Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel hat mit seiner Nominierung des WM-Kaders für einige Überraschungen gesorgt. Während Bayern-Star Harry Kane wie erwartet Kapitän bleibt, verzichtet Tuchel in seinem Aufgebot für das Turnier in Nordamerika auf mehrere prominente Namen.

Nicht nominiert wurden unter anderem die Offensivstars Phil Foden von Manchester City und Cole Palmer vom FC Chelsea. Auch Trent Alexander-Arnold von Real Madrid und Harry Maguire von Manchester United gehören nicht zu den 26 WM-Fahrern. Aus der Bundesliga reist neben Kane noch Abwehrspieler Jarell Quansah von Bayer 04 Leverkusen mit England zur WM. Der Kader wurde in einem Videoclip mit Musik von den Beatles („Come Together“) verkündet.

„Ich kann jedem Fan im ganzen Land versichern, dass wir 26 Spieler im Trainingslager haben, die zu 100 Prozent engagiert sind, die ihre Aufgaben kennen, die bereit sind, ihre Rolle auf und neben dem Platz anzunehmen, und sich dem Teamgedanken verpflichten und selbstlos sind“, sagte Tuchel.

Tuchel spricht von „schmerzhaften Gesprächen“

Foden, Palmer und Alexander-Arnold gehörten bei der EM vor zwei Jahren in Deutschland noch zum England-Kader des damaligen Trainers Gareth Southgate. Foden stand im Finale gegen Spanien sogar in der Startelf. Der eingewechselte Palmer, lange als große Offensivhoffnung der Three Lions gehandelt, erzielte bei der 1:2-Niederlage den zwischenzeitlichen Ausgleich.

Tuchel sprach von einer schwierigen Entscheidung und „schmerzhaften Gesprächen“, betonte aber, dass es nicht um individuelle Spieler gehe. „Was wir erreichen wollen, versuchen wir als Team zu erreichen, und wir haben versucht, einen ausgewogenen Kader zu nominieren.“ Die Auswahl sorgt auf der Insel bereits für Diskussionen.

Der deutsche WM-Kader steht. Bundestrainer Julian Nagelsmann hat unter anderem auch Leroy Sané nominiert. Dazu findet Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus in der Sendung „Lothar legt los - Die BILD WM-Show“ deutliche Worte.

Unerwartet kommt auch Tuchels Nominierung des ehemaligen Brentford-Stürmers Ivan Toney, der seit zwei Jahren in Saudi-Arabien für Al-Ahli spielt. „Er ist ein natürlicher Vollstrecker“, so Tuchel. „Er kann uns bei Standardsituationen helfen, weil er sehr kopfballstark ist und seinen Körper hervorragend einsetzt. Und nicht zu vergessen: Er ist ein Weltklasse-Elfmeter-Schütze.“

„Schockiert und zutiefst enttäuscht“, schimpft Maguire

Djed Spence vom abstiegsbedrohten Premier-League-Verein Tottenham Hotspur gilt als weitere Überraschung im Kader.

Maguire, der die EM verletzungsbedingt verpasst hatte, wird auch bei diesem Turnier nicht dabei sein. Der Abwehrspieler, der maßgeblichen Anteil daran hatte, dass Manchester United Dritter wurde, hatte in sozialen Medien bekanntgegeben, dass Tuchel auf ihn verzichten wird und den Nationaltrainer attackiert.

„Ich war überzeugt, dass ich diesen Sommer nach der Saison, die ich gespielt habe, eine wichtige Rolle für mein Land hätte spielen können“, schrieb der 66-malige Nationalspieler auf Instagram: „Ich bin schockiert und zutiefst enttäuscht.“ Noch im März hatte der 33-Jährige zwei Testspiele für England bestritten. Auch sein Teamkollege Luke Shaw bleibt zu Hause.

Englands WM-Kader

Torhüter: Jordan Pickford (Everton), Dean Henderson (Crystal Palace), James Trafford (Manchester City)

Abwehr: Reece James (Chelsea), Tino Livramento (Newcastle), Marc Guehi (Manchester City), Ezri Konsa (Aston Villa), John Stones (Manchester City), Jarell Quansah (Bayer Leverkusen), Nico O'Reilly (Manchester City), Dan Burn (Newcastle), Djed Spence (Tottenham Hotspur)

Mittelfeld: Declan Rice (Arsenal), Elliot Anderson (Nottingham Forest), Jude Bellingham (Real Madrid), Jordan Henderson (Brentford), Morgan Rogers (Aston Villa), Kobbie Mainoo (Manchester United), Eberechi Eze (Arsenal)

Angriff: Harry Kane (Bayern München), Ivan Toney (Al-Ahli), Ollie Watkins (Aston Villa), Bukayo Saka (Arsenal), Noni Madueke (Arsenal), Marcus Rashford (Barcelona), Anthony Gordon (Newcastle)

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