Die deutschen Skeleton-Athleten haben Silber und Bronze im erstmals bei Olympischen Spielen ausgetragenen Mixed gewonnen. Susanne Kreher und Axel Jungk, beide schon im Einzel mit Silber erfolgreich, landeten auf Platz zwei.

Jacqueline Pfeifer und Christopher Grotheer, das deutsche Bronze-Duo aus dem Einzel, wurden Dritte. Die beiden waren in der Summe nur eine Hundertstelsekunde langsamer als die deutschen Silbermedaillengewinner. Gold gewannen die Briten Tabitha Stoecker und Matt Weston. „Eine Hundertstel ist gar nichts, das ist natürlich sehr, sehr ärgerlich, Aber wir haben eine Medaille“, sagte die drittplatzierte Pfeifer.

Bei ihrer größten Medaillen-Ausbeute in der Olympia-Geschichte verpassten die deutschen Skeletonis damit den goldenen Schlusspunkt knapp. Die Favoriten Stoecker/Weston aus Großbritannien sicherten sich mit einem Vorsprung von 0,17 Sekunden den Sieg. Im Weltcup hatten die Briten zwei von vier Staffeln gewonnen.

Skeleton-Bilanz weit über Soll

Die bäuchlings und kopfüber den Eiskanal runter fahrenden Athletinnen und Athleten erfüllten damit mehr als nur ihr Soll. Auch wenn es in Peking durch Grotheer und Hannah Neise zwei Goldmedaillen gegeben hatte. „Vier Medaillen schon vor dem Team-Wettbewerb, das ist absoluter Wahnsinn“, hatte Vorstandschef Thomas Schwab vom Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) gesagt.

Zuvor hatte das Rodel-Team mit insgesamt fünf Medaillen, darunter dreimal Gold, abgeräumt. Der BSD, der in den Strukturgesprächen in allen drei Kufen-Disziplinen neun bis elf Medaillen angepeilt hat, bleibt damit schon jetzt der erfolgreichste deutsche Wintersport-Fachverband. Und die erfolgsverwöhnten Bobfahrerinnen und Bobfahrer kommen erst noch.

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Nach den erfolgreichen Einzelrennen hatten die deutschen Skeletonis die Feierlichkeiten im Deutschen Haus extra ausgelassen. „Ich hatte brutal mit Krämpfen zu tun, wir mussten viel Physio machen. Daher war die Devise, zwei Tage die Füße still halten und nach dem Team-Rennen lassen wir es krachen“, sagte Jungk. Familienvater Grotheer betonte nach vielen Verletzungsrückschlägen: „Ich habe ewig nichts getrunken, ich wäre sofort breit.“

Und die mit einem Last-Minute-Ticket zu Olympia gereiste Kreher musste ihr Sensations-Silber erstmal verarbeiten. Die sächsische Skeleton-Pilotin, die wie Rodel-Königin Julia Taubitz aus Annaberg-Buchholz kommt, hatte es „noch nicht ganz realisiert. Es fühlt sich noch wie ein Traum an“, sagte sie. Pfeifer konnte nach Bronze im Team befreit fahren. Das Einzelrennen war „irgendwie ein Kampf für mich.“ Gerettet habe sie vor allem die „mega gute Materialabstimmung. Unser ganzes Team ist da top aufgestellt“.

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Die Taktik, die neuen aerodynamischen FES-Schlitten erst in Cortina zu fahren, ging auf. „Ein großes Dankeschön an unsere Mechaniker und Trainer, die hatten viele schlaflose Nächte zuletzt“, sagte Jungk. Die im Berliner Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) getunten Schlitten wurden erstmals im Wettkampf gefahren. Erst nach dem Weltcup-Finale in Altenberg testeten die Deutschen die Geräte mit verbesserter Aerodynamik. Auch die Anzüge wurden im Windkanal optimiert.

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