainern nie gab, muss Klopp fast irritiert haben, weil es für ihn so selbstverständlich ist.

Anders als Nagelsmann kümmert er sich auch darum, dass sich Top-Talente nicht für andere Nationen entscheiden, sondern sich zu Deutschland bekennen. Da reicht manchmal schon ein Plausch am Trainingsplatz – und Frankfurts Younes Ebnoutalib will doch nicht mehr so schnell Marokko zusagen.

Manndeckung wird es bei Klopp nicht geben

Die größte Challenge für Klopp ist auch schon klar: Mit den Bayern unter Vincent Kompany und Stuttgart unter Sebastian Hoeneß spielen ausgerechnet die zwei Bundesligisten, die mit ihren Nationalspielern die „Hauptlieferanten“ fürs DFB-Team sind, auch diese Saison mit Manndeckung – doch die wird es bei Klopp nicht geben. Er hat schon angekündigt, dass er auf Raumdeckung setzen wird. Das Problem: Er hat vor der Premiere am 24. September in den Niederlanden nur zwei Trainingseinheiten, um die Nationalelf darauf einzuschwören. Mit dem BVB spielt ein weiterer Top-Klub zudem mit Dreier-Abwehrkette, die es bei Klopp (4-2-3-1 oder 4-3-3) auch nicht geben wird.

Warum setzt er auf Raumdeckung? Weil das bei all seinen Klubs immer ein entscheidender Schlüssel war, um seine Mannschaften gegen vermeintlich bessere Teams über sich hinauswachsen zu lassen. Und genau das ist auch das Ziel beim DFB. Denn sind wir mal ehrlich: Die besten Spieler hat er als Bundestrainer im Vergleich zu Nationen wie Frankreich, Spanien und England nicht zur Verfügung. Aber das war bei ihm in der Vergangenheit auch in Dortmund und Liverpool nie der Fall – und trotzdem hat er am Ende die großen Titel abgeräumt.

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke