„Hatte der Schiedsrichter das Niveau für ein WM-Halbfinale?“ – Deschamps fragt, Hummels antwortet
Didier Deschamps wollte gar nicht um den heißen Brei herumreden. „Wir hatten Schwächen und Fehler. Pässe, die zu Chancen führen sollten, kamen nicht an. Wir mussten einfach akzeptieren, dass wir heute nicht gut waren“, sagte der französische Nationalcoach nach dem WM-Halbfinale, das sein letztes bleiben wird.
Der 57-Jährige, der den früheren Bundestrainer Helmut Schön mit seinem 26. Einsatz als WM-Rekordcoach ablöste, hört nach dieser WM auf. Deschamps, der als Spieler und Trainer bei den beiden Titelgewinnen 1998 und 2018 beteiligt war, lobte den Gegner und suchte die Schuld bei sich selbst. „Wir waren schwach. Der Gegner hat uns an unserem Spiel gehindert, aber wir waren auch technisch nicht so gut heute. Wir waren gezwungen zu verteidigen. Wir konnten ihnen nicht genug Probleme bereiten“, so Deschamps, der unmissverständlich klarstellte: „Zuerst einmal war es unsere Schuld, ich will keine Ausreden suchen.“
Spanien zieht ins WM-Finale ein. Frankreich hat Glück, dass Olise nicht früh mit Rot vom Platz fliegt, doch auch mit elf Mann bleiben die Franzosen viel zu harmlos. Ein Elfmeter fungiert als Dosenöffner für die Spanier. Sehen Sie die Highlights hier im Video.Und dennoch konnte er seinen Ärger über die Schiedsrichteransetzung nicht für sich behalten. „Es gibt eine Frage, auf die ich keine Antwort habe“, leitete Deschamps ein: „Hat der Schiedsrichter das Niveau für ein Halbfinale der Weltmeisterschaft?“ Er zuckte mit den Schultern und fügte an: „Ich werde auf die Frage nicht antworten.“
Der erfahrene Trainer unterstrich noch einmal, dass der Unparteiische „nicht der Grund, warum wir heute verloren haben“ gewesen sei. „Deswegen sage ich das nicht. Aber es gab einige Situationen, teilweise auch zu unseren Gunsten …“ Dann brach er.
Hummels ordnet Deschamps‘ Kritik ein
Mit seiner Kritik dürfte er sich wahrscheinlich mehr auf die Fifa als auf Ivan Barton selbst bezogen haben. Der Unparteiische kommt aus El Salvador, an der Linie hatte der 35-Jährige einen Landsmann und einen Assistenten aus Nicaragua. Wahrscheinlich vermisste Deschamps bei dem Trio die Erfahrung im Spitzenfußball, die es für ein Duell der Topstars auf dem Platz aus seiner Sicht braucht. „Es war der letzte Schritt vor dem Finale, vor diesem möglichen Finale“, zog Deschamps einen Schlussstrich, „jetzt spielen wir das kleine Finale.“
In der 89. Minute kommt Frankreichs Superstar Kylian Mbappé zu einer vielversprechenden Freistoß-Situation, setzt diesen aber klar über das Tor und verpasst damit das dringend benötigte Anschlusstor. Sehen Sie die Szene hier im Video.Mats Hummels, bei Magenta TV als Experte eingesetzt, schmunzelte nach den Worten Deschamps‘. „Manchmal hat man so ein Gefühl auf dem Platz als Trainer, aber heute müssen wir das unter den Tisch kehren“, so der Weltmeister von 2014, „denn da gab es wirklich genügend andere Gründe.“ Die hatte Deschamps ja auch selbst schon benannt.
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