Dressurreiterin Lisa Müller beschäftigt der Stempel Spielerfrau mittlerweile nicht mehr besonders. „Ich habe am Anfang lange versucht, dagegen anzukämpfen und zu sagen: Ich bin mehr, ich kann reiten“, sagte die Ehefrau des 2014er-Fußball-Weltmeisters Thomas Müller bei einer Wahlkampfveranstaltung mit CSU-Oberbürgermeisterkandidatin Melanie Huml in Bamberg. „Inzwischen ist es mir egal.“

Lisa Müller findet es sogar „manchmal ganz amüsant. Ich werde immer für die Dümmste im Raum gehalten. Es ist manchmal auch schön, für das Dummerl gehalten zu werden, dann kann man Menschen mehr beeindrucken, wenn sie mit einem reden.“

Müller ist seit 2009 mit dem früheren Star des FC Bayern München, Thomas Müller, verheiratet. Der ehemalige Nationalspieler spielt seit dem vergangenen Sommer bei den Vancouver Whitecaps in der nordamerikanischen Profiliga MLS. Das Paar führt eine Fernbeziehung.

„Er als Sportler weiß, wie sehr ich für meinen Sport lebe. Ich als Sportlerin weiß, wie sehr er für seinen Sport lebt“, sagte Lisa Müller, die nicht mit nach Kanada gegangen und in Bayern geblieben ist. Sie kümmert sich weiter um das gemeinsame Gestüt Wettlkam. „Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen, dass wir auf zwei Kontinenten weiter arbeiten.“ Es sei auch nie die Frage gewesen, „dass wir unser Gestüt für ein Jahr alleine lassen.“

Lisa Müller: „Ich bin zu viel Schisser gewesen“

Lisa Müller bezeichnet sich selbst als an Wirtschaft und Politik interessiert. Im vergangenen Herbst absolvierte sie sein Schnupperpraktikum im bayerischen Landtag. Die im Landkreis Miesbach aufgewachsene Müller ist nach eigenen Angaben sogar von ihrem Stimmkreis gefragt worden, ob sie nicht als Kandidatin bei den Kommunalwahlen antreten wolle. „Ich bin zu viel Schisser gewesen“, sagte das CSU-Mitglied. „Ich habe mich nicht getraut, weil ich dachte, ich kenne mich zu wenig aus.“

Ehemann Thomas hatte zuletzt im WELT-Interview die Ernsthaftigkeit hinter ihren Politik-Bestrebungen betont. „Ich finde es sehr gut, wie engagiert Lisa ist und sich dort reinarbeitet. Ich unterstütze ihr Vorhaben absolut. Das Thema Politik war bei ihr schon immer sehr präsent, ihr macht es viel Spaß und sie hat einiges drauf. Das Ganze ist kein PR-Gag. Sie ist an den inhaltlichen Themen sehr interessiert“, sagte der Vancouver-Profi.

Mit einem Spruch über die Geschlechterverteilung auf ihrem Gestüt erntete Müller Gelächter der rund 150 Gäste in einer Bamberger Bäckerei. Huml wollte von ihr wissen, ob auch viele Jungs auf dem Gestüt seien. „Bei uns sind sehr viele Jungs mit dabei, aber die haben nicht so viel Interesse an Frauen“, meinte Müller. „Einen Ehemann lernst du da wenig kennen.“

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