Seit sechs Monaten zahlt Herthas Hauptsponsor nicht mehr
Sportlich neigt sich bei Hertha BSC eine Saison dem Ende zu, die wieder einmal enttäuschend war. Das Ziel Aufstieg wird klar verpasst. Die Berliner haben zu wenig Punkte auf dem Konto. Und auch finanziell konnte der Klub in jüngster Vergangenheit weniger buchen als geplant. Denn nach Informationen von „Sport Bild“ hat der Hauptsponsor seit November kein Geld mehr an Hertha gezahlt.
Im Sommer 2024 wurde das Unternehmen CheckCars24 vorgestellt. Ein Berliner Autohändler, der Käufe digital abwickelt und bei Google-Bewertungen starke 4,9 Sterne aufweisen kann. Ob Hertha BSC auch so positive Rezensionen schreiben würde, ist allerdings fraglich. Denn nach Recherchen von „Sport Bild“ ruht der Zahlungsverkehr der Firma an den Zweitligisten seit November. Da das Sponsoring-Volumen in dieser Saison bei 2,1 Millionen Euro liegen soll, dürften sich die Außenstände auf rund eine Million Euro belaufen.
Hertha soll aktuell prüfen, ob eine vorzeitige Beendigung des bis 2027 laufenden Vertrags möglich ist. Auf Anfrage dementieren die Berliner die ausbleibenden Zahlungen nicht, wohl aber, dass zuletzt eine Kontaktaufnahme zwischen dem Verein und dem Hauptsponsor schwierig geworden sei. „Hertha BSC steht mit all seinen Partnern und Sponsoren in einem regelmäßigen und konstruktiven Austausch. Wir bitten um Verständnis, dass wir uns zu konkreten vertraglichen Themen oder internen Abstimmungen grundsätzlich nicht öffentlich äußern“, teilt Hertha mit.
Das Engagement von CheckCars24 bei Hertha war auf drei Jahre angelegt und mit einem finanziellen Gesamtvolumen von rund 6,5 Millionen Euro ausgestattet. Der Namenszug ist auf den Trikots der Spieler zu lesen.
Das Berliner Unternehmen reagierte bis Montagabend nicht auf eine Anfrage. Auf seiner Internetseite feiert es sich für die Partnerschaft mit Hertha. Dort heißt es: „Im Sommer 2024 haben sich die beiden Berliner Gründer einen Traum erfüllt. Als Hauptpartner von Hertha BSC ziert unser Unternehmenslogo seitdem das Trikot der Alten Dame.“ Den Vertrag hatte noch Hertha-Geschäftsführer Thomas Herrich abgeschlossen, der im April 2025 aus dem Amt schied.
Immer Ärger mit dem Brustsponsor
Für Hertha wäre es nicht der erste Vertrag mit einem Hauptsponsor, der vorzeitig endet. Im Sommer 2020 verschwand der Discounter Tedi von den Trikots, obwohl der Vertrag noch ein weiteres Jahr gelaufen wäre. Damals hieß es hinter vorgehaltener Hand, dass den Berlinern die 7,5 Millionen Euro im Jahr, die der Sponsor in der ersten Liga zahlte, nicht genug gewesen seien. Zudem hatte der Discounter wegen der Corona-Krise wirtschaftliche Probleme.
Doch die Suche nach einem Nachfolger geriet zum Desaster. Erst im Januar 2021 konnte Hertha die Trikotbrust wieder besetzen mit dem Online-Immobilienmakler Homeday. Dazwischen spielte der Hauptstadt-Klub monatelang mit blanker Brust und Slogans für Benefizaktionen.
Auch in die Saison 2023/24 war Hertha ohne Hauptsponsor gegangen, lief am ersten Spieltag mit blanker Brust auf und präsentierte dann völlig überraschend einen Wettanbieter. Ein Partner aus einer Branche, die der damalige Präsident Kay Bernstein (†43) zuvor kategorisch ausgeschlossen hatte. Nach einer Saison war damit aber auch schon wieder Schluss.
Beim Trikotsponsor ist bei Hertha ähnlich viel Rotation wie im Kader, auf der Trainerposition oder im Management. Dabei waren die Pläne vor wenigen Jahren noch ganz andere. Der damalige Investor Lars Windhorst hatte intern in Aussicht gestellt, seine Kontakte zu den reichsten Firmen der Welt spielen zu lassen. Als Hauptsponsoren fielen Namen wie Tesla und Amazon. Doch daraus wurde nie etwas. Windhorst verkaufte 2023 seine Hertha-Anteile.
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