Lothar Matthäus war begeistert. „Stern hinter der Note eins plus. Besser kann man es nicht machen. Er war der Dreh- und Angelpunkt im deutschen Spiel“, sagte der deutsche Rekordnationalspieler bei RTL nach dem 4:3 (2:2) im Testspiel gegen die Schweiz in Basel am Freitagabend über Florian Wirtz.

Wirtz war in der vorletzten Partie der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) vor dem WM-Trainingslager der Spieler, der den Unterschied machte. Der beste Akteur der Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann. In dieser Form braucht Nagelsmann ihn. Zumal Jamal Musiala vom FC Bayern ihm aktuell fehlt und Kai Havertz vom FC Arsenal in Basel glücklos spielte.

Mit seinen zwei sehr schönen Toren und zwei Vorlagen sorgte der Offensivstar vom FC Liverpool für das 4:3 (2:2) und damit für den ersten deutschen Sieg gegen die Schweiz seit 18 Jahren. Die 34.316 Zuschauer im ausverkauften St.-Jakob-Park staunten über die Leistung des 22-jährigen Wirtz. In den sozialen Netzwerken gingen seine Traumtore und einige Kommentare dazu viral, und die Eltern von Florian Wirtz saßen auf der Tribüne und strahlten.

Wirtz versprühte viel Spielfreude. Er traf in der 62. und 86. Minute im neuen blauen WM-Trikot zum deutschen Start-Sieg 2026. Die Entwicklung von Wirtz darf Nagelsmann Hoffnung machen – nach anfänglichen Problemen spielt der Offensivstar auch für Liverpool immer besser. Und zog mit den Engländern gerade ins Viertelfinale der Champions League ein, dort geht es jetzt gegen Paris St. Germain.

Wirtz sagte nach dem Sieg gegen die Schweiz bei RTL: „Wahrscheinlich war das mein bestes Länderspiel. Die Tore waren nicht kompletter Zufall, ich wollte die schon da hinschießen.“

Die Partie mache ihm trotz der drei Gegentore keine Sorgen, „weil wir eine sehr gute Mannschaft haben. Alle drei Tore waren ein bisschen vermeidbar, aber es geht darum, dass wir die Spiele gewinnen.“ Mit Blick auf die WM in den USA, Kanada und Mexiko im Sommer sagte er: „Wir wollen natürlich alle ins Finale kommen und den Pokal nach Hause holen. Jeder weiß, dass es ein harter Weg wird. Ich glaube aber, dass wir uns vor keinem verstecken müssen.“

Montag nächstes Testspiel gegen Ghana

Sehr angetan von der Leistung des Offensivprofis war sein Trainer Nagelsmann. Dieser sagte nach dem Sieg: „Flo hat außergewöhnliche Tore gemacht. Wir wissen, dass er einen brutalen Schuss hat und eine super Kreativität.“ Der Sieg sei verdient gewesen, Wirtz sei generell wie auch Serge Gnabry und Havertz ein Unterschiedsspieler.

Bereits Montag (20.45 Uhr, im Sport-Ticker der WELT) hat Wirtz die nächste Chance zu glänzen – im Testspiel in Stuttgart trifft seine Mannschaft auf Ghana. „Es waren außergewöhnliche Tore von Flo. Sein Engagement als Zehner, als seitlicher Zehner zeichnet ihn aus“, sagte Nagelsmann. „Er ist bereits ein Name im Weltfußball. Wenn er sich das beibehält, wird er über ganz lange Zeit ganz oben stehen bei allen Klubs. Er spielt immer mit der nötigen Power.“

Perfekte Schusstechnik: Florian Wirtz trifft im Spiel gegen die Schweiz

Anschließend gab Nagelsmann Einblicke in seine Arbeit mit Wirtz, gerade während der ersten Monate des Nationalspielers nach seinem Wechsel von Bayer Leverkusen zu Liverpool, die von Kritik geprägt waren. „Er ist bei uns nie schlecht aufgetreten. Es ist ganz normal, dass solche Situationen junge Menschen auch beschäftigen“, so Nagelsmann. „Es war eine Phase, die nicht einfach ist für einen jungen Spieler. Er kannte es nicht, Gegenwind zu kriegen.“

In dieser Phase „haben wir noch enger zueinander gefunden, viele Gespräche geführt. Er hat sich sehr geöffnet. Er ist ein intelligenter und offener Typ, da kommt im Gespräch viel zurück“, berichtete der Bundestrainer. Wirtz könne aus der schwierigen Phase in Liverpool „sehr viel rausziehen. Es gehört zur Persönlichkeitsentwicklung, dass es nicht immer in eine Richtung geht“.

Zum Ende der Pressekonferenz an diesem besonderen Freitagabend in Basel sprach Nagelsmann dann noch die Bewertung von Matthäus für Wirtz an. Der Bundestrainer stimmte der eins Plus mit Sternchen zu: „Wer würde dem Lothar widersprechen wollen?“, sagte er lächelnd.

Julien Wolff ist Redakteur im Sportkompetenzcenter. Er berichtet für WELT seit Jahren über die Nationalmannschaft und wird das Team auch bei der WM als Reporter begleiten. Seit dieser Woche ist er in Basel und war Freitagabend im Stadion.

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