„Tränen des Abschieds“ – Die traurige Abgang des Lionel Messi
Am Ende saß der Größte besiegt auf dem Rasen, die Beine von sich gestreckt, der Blick leer. Lionel Messi hat im biblischen Alter von 39 Jahren noch einmal eine überragende WM gespielt und acht Tore geschossen. Dem Finale aber konnte er seinen Stempel nicht aufdrücken. Im Gegenteil: Beim 0:1 gegen Spanien nach Verlängerung glich Messi einem Geist. Man sah ihn kaum.
Wenig später führte er das Spalier der Verlierer an, nahm von US-Präsident Donald Trump die Silbermedaille entgegen, ehe er sich vor die große argentinische Fankurve stellte, die ihren Helden besang. Messi stand gerührt auf dem Rasen von New York, Tränen schossen ihm in die Augen.
Er blieb so lange auf dem Rasen, bis die Sieger den Pokal in Händen hielten. Messi weiß, was sich gehört. Dann aber ging er bald gesenkten Hauptes in die Katakomben. Sein letzter Abgang als argentinischer Nationalspieler nach 207 Partien und 125 Toren? Es ist sehr wahrscheinlich. „Das war sehr emotional“, sagte Per Mertesacker im ZDF und sprach von „Tränen des Abschieds“.
Lionel Messi weint nach SpielendeMessi hatte die Argentinier bei seiner sechsten WM ins Finale getragen. Und das nicht nur mit seinen Toren und Vorlagen. Der Routinier ist für die Teamkollegen Idol und Fixpunkt gleichermaßen. Wann immer es eng für sie wurde, suchten sie den Ausnahmekönner in der Offensive. So kämpfte sich die Albiceleste in der K.-o.-Phase Runde für Runde weiter. Mit späten Aufholjagden und zweimal sogar über die Verlängerung.
„Messi hat gar nicht ins Spiel gefunden“
Doch in diesem Finale spielte er keine Rolle. „Messi hat gar nicht ins Spiel gefunden“, befand Jürgen Klopp bei MagentaTV. Nur in den finalen Minuten der Verlängerung hatte Messi ein, zwei gute Szenen. Ansonsten bewegte er sich wenig, lauerte stets in der rechten Offensive auf den Ball, bekam ihn aber nur selten.
Leandro Paredes zeigt sich nach dem verlorenen WM-Finale als ganz schlechter Verlierer. Der Argentinier geht mit Schlägen und Würge-Angriffen auf die spanischen Spieler los. Sehen Sie die Szenen hier im Video.Als Zuschauer fragte man sich lange Zeit, ob Argentinien dieses Spiel überhaupt gewinnen will, so wenig suchten die Südamerikaner die Offensive. Nach 90 Minuten stand tatsächlich nicht ein Torschuss zu Buche, nach 120 Minuten waren es genau zwei, Spanien kam hingegen auf 21.
Dies war nicht der Abgang, den Messi sich gewünscht hatte. Aber es war immerhin ein Abgang auf der größten Bühne, die das Spiel zu bieten hat – einem WM-Finale.
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