„Sportschau hat alles aufgezeichnet“ – Prügelopfer stellt Strafantrag, Polizei ermittelt
Der Judoclub Leipzig zeigte sich schockiert von den Vorkommnissen. Nachdem ihr Gastkämpfer Akaki Japaridze seinen Gegner Timo Cavelius nach seinem verlorenen Kampf ins Krankenhaus geprügelt hatte, bezogen die Sachsen umgehend Stellung.
„Beim Bundesliga-Duell in Leipzig kam es am vergangenen Samstag zu einem nicht hinnehmbaren Vorfall. Der Judoclub Leipzig verurteilt den tätlichen Angriff auf Timo Cavelius beim Bundesliga-Kampftag zwischen dem JC Leipzig und dem TSV Abensberg und distanziert sich davon aufs Deutlichste“, schrieb der JC Leipzig auf seiner Homepage. Cavelius wurde mittlerweile in einem Leipziger Krankenhaus operiert.
Timo Cavelius nahm an den Olympischen Spielen 2024 in Paris teil„Die beiden Herren waren Teilnehmer einer Veranstaltung der Judo-Bundesliga. Der Georgier hat nach dem Kampf, den er verloren hat, den Geschädigten dreimal mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Der Geschädigte erlitt dadurch einen Kieferbruch“, sagt Polizeisprecher Moritz Peters zu WELT und bestätigt: „Der Geschädigte hat Strafantrag gestellt.“
„Auch am Boden setzte er die Schläge gegen mich fort“
Die Polizei war während des Kampfabends nicht in der Halle, wurde aber nach der Prügelattacke gerufen. „Wir ermitteln jetzt wegen Körperverletzung gegen Akaki Japaridze. Wir werten die Videobilder aus, die Sportschau war ja vor Ort und hat alles aufgezeichnet“, sagt Peters.
Die Bilder sprechen eine eindeutige Sprache. Japaridze ging unmittelbar nach dem Ende des Kampfes auf seinen Gegner los und schlug dreimal mit der Faust auf den völlig überraschten Cavelius ein.
Der 24-jährige Georgier soll mittlerweile wieder in seiner Heimat sein. Da die Person bekannt ist, sei laut Polizei keine Gefahr in Verzug.
„Ich kann mir das nicht erklären. Ich wollte zu meinen Teamkollegen jubeln und dann ging es auch schon los. Ich war erst mal in Schockstarre. Auch nachdem ich bereits am Boden lag, setzte er die Schläge gegen mich fort“, schilderte Cavelius dem „Tagesspiegel“ die Attacke. Erst durch das unmittelbare Eingreifen seiner Teamkollegen sei die Situation beendet worden: „Ich glaube, die Bilder sprechen für sich. Was der Deutsche Judo-Bund, die Europäische Judo-Union und der Internationale Judoverband daraus machen, müssen wir abwarten.“
Cavelius muss für die WM absagen
Für den 29-Jährigen hat die Attacke nicht nur körperliche, sondern auch sportliche Folgen. Er kann in den kommenden Monaten keine Weltranglistenpunkte sammeln, an der Weltmeisterschaft im kommenden Oktober in Aserbaidschan wird er nicht teilnehmen können.
„Der Bundesliga-Kampftag sollte mein Einstieg nach circa zehn Wochen Verletzungspause und Recovery für den Grand Slam in Budapest und anschließend die WM sein“, so Cavelius. „Ich glaube aber, dass die Werte des Judosports durch dieses Vorkommnis enorm Schaden genommen haben. Judo steht für Respekt, Disziplin und Fairness. Diese Werte bilden für mich die Grundlage unseres Sports.“
Nicht nur die Weltmeisterschaft, sondern auch die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles sind für Cavelius in Gefahr. „Besonders bitter ist dieser Ausfall für unseren Athleten mit Blick auf die laufende olympische Qualifikation und sein großes Ziel, sich für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles zu qualifizieren und dort nach Paris seine zweiten Olympischen Spiele zu bestreiten“, teilte der deutsche Judoverband mit.
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