„Wie mit einer neuen Frau“ – Union-Manager mit kuriosem Vergleich
Auch mit neuem Trainer setzt sich Union Berlin die bekannten Ziele für die neue Spielzeit in der Bundesliga. „Für uns ist es elementar, in der Liga zu bleiben. Das ist das übergeordnete Ziel“, sagte Geschäftsführer Horst Heldt im Trainingslager der Berliner im österreichischen Irdning. Union hatte die vergangenen beiden Spielzeiten auf dem 11. und 13. Platz beendet, befand sich aber auch zeitweise in Abstiegsgefahr.
Mit dem neuen Trainer Mauro Lustrinelli wollen die Köpenicker keine Abstiegsgefahr aufkommen lassen. Anstatt Dreier- oder Fünferkette setzt der Schweizer, der in der vergangenen Spielzeit den krassen Außenseiter FC Thun zur überraschenden Meisterschaft in der Schweiz führte, auf eine Vierkette.
Zudem möchte der als Perfektionist bekannte Trainer ein gewisses Gewinner-Gen implantieren. „Wir haben uns bewusst für einen neuen Weg entschieden. Wir müssen einen anderen Fußball spielen, um konkurrenzfähig zu bleiben“, sagte Heldt, der zugleich zu bedenken gibt: „Das eine ist ein Gedankengang, das andere ein Prozess, der länger dauert und mit Wellenbedingungen versehen ist.“
Kader von Union Berlin noch nicht komplett
So ist dem ehemaligen Profi trotz der bisher sechs sieglosen Testspiele in Serie 19 Tage vor dem Pflichtspielauftakt im DFB-Pokal bei Zweitligist Eintracht Braunschweig (23. August, 15.30 Uhr, im Sport-Ticker der WELT) nicht bange. „Erst einmal müssen wir uns davon lösen, dass Ergebnisse in der Vorbereitung nicht elementar sind“, sagte Heldt. Ihm gehe es nicht darum, die „Gegner aus dem Stadion zu schießen, sondern Abläufe hinzubekommen“.
Lustrinelli hat trotz ausbleibender Ergebnisse laut dem Funktionär bereits einen gewissen Umschwung herbeigeführt. „Ich sehe ihn als Mensch, der jeden Tag mit einer Riesen-Energie herangeht. Das tut uns gut“, sagte der 56-Jährige. Er habe zum Beispiel „eine solche Passschärfe im Training lange nicht gesehen“.
Dass der Kader bei bisher nur drei Zugängen noch nicht komplett sei, müsse klar sein. In den ersten Wochen der Vorbereitung sollte aber die aktuelle Mannschaft die Chance erhalten, dem Trainerteam zu gefallen. „Das ist wie mit einer neuen Frau. Man beschnuppert sich und sieht, wie man miteinander agiert und reagiert. Jetzt kommen wir in die heiße Phase, in der jeder versucht, die beste Freundin zu sein.“
In diesen abgelaufenen Wochen wurde geschaut, wo es Handlungsbedarf gebe, sodass in der kommenden Zeit die Transferaktivitäten Fahrt aufnehmen werden. Heldt schränkte ein: „Wir haben gute und viele Möglichkeiten, aber wir bestimmen nicht den Transfermarkt. Es ist wichtig, ruhig zu bleiben.“
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