Trotz eines Punktgewinns bei Arminia Bielefeld hat sich die Sieglos-Serie des Absteigers FC St. Pauli verlängert. Während die Bielefelder bereits einmal gewonnen haben und beim 2:2 (1:1) ihren vierten Punkt holten, blieben die Fußballer aus Hamburg auch im vierten Ligaspiel sieglos. Sie holten aus drei Unentschieden drei Punkte und warten saisonübergreifend nun schon seit 188 Tagen auf einen Pflichtspielerfolg.

Im ausgeglichenen Duell zweier Zweitligisten, die in der ersten DFB-Pokal-Runde beide an einem drittklassigen Gastgeber gescheitert waren, erzielten Jannik Rochelt (13.) und Joel Grodowski (51.) für Bielefeld sowie Taichi Hara (20.) und Abdoulie Ceesay (65.) für St. Pauli die Tore zum gerechten Remis.

Die Arminia und ihr neuer Trainer Oliver Kirch holten im zweiten Heimspiel dieser Saison damit ihren vierten Punkt. St. Pauli hingegen hat in einem Pflichtspiel letztmals vor mehr als einem halben Jahr – am 28. Februar (1:0 in Hoffenheim) – gewonnen, damals noch in der Bundesliga. Seither siegte der Klub nicht mehr in zehn Bundesliga- und vier Zweitliga-Spielen sowie einer Pokalpartie. Die Hamburger sind unter ihrem neuen Trainer Marcel Rapp von allen Erst- und Zweitligisten aktuell sogar der einzige Klub, der in dieser Saison noch kein einziges Pflichtspiel – also inklusive Pokal – gewonnen hat.

Hannover verspielt gegen Karlsruhe zwei Führungen

Unentschieden endete auch das zweite Spiel am Freitagabend. Beim 2:2 (2:1) von Hannover 96 gegen den Karlsruher SC verspielte der Aufstiegskandidat in der Schlussphase noch einen wichtigen Heimsieg. Rafael Pinto Pedrosa traf in der 85. Minute zum verdienten Ausgleich für den KSC.

Vor 39.600 Zuschauern hatte Lars Gindorf die 96er in der 26. Minute in Führung gebracht. Shio Fukuda (28.) traf nur zwei Minuten später nach einem Patzer seines Gegenspielers Boris Tomiak zum Ausgleich für die Gäste. Hannovers 2:1 (38.) war das erste Tor von Marcel Hartel für seinen neuen Verein. Der „Aufstiegs-Experte“ hatte in den vergangenen Jahren schon mit Union Berlin, Arminia Bielefeld und dem FC St. Pauli den Sprung in die erste Liga geschafft und war im August vom US-Klub St. Louis City SC nach Deutschland zurückgekehrt.

In einem abwechslungsreichen Spiel hatten beide Teams eine Reihe guter Chancen. Schon in der zweiten Minute verhinderte Hannovers Torwart Leo Weinkauf ein frühes 0:1. Besonders turbulent wurde es kurz vor der Pause. Zunächst rettete das 19-jährige KSC-Talent Danyal Zor auf der eigenen Torlinie (40.). Drei Minuten später forderten die Karlsruher nach einem vermeintlichen Foul an Fukuda vergeblich einen Elfmeter (43.). In der Nachspielzeit vergaben Marvin Wanitzek, Marcel Franke und Fukuda sogar eine Dreifach-Chance für den KSC (45.+2).

Lars Gindorf (r.) dribbelt an Rafael Pinto Pedrosa vorbei

Auch in der zweiten Halbzeit waren die Gäste das gefährlichere Team. Wanitzek (51.) und Louey Ben Farhat (54.) arbeiteten am 2:2. Hannover hielt jedoch dagegen. Trotz der Führung wechselte Trainer Christian Titz zwei neue Stürmer ein. Ein Tor von Gindorf wurde vom Videoschiedsrichter überprüft und wegen Abseits nicht gegeben (74.). Ein Freistoß von Franz Roggow flog in der Nachspielzeit an den Pfosten (90.+3).

Von den ersten vier Zweitliga-Spielen haben die Niedersachsen nur eines gewonnen. Titz steht durch diesen Fehlstart und durch die wiederholten Meinungsverschiedenheiten mit dem neuen Sport-Geschäftsführer Jonas Boldt schon früh in dieser Saison unter Druck.

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