Er ist der Mann, den Klopp unbedingt an Bord haben wollte
Marc Kosicke saß bei der Präsentation von Jürgen Klopp als neuem Bundestrainer in der ersten Reihe ganz links. Wie immer hielt sich der 55-Jährige dezent im Hintergrund auf – dabei wird er bei der Neuaufstellung der Nationalmannschaft eine Hauptrolle spielen. Kosicke ist der Mann, ohne den Klopp den Job wohl gar nicht erst angetreten hätte, der wichtigste Schattenmann in der Karriere des Trainers.
Klopp und Kosicke arbeiten bereits seit 2006 zusammen. Damals leitete Kosicke noch die Marketing-Abteilung vom Sportartikelriesen Nike. Sein größter Erfolg im damaligen Job: dass die Nationalspieler beim DFB frei über die Wahl ihrer Schuhe entscheiden konnten und nicht an Adidas gebunden waren.
Der Start ihrer Zusammenarbeit war eher zufällig. Klopp war damals als Markenbotschafter bei Nike im Gespräch. Im Podcast „Tomorrow“ verriet Kosicke vor Kurzem: „Es war nie mein Plan, ihn als Klienten zu gewinnen.“ Trotzdem entwickelte sich nach der WM 2006, bei der Klopp als TV-Experte für das ZDF arbeitete, eine Zusammenarbeit, aus der schnell eine Freundschaft wurde.
Zum FC Bayern hat Kosicke einen guten Draht
Als sich Kosicke 2007 mit seiner Agentur selbstständig machte, gehörte neben Klopp auch der damalige DFB-Manager Oliver Bierhoff zu seinen ersten Klienten. Kosicke hatte die Rolle des Trainer-Beraters damit quasi erfunden, vertrat später u.a. auch Julian Nagelsmann, Florian Kohfeldt und half auch Managern wie Max Eberl in Vertragsverhandlungen. Zu den Bayern hat er einen sehr guten Draht.
Kosicke bei der Präsentation von Jürgen Klopp in der DFB-Zentrale in Frankfurt/Main2008 saßen der Werder-Fan und Bierhoff auf dem Weg zu einem Fifa-Kongress in der Schweiz zufällig im selben Flugzeug wie Uli Hoeneß, dem das Image und die Identität seiner Bayern nach außen zu schwammig und nicht klar genug waren. Kosicke bot Hilfe an – und entwickelte den legendären „Mia-san-Mia“-Spruch.
Die Beziehung zu Klopp wurde über die Jahre so eng, dass Kosicke zunächst auch beim Wechsel zu Red Bull als Berater mit im Getränkekonzern andockte und für den Job jetzt beim DFB sogar sein Amt als Geschäftsführer seiner Agentur „projectFive“ aufgibt und auch keine anderen Trainer mehr betreut.
Seit Wochen war es nur noch Formsache: Jürgen Klopp ist neuer Trainer der deutschen Nationalmannschaft – und stellt sich auf der DFB-Pressekonferenz den Fragen der Journalisten.Der gebürtige Bremer, der mittlerweile in Kassel wohnt und mit der TV-Moderatorin Yvonne Ransbach verheiratet ist, hat drei Söhne. Er gilt als Marketing- und Strategie-Experte. Einer, der alle Stärken mitbringt, die Klopp selbst fehlen.
Kein Wunder, dass der neue Bundestrainer bei seiner Vorstellung sagte: „Er wird mein Co-Trainer für Strategie, Entwicklung und Innovation.“ Denn, skizzierte Klopp, „wir müssen (neben dem Sport, die Redaktion) auch ganz viele andere Dinge ändern. Da muss man Leute haben, die sich auch darum kümmern, mit mir gemeinsam.“
Kosicke, der mit Klopp sogar gemeinsam in einem DVAG-Werbespot auftrat, ist sein Mann für alle Fälle.
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