Jetzt wird die Tour de France doch noch einmal spannend, oder zumindest besteht die Chance, dass es auf den drei noch ausstehenden Etappen an der Spitze eng werden könnte. Auch wenn das Team von Spitzenreiter und Favorit Tadej Pogacar bemüht ist, die Aufregung kleinzuhalten.

Der Slowene wirkte gut gelaunt beim Ausrollen nach der Bergankunft in Orcières-Merlette, sein deutscher Helfer Nils Politt schien noch nicht in Alarmstimmung. Dabei beklagt das Team inmitten des heftigen Alpen-Showdowns zum Ende der Frankreich-Rundfahrt einige Krankheitsfälle. Am Vortag war Adam Yates nah an der Aufgabe gewesen. Nun gab Brandon McNulty das Rennen entkräftet auf. Grund ist ein Virus, der in der Mannschaft grassiert.

Die Konkurrenten des in der Gesamtwertung enteilten slowenischen Ausnahmestars dürften genau hinschauen, wie sich die Krankensituation im UAE-Team um Pogacar entwickelt. Wird die Tour noch einmal spannend?

Ein Podcast, ein Champion, ein Rätsel – wer ist der Gast? Raten Sie mit: Abonnieren Sie WELTMeister bei Spotify, Apple Podcasts oder direkt per RSS-Feed.

„Schauen wir mal. Ich weiß selbst nicht, was los war“, so Politt im Gespräch mit der ARD: „Brandon ist auf jeden Fall raus. Das ist ein herber Rückschlag fürs Team. Wir müssen die zwei Tage überleben, und Gott sei Dank fühlen sich Isaac (del Toro) und Tadej gut, Felix (Großschartner) und ich auch. Adam (Yates) hat sich heute auch schon deutlich besser gefühlt. Er hat sich zurückfallen lassen, um Kräfte für die nächsten zwei Tage zu sparen. Und dann werden wir schauen, dass wir das nach Hause bringen.“

Bei Eurosport ergänzte Politt noch, dass im Teambus Maske getragen wird und die Fahrer getrennt essen. „Wir versuchen uns schon so gut wie möglich zu separieren und das Risiko zu minimieren. Viele Fahrer im Feld sind krank. Das hört man immer wieder, ist nach drei Wochen aber auch nicht ungewöhnlich. Wir werden morgen und übermorgen alles auf der Strecke liegen lassen, noch eine Etappe gewinnen und das Gelbe Trikot holen.“

Carapaz gewinnt Etappe

Noch bestimmt Pogacar in der Gesamtwertung weiter das Geschehen. Wenn er gesund bleibt, winkt ihm der fünfte Tour-Gesamtsieg am Sonntag in Paris. Der Slowene steht weiter mit komfortablen 4:32 Minuten vor dem Belgier Remco Evenepoel auf Platz eins. Dritter ist der Mexikaner Isaac del Toro – Teamkollege von Pogacar – mit einem Abstand von 6:51 Minuten.

Auf der 18. Etappe ließen es Pogacar und sein Team etwas ruhiger angehen. Eine Vorsichtsmaßnahme? Der Superstar verzichtete jedenfalls auf die gewohnten Attacken. Der slowenische Ausnahmefahrer erreichte als 13. das Ziel nach dem Tagessieg von Richard Carapaz.

Läuft bei ihm: Richard Carapaz holte für das Team Education First den ersten Etappensieg der diesjährigen Tour de France

Der Ecuadorianer kam als Ausreißer auf der 18. Etappe ins Ziel, nachdem er vier Kilometer vorher aus einer Gruppe heraus attackiert hatte. Nach 185,2 Kilometern mit Start in Voiron wurde der Schweizer Mauro Schmid Zweiter, der US-Amerikaner Matteo Jorgenson Dritter.

Tour-Dominator Pogacar musste seinen insgesamt 26. Tour-Tagessieg vertagen. 2020 wurde er Zweiter in Orcières-Merlette hinter seinem Landsmann Primoz Roglic, der aktuell nicht bei der Tour dabei ist.

Pogacar-Team mit Problemen

Nachdem am Vortag Magenprobleme Adam Yates etwas ausgebremst hatten, zeigten weitere Pogacar-Mitstreiter Leistungsprobleme auf der 18. Etappe. Yates soll es laut Politt aber wieder deutlich besser gehen. Dafür konnte McNulty irgendwann nicht mehr folgen und stieg vom Rad. „Er war 50 Kilometer alleine“, wurde über das Team-Radio durchgesagt.

Felix Engelhardt präsentierte sich in seinem deutschen Meistertrikot wieder einmal in einer Spitzengruppe. Die Profis konnten erst lange keinen deutlichen Abstand zum Hauptfeld herstellen, ehe sich die Zahl der Minuten immer weiter erhöhte – und alles auf einen Ausreißer-Sieg hindeutete. Später fiel Engelhardt dann aber zurück. „Er hat heute wieder gezeigt, wie stark er ist. Und er hat uns wieder super den Rücken freigehalten“, lobte der Tageszweite Schmid seinen Kollegen am ARD-Mikrofon.

Gewohntes Bild: Felix Engelhardt ist als einer der aktivsten Fahrer im Feld in vielen Ausreißergruppen mit dabei

Die insgesamt 3900 Höhenmeter auf 185 Kilometern waren ein dickes Brett zum Alpen-Auftakt, der am Samstag in der heftigen Gebirgshatz nach Alpe d’Huez gipfelt. Bei der Königsetappe der diesjährigen Tour warten 5650 Höhenmeter auf die Profis – samt drei Anstiegen der höchsten Kategorie.

Am Freitag steht die erste von zwei Etappen ins Radsport-Mekka an. Nach vier Jahren geht es wieder hinauf zur legendären Skistation von Alpe d'Huez. Allerdings ist sie noch deutlich einfacher als die Königsetappe. Über 127,9 Kilometer geht es von Gap in den Wintersportort. Die Rundfahrt endet am Sonntag in Paris.

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke