Kehrtwende in der Einreisepolitik der USA – doch der Fifa droht Ärger in Kalifornien
Entgegen der verschärften Regeln für bestimmte Länder wollen die USA für Fans der Fußball-Weltmeisterschaft auf eine Kaution bei Einreise verzichten. Für Einreisende mit einem gültigen Ticket sei keine Zahlung erforderlich, bestätigte eine Mitarbeiterin des Außenministeriums der Nachrichtenagentur Associated Press. Normalerweise müssen Bürger aus 50 Ländern Kautionen von bis zu 15.000 Dollar hinterlegen, um in die USA einzureisen. Die Liste umfasst vor allem Länder aus dem Nahen Osten sowie aus Afrika.
Mit der Kaution in Höhe von 15.000 Dollar (rund 12.800 Euro) will die US-Regierung die Einreisenden nach eigenen Angaben davon abhalten, ihr Visum zu überziehen und den Steuerzahlern Kosten zu verursachen. Die Kaution soll zurückerstattet werden, sofern sich die Reisenden an die Vorgaben halten oder die Reise nicht antreten.
Die Erleichterungen kommen insbesondere Fans der WM-Teilnehmer Tunesien, Kap Verde, Elfenbeinküste, Senegal sowie Algerien zugute. Die Länder haben sich für die WM in den USA, Kanada und Mexiko qualifiziert, ihre Fans müssten die Kaution aber im Normalfall entrichten. Insgesamt müssen durch die Restriktionen Reisende aus 50 Ländern in die Vereinigten Staaten die neue Kaution hinterlegen.
US-Staatsanwalt fordert Auskünfte von Fifa wegen Ticketvergabe
Rund vier Wochen vor Beginn der Weltmeisterschaft markiert der Schritt eine Kehrtwende in der Einreisepolitik der US-Regierung. Ende März hatte das Außenministerium noch auf Anfrage mitgeteilt, Ausnahmen werde es lediglich für die Kader, den Trainerstab und enge Verwandte geben. Ansonsten seien keine Lockerungen bei der Einreise vorgesehen.
US-Präsident Donald Trump hat die Einreisebestimmungen seit seinem Amtsantritt erheblich verschärft. Neben den Kautionsregelungen ist es Bürgern gewisser Länder mittlerweile komplett untersagt, in die USA einzureisen.
Unterdessen fordert Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta wegen Berichten über möglicherweise irreführende Ticketpraktiken bei der WM Auskünfte vom Weltfußballverband Fifa. Bonta teilte auf der Plattform X mit, er habe ein Schreiben an die Fifa geschickt, um mögliche Verstöße gegen kalifornisches Verbraucherschutzrecht zu prüfen.
Hintergrund sind Medienberichte, wonach Tickets auf Grundlage bestimmter auf Stadionplänen abgebildeter Sitzplatzkategorien verkauft wurden. Später sollen diese Kategorien geändert worden sein, bevor konkrete Plätze zugewiesen wurden. Viele Fans bekamen so plötzlich schlechtere Plätze zugeteilt als erwartet.
Bonta forderte „Transparenz und Fairness beim Kauf von Tickets für Veranstaltungen in unserem Bundesstaat“. In Kalifornien wird im Levi’s Stadium (71.000 Plätze) in Santa Clara bei San Francisco und im SoFi Stadium (70.000 Plätze) in Inglewood bei Los Angeles gespielt. In seinem Brief, der auch auf der Behörden-Webseite hinterlegt war, schrieb Bonta: „Einige Verbraucher haben berichtet, sie fühlten sich getäuscht, da die ihnen letztendlich zugewiesenen Plätze einer niedrigeren Kategorie angehörten, als es der Stadionsitzplan vermuten ließ, der ihnen zum Zeitpunkt des Kaufs vorlag.“
Sitzplatzkategorien sollen falsch dargestellt worden sein
Die Fifa hatte im April nach einem Bericht der „New York Times“ erklärt, die dargestellten Kategorienpläne seien lediglich eine Orientierungshilfe für Fans gewesen, wo sich ihre Plätze im Stadion befinden könnten.
Das kalifornische Recht biete Verbrauchern vergleichsweise starken Schutz und verbiete Marketingpraktiken, die Verbraucher wahrscheinlich in die Irre führen, hieß es in der Mitteilung Bontas. Um zu prüfen, ob gegen kalifornisches Recht verstoßen wurde, fordert der Generalstaatsanwalt nun Informationen über den Ticketverkauf für die WM-Spiele in Kalifornien an – unter anderem dazu, wie Sitzplatzkategorien dargestellt wurden, ob die tatsächlichen Sitzplatzzuweisungen davon abwichen und wie mögliche Probleme durch Rückerstattungen oder andere Maßnahmen behandelt wurden oder welche Pläne es in dieser Sache gibt.
Auch unabhängig von dem Wirbel um die verschiedenen Preiskategorien steht die Fifa wegen der hohen Ticketpreise seit Längerem in der Kritik. Die dynamische Preisgestaltung, bei der die Kosten je nach Nachfrage steigen oder fallen, steht dabei im Mittelpunkt des Ärgers.
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