„Jetzt kann ich es erzählen“ – Süle spricht über seine Gewichtsprobleme
Mit gerade einmal 30 Jahren wird Niklas Süle seine Laufbahn als Fußballprofi beenden. Im Zuge der Verkündung seiner Entscheidung an diesem Donnerstag spricht der Verteidiger von Borussia Dortmund auch über seine immer wiederkehrenden Gewichtsprobleme. Und verrät mit einem Schuss Selbstironie und Humor, mit welchen Tricks er in dieser Hinsicht arbeitete.
Von 2017 bis 2022 spielte Süle für den FC Bayern. Der deutsche Fußball-Rekordmeister zahlte vor neun Jahren 25 Millionen Euro für den Verteidiger an die TSG Hoffenheim. Trainer der Münchner war 2017 Jupp Heynckes.
Dieser habe ihn „wirklich gemocht – und ich ihn auch“, erzählte Süle in dem Podcast seiner Berateragentur. Auch das Gewichtsthema sei „immer mal wieder“ aufgekommen, als bei den Bayern einmal pro Woche das Wiegen anstand. „Jetzt kann ich es auch erzählen“, sagte der einstige Nationalspieler lachend. „Wir hatten donnerstags Wiegen – und ich habe am Mittwoch nichts gegessen. Nichts, immer gefastet“, so der Profi. „Und ich bin abends bei mir daheim noch in die Sauna. Mit Regenjacke. Und habe am nächsten Tag zweieinhalb Kilo weniger gehabt.“ Die anderen sechs Tage habe er „gelebt wie ein … ich will es gar nicht sagen. Das sind die Extreme, die ich meine. Da bin ich viel besser drin geworden. Aber das hat mich immer verfolgt“.
Nach einer schlechten Leistung in einem Spiel habe Heynckes sich über Süles Gewicht beschwert, woraufhin dieser sein Sauna-Programm durchgezogen habe. Süle habe dann mit der Mannschaft gewonnen. Heynckes habe gesagt: „Ja guck, jetzt haste viel besser gespielt“, so der Abwehrprofi in dem Podcast. Und weiter: „Ich hatte aber genau das gleiche Gewicht. Das ist eigentlich die beste Story, die ich zu diesem Thema erzählen kann.“
Im Trainingslager des BVB in Marbella 2024 war die Fitness von Niklas Süle ein ThemaDie Bayern verkauften Süle trotz seiner Gewichtsprobleme 2022 für rund 35 Millionen Euro an Borussia Dortmund. Für Deutschland absolvierte der Abwehrspieler 49 Länderspiele.
Niklas Süle: „Weiß, was ich hätte besser machen können“
Er könne in den Spiegel schauen und sagen, dass er eine „Top-Karriere“ hatte, so der Verteidiger. Süle zählt auf: „Weit über 400 Spiele, 15 Titel, Champions League gewonnen, fünfmal Meister, Anfield Road gespielt, Camp Nou gespielt, Santiago Bernabéu gespielt.“ Er sei sehr aufgeräumt. „Ich weiß, was ich hätte besser machen können. Ich weiß aber auch, dass sehr viel mehr gut als schlecht war. Und da bin ich sehr dankbar darüber.“ Dennoch werde der Abschied vom Profifußball ein „extrem großer Einschnitt“ in seinem Leben sein.
Tricksender Verteidiger: Niklas Süle (l.) 2017 im Training des FC Bayern mit Trainer Jupp HeynckesWährend seiner Profi-Karriere war Süle immer wieder mit Übergewicht aus Sommerpausen oder Verletzungsphasen zurückgekehrt. 2024 suchte er sich professionelle Hilfe, arbeitete mit zwei Köchen und einer Fitnesstrainerin. Neben einer Ernährungsumstellung absolvierte er ein „knallhartes“ Trainingsprogramm, woraufhin er zehn Kilogramm abgenommen haben soll. Doch Süles Gewicht schwankte immer mal wieder, er wurde kritisiert.
Für die Bayern absolvierte er über hundert Spiele, gewann mit ihnen die Champions League und fünfmal die Deutsche Meisterschaft sowie zweimal den DFB-Pokal.
Den Entschluss, seine Spielerkarriere zu beenden, traf er nach dem Spiel bei der TSG Hoffenheim (1:2) im April. In der Partie verletzte er sich am Knie. Die Angst vor einem dritten Kreuzbandriss habe ihn stark belastet, so Süle.
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