Erst Gelächter, dann Wut und am Ende ein Nerven-Krimi – im Curling zwischen Schweden und Dänemark ging es wild zu. In der achten Runde des Frauen-Wettbewerbs bei den Olympischen Winterspielen in Italien wurde es hektisch. Psychospielchen, Provokationen und blanke Emotionen standen auf dem Programm.

Schweden jagte einen wichtigen Punkt, als ein dänischer Stein sich gefährlich hinter einem schwedischen versteckte. Sara McManus versuchte noch zu retten – vergeblich. Dann wurde es hitzig. Dänemarks Denise Dupont rief der Schwedin McManus scheinbar „ermutigend“ etwas zu – als wollte sie beim Wischen helfen. Das dänische Team brach in Gelächter aus.

Der Fernseh-Kommentator Vincent Stenberg sagte: „Solche Dinge bringen Schweden aus dem Gleichgewicht.“

McManus war nach der Partie sichtlich angefressen: „Ich finde das ziemlich unschön. Ein bisschen Trash-Talk ist okay. Aber ich habe ein schlechtes Spiel – da wollte ich ihr einfach nur einen Kopfstoß geben!“ Die Schwedin Sofia Scharback nannte es im Fernsehen eine „widerliche Partie“. Ihre Kollegin Agnes Knochenhauer beschrieb das Gefühlschaos so: „In zehn Runden durchlebt man alle Emotionen. Es ist stressig, von Anfang an.“

Statt weiter auf die Provokation zu reagieren, sammelten sich die Schwedinnen und gewannen das Spiel 6:5. Der Psycho-Trick der Däninnen war verpufft.

Auch bei den Männern kam es zu einem Vorfall, der für Diskussionen sorgt. Im dritten Vorrundenspiel zwischen Kanada und Schweden am Freitagabend gerieten der Kanadier Marc Kennedy und der Schwede Oskar Ingemar Eriksson aneinander. Kennedy sagte mehrfach „Fuck off!“ zu dem Schweden.

Schweden wirft Kanada Regelverstoß vor

Hintergrund: Während des Matches in Cortina d'Ampezzo hatte Eriksson dem Kanadier vorgeworfen, gegen die Regeln zu verstoßen. Es ging um mutmaßlich irreguläre Doppelberührungen, die Kennedy bestritt.

„Wer macht das? Wer? Ich habe das noch nie gemacht“, sagte Kennedy. Auf sein Abstreiten reagierte Eriksson mit der Ankündigung, ihm nach dem Spiel ein Video des mutmaßlichen Regelverstoßes zu zeigen.

Schweden hatte das Spiel recht früh unterbrechen lassen, um einen möglichen Regelverstoß der Kanadier zu überprüfen. Auch Kanada bat darum, die Schweden genau zu prüfen.

Die Curling-Steine müssen vor einer bestimmten Linie losgelassen werden, sind dabei am Griff zu führen. Bei den Winterspielen haben die Steine elektronische Griffe. Lässt jemand ein Stein erst hinter der „hog line“ los, leuchtet rotes Licht für einen Regelverstoß.

„Als Spieler respektiere ich ihn sehr“, sagt Marc Kennedy

Den Schweden aber ging es um die verbotene Doppelberührung. „Wir haben es den Schiedsrichtern gesagt, aber sie haben die Regel falsch ausgelegt“, sagte Eriksson. Der Dachverband World Curling teilte mit, es seien keine Regelverstöße aufgefallen.

Nach Match sagte Kennedy in Bezug auf Eriksson: „Das ist mir scheißegal. Ich habe ihm gesagt, wo er sich das hinstecken soll.“

Eriksson sei vermutlich verärgert über die Niederlage, so der Curler. Für Rekord-Olympiasieger Kanada war es der dritte Sieg im dritten Vorrundenspiel, für Schweden die dritte Niederlage. Kennedy sagte am Ende auch, dass er Eriksson „als Spieler sehr respektiere und nie ein schlechtes Wort“ über ihn verloren habe. Er verstehe nur wirklich nicht, was er sich davon verspricht.

„Wir sind eigentlich alle super gute Freunde, wir kennen sie seit 20 Jahren“, sagte Schwedens Kapitän Niklas Edin nach dem Spiel, das die Kanadier mit 8:6 gewannen. „Daher ist es einfach traurig, dass es zu so hitzigen Diskussionen auf dem Eis gekommen ist, anstatt einfach nur Curling zu spielen.“

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