Cucurellas Versprechen, Sanés Rücken und das Tattoo, das es nie geben wird
Marc Cucurella soll nicht sagen, er wäre nicht gewarnt worden. Wenn er schon seine Wettschuld einlösen müsse, dann wäre es gut, er würde eine Körperstelle wählen, „die nicht allzu auffällig ist“, hatte ihm Luis de la Fuente geraten. Vielleicht hätte der spanische Weltmeistercoach noch deutlicher sein müssen: unter der Fußsohle, unter den Achseln oder auf dem Hintern – das wäre unauffällig.
Doch Cucurella interessierte das wenig – er ließ sich das Konterfrei de la Fuentes auf den Trizeps tätowieren. Das Porträt eines Herren im besten Alter mit Glatze und Nickelbrille – und dem WM-Pokal. Damit nicht irgendjemand in 30, 40 Jahren, wenn die Erinnerungen allmählich verblassen, auf die Idee kommen könnte, es handelt sich um eine Hommage an einen unbekannten Buchhalter. So sieht es nämlich aus.
Mit der Tätowierung hat Cucurella sein Versprechen eingelöst. Bereits vor der WM in den USA, Kanada und Mexiko hatte der Weltklasse-Verteidiger angekündigt, sich im Falle des Titel-Triumphs das Konterfei seines Trainers stechen zu lassen. Die beiden haben ein inniges Verhältnis – auch, weil der heute 65-Jährige den jungen Cucurella schon im Nachwuchsbereich trainierte.
Sané und das übermalte Wappen
Anlassbezogene Fußballer-Tätowierungen sind so eine Sache. Sie können auch von der Zeit überholt werden – wie bei Leroy Sané. Auf seinem Rücken ist er selbst großflächig in Jubelpose zu sehen. In der ursprünglichen Version war das Trikot von Manchester City zu erkennen; später, als er für Bayern spielte, war das Wappen übermalt. Ein bisschen wie bei alten Seebären, die sich immer neue Frauennamen stechen lassen. Auch Tattoos sind nicht automatisch für die Ewigkeit – zumindest inhaltlich.
Apropos. Ein „Kunstwerk“ werden wir nie zu sehen bekommen. Die verabredete gemeinsame Tätowierung, die sich David Raum und Julian Nagelsmann hätten stechen lassen – falls Deutschland Weltmeister geworden wäre. Ob sich Raum nun mit Jürgen Klopp darauf verständigen wird, ist nicht bekannt. Mutig zumindest wäre es.
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