Doping-Spiele schließen ARD-Reporter Hajo Seppelt aus
Am Sonntag finden in Las Vegas die Spiele der gedopten Sportler statt, oder was davon übrig geblieben ist. Eigentlich hatten die Veranstalter das Event, bei dem leistungssteigernde Mittel nicht nur erlaubt, sondern explizit erwünscht sind, auf vier Tage angelegt. Mittlerweile ist es auf eine vierstündige Veranstaltung zusammengeschrumpft. Und auch die Sportleranzahl ist trotz großer finanzieller Anreize höchst überschaubar. 42 Frauen und Männer starten nun in den Disziplinen Laufen, Schwimmen und Gewichtheben. Darunter zwei Deutsche: der Schwimmer Marius Kusch und der Sprinter Michael Bryan.
Dass die Veranstalter ob ihrer Einstellung keine großen Fans des deutschen Journalisten Hajo Seppelt sein dürften, liegt auf der Hand. Der ARD-Reporter hat sich weltweit einen Namen mit seinen Doping-Enthüllungen gemacht. Andererseits könnte man sich auch fragen, wovor die Organisatoren Angst haben. Schließlich ist bei den Enhanced Games ja nichts aufzudecken. Alle dopen.
Dennoch darf Seppelt nicht zu der Veranstaltung. Sein pünktlich gestellter Akkreditierungsantrag wurde abgelehnt. Offizielle Begründung: Es gebe leider keine Kapazitäten mehr. Das scheint aber wenig plausibel. Vielmehr liegt der Verdacht nahe, dass die Enhanced Games um Gründer Aron D’Souza unliebsame Berichterstattung vermeiden wollen. Denn dass Seppelt wiederum kein Fan dieser Veranstaltung ist, erscheint ebenso logisch.
In einem aktuellen Beitrag nennt er die Dopingspiele einen „eher kläglichen Versuch, ein paar medizinische Produkte zu verkaufen“ und nennt sie verantwortungslos: „Spiele der Gedopten bleiben hochgefährlich, selbst wenn, wie bei den Enhanced Games propagiert, unter ärztlicher Aufsicht gedopt wird. Wer all das in Abrede stellt, betrügt das Publikum. Wer das nicht glaubt, sehe sich die Schicksale der DDR-Dopingopfer an (...) Alle unter ärztlicher Aufsicht gedopt.“
Sportjournalisten-Weltverband protestiert offiziell
Gegen den Ausschluss Seppelts hat der Sportjournalisten-Weltverband (AIPS) nun offiziell protestiert. Präsident Gianni Merlo schrieb einen Brief an Chris Jones, den Pressechef der Enhanced Games. Darin heißt es: „Ich schreibe Ihnen, um darauf hinzuweisen, dass Ihre Entscheidung, Hajo Seppelt, einem führenden Journalisten des Doping-Rechercheteams von EyeOpening.Media/ARD, die Akkreditierung zu verweigern, inakzeptabel ist.“
Und weiter: „Die Begründung ‚begrenzter Medienkapazitäten‘ ist offenkundig nicht zutreffend, da einige Medienvertreter trotz einer Anfrage nach Ablauf der Frist eine Akkreditierung erhalten haben (...) Sie haben ein neues ‚Paradies‘ für den Sport in Aussicht gestellt. Das mag sogar zutreffen. Doch warum lassen Sie uns dessen Glaubwürdigkeit nicht selbst überprüfen?“
Seppelt ist übrigens nicht allein. Auch Sean Ingle vom englischen „Guardian“ wollte das umstrittene Doping-Event in Las Vegas vor Ort begleiten, erhielt aber zunächst keine Akkreditierung. Auch bei ihm verwiesen die Veranstalter auf begrenzte Medienkapazitäten. Nach Ingles Darstellung war zuvor jedoch die kritische Berichterstattung des „Guardian“ Thema in einem Gespräch mit einem PR-Vertreter.
Seppelt wurde in diesem Jahr schon einmal eine Akkreditierung verweigert. Er wurde vom Präsidenten der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft nicht zu einer Pressekonferenz nach den Olympischen Spielen zugelassen.
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