Alle WM-Gruppen im Überblick – und wie Fans jetzt noch an Tickets kommen
Der Irak hat sich zum ersten Mal seit 40 Jahren wieder für eine Fußball-Weltmeisterschaft qualifiziert. Das Team gewann das entscheidende Playoff-Spiel gegen Bolivien im WM-Stadion von Monterrey in Mexiko 2:1 (1:1). Mit dem Erfolg der Iraker ist das Teilnehmerfeld der größten WM der Geschichte in den USA, Kanada und Mexiko komplett. Alle 48 Nationen stehen jetzt fest. Die Weltmeisterschaft wird vom 11. Juni bis 19. Juli in den USA, Mexiko und Kanada ausgetragen.
Die Tore für den Irak erzielten Ali Al-Hamadi (10.) und Aymen Hussein (53.), für Bolivien traf Moises Paniagua (38.). In einer langen Nachspielzeit mussten die Iraker noch eine Schlussoffensive der Bolivianer überstehen, mit dem Abpfiff brach dann großer Jubel beim Team des australischen Trainers Graham Arnold aus.
Die irakische Mannschaft musste sich wegen des Iran-Kriegs unter erschwerten Bedingungen vorbereiten. Weil der irakische Luftraum seit Wochen gesperrt ist, war die Anreise nur über langwierige Umwege möglich. Zuletzt hatte der Irak 1986 an einer Fußball-WM teilgenommen.
Irak trifft auf Norwegen, Frankreich und Senegal
Bei der WM im kommenden Sommer treffen die Iraker in Gruppe I in Boston zum Auftakt auf Norwegen, danach wartet Mitfavorit Frankreich in Philadelphia. Zum Abschluss spielt der Irak in Kanada in Toronto gegen den Senegal.
Der viermalige Weltmeister Italien hat sich dagegen erneut nicht qualifiziert und muss im Sommer zuschauen. Das Team von Trainer Gennaro Gattuso verlor trotz Führung 1:4 (1:1, 1:1, 1:0) im Elfmeterschießen in Bosnien-Herzegowina. Die Squadra Azzurra spielte nach der Roten Karte gegen Alessandro Bastoni (41. Minute) lange in Unterzahl. Beim Showdown vom Punkt vergaben zwei der drei italienischen Schützen.
Auch für Bolivien geht die Zeit des Wartens weiter. Die Südamerikaner hatten 1994 in den USA zum letzten Mal an einer WM teilgenommen. Damals hatte Bolivien das Eröffnungsspiel gegen den damaligen Titelverteidiger aus Deutschland bestritten und 0:1 verloren. Jürgen Klinsmann erzielte den einzigen Treffer.
Der deutsche Trainer Franco Foda und Starstürmer Robert Lewandowski werden die WM verpassen. Foda und Außenseiter Kosovo verlor am Abend 0:1 (0:0) gegen die Türkei und schrammte damit an der sensationellen ersten Teilnahme vorbei. Ebenfalls nicht in Amerika vertreten ist Lewandowski, dessen Polen 2:3 (1:2) bei den Schweden verloren.
Auch die Türkei spielt bei der WM in den USA im kommenden SommerFoda und die Kosovaren erspielten sich in einer hitzigen und emotionalen Partie zahlreiche Chancen, belohnten sich aber fünf Tage nach dem spektakulären 4:3 in der Slowakei nicht für den großen Aufwand.
Das Team mit Hoffenheims Stürmer Fisnik Asllani unterlag der Türkei nach einem Treffer von Kerem Aktürkoglu (53.). Für die Türkei ist es nach 1954 und 2002 die dritte WM-Teilnahme. In Gruppe D geht es neben Gastgeber USA auch gegen Australien und Paraguay.
Gyökeres mit entscheidendem Tor gegen Polen
In der spektakulärsten Partie des Abends setzte sich Schweden dank Treffern von Anthony Elanga (20.), Gustaf Lagerbielke (44.) und Viktor Gyökeres (88.) durch. Für Polen waren die Tore von Nicola Zalewski (33.) und Karol Swiderski (55.) nicht genug. Der 37 Jahre alte Lewandowski hat damit seine möglicherweise letzte Chance auf eine WM-Teilnahme verspielt. Gyökeres hatte bereits im Halbfinale drei Treffer erzielt.
Für die Schweden geht es in der WM-Gruppe F gegen die Niederlande, Japan und Tunesien. Neben der deutschen Nationalmannschaft und Europameister Spanien hatten sich auch Belgien, England, Frankreich, Portugal, Kroatien, Norwegen, Schottland, Österreich, die Niederlande und die Schweiz als europäische Vertreter auf dem direkten Weg qualifiziert.
Deutschland bekommt es in der Vorrundenstaffel E mit Ecuador, der Elfenbeinküste und WM-Debütant Curaçao zu tun. Im März-Fenster hat das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann beide Testspiele gewonnen. Auf das spektakuläre 4:3 in der Schweiz folgte ein 2:1 gegen Ghana.
Das Feld der 48 WM-Teilnehmer steht – jetzt gibt es die letzte Chance auf Eintrittskarten für die Spiele. Zweieinhalb Monate vor dem Turnierstart bringt der Weltverband Fifa zum wohl letzten Mal Tickets auf den Markt. Doch das Angebot ist begrenzt, die Nachfrage laut Fifa enorm.
Heute ab 17 Uhr gibt es Rest-Tickets für die WM
Die Last-Minute-Verkaufsphase ist nach aktuellem Stand die letzte Chance auf WM-Tickets und startet an diesem Mittwoch um 17 Uhr. Nach dem Motto „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ kann jeder mit einem Fifa-Konto Eintrittskarten für das Turnier auf www.fifa.com/tickets erwerben.
„Fans sehen sofort, für welche Spiele und Kategorien Tickets verfügbar sind, können ihre Plätze auswählen, den Kauf abschließen und erhalten nach erfolgter Zahlung eine Bestätigung“, teilte der Weltverband mit. Personen, die in früheren Verkaufsphasen Tickets erworben haben, sehen ab jetzt, welche Plätze ihnen zugeteilt wurden.
Fans im Irak feiern die WM-Qualifikation – die Fifa rechnet bei der WM mit Rekordzahlen in Sachen ZuschauernDie Fifa ist zuversichtlich, den Zuschauerrekord von der WM 1994 in den USA zu brechen. Damals strömten nach Verbandsangaben insgesamt 3,5 Millionen Fans in die Stadien. „Allein während der Verkaufsphase mit Zufallsziehung sind mehr als 500 Millionen Bestellungen eingegangen“, hieß es. Es gibt keine genauen Angaben darüber, wie viele Tickets insgesamt bislang verkauft wurden. Zu welchen Preisen die Restkarten verkauft werden, wurde nicht kommuniziert.
Spieltickets gewähren keine Einreise in die Gastgeberländer. Deutsche Staatsangehörige, die zu touristischen Zwecken einreisen, brauchen kein Visum. Für den Trip nach Kanada oder die USA muss vorab allerdings eine elektronische Reisegenehmigung beantragt werden. Für den Aufenthalt in Kanada kostet das sogenannte eTA sieben kanadische Dollar pro Person. Die ESTA-Gebühr für die USA-Reise beträgt 40 US-Dollar pro Person.
Die WM-Gruppen im Überblick:
Gruppe A
Mexiko, Südafrika, Republik Korea, Tschechien
Gruppe B
Kanada, Katar, Schweiz, Bosnien-Herzegowina
Gruppe C
Brasilien, Marokko, Haiti, Schottland
Bundestrainer Julian Nagelsmann trifft mit Deutschland in Gruppe E unter anderem auf CuracaoGruppe D
USA, Paraguay, Australien, Türkei
Gruppe E
Deutschland, Curacao, Elfenbeinküste, Ecuador
Gruppe F
Niederlande, Japan, Tunesien, Schweden
Gruppe G
Belgien, Ägypten, Iran, Neuseeland
Gruppe H
Spanien, Kap Verde, Saudi-Arabien, Uruguay
Gruppe I
Frankreich, Senegal, Irak, Norwegen
Gruppe J
Argentinien, Algerien, Österreich, Jordanien
Gruppe K
Portugal, DR Kongo, Usbekistan, Kolumbien
Gruppe L
England, Kroatien, Ghana, Panama
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