Er ist der König der olympischen Langlaufloipe. Johannes Hoesflot Klaebo holte an diesem Freitag über 10 Kilometer schon sein drittes Gold bei den Winterspielen Italien. Mit seinem insgesamt achten Olympiasieg zog der 29 Jahre alte Norweger mit den Rekord-Olympioniken Marit Björgen (45), Ole Einar Björndalen (52) und Björn Daehli (58) gleich.

Dass er sie in diesen Tagen noch übertrumpft, gilt mit Blick auf die noch ausstehenden Staffel-Wettkämpfe als extrem wahrscheinlich, zu dominant ist sein Auftreten im Skistadion von Tesero.

Klaebo, der Überflieger. Während für ihn noch drei weitere Goldmedaillen in Tesero möglich sind, war es für Matt Smith das einzige Rennen bei Olympia. Der 35 Jahre alte Südafrikaner zählt zu den Olympia-Exoten und landete mit fast neuneinhalb Minuten Rückstand auf Platz 108. Kurz vor der Zielgeraden überraschte er mit einer gekonnten Drehung.

„Das war das härteste Rennen meines Lebens, ich dachte zwischenzeitlich, ich sterbe“, sagte Smith hinterher im Gespräch mit WELT. Und ergänzte: „Trotzdem ist Sport auch Unterhaltung. Deswegen die kleine Drehung.“

„Ich habe die Kälte gehasst"

Dass der Langläufer aus Kapstadt überhaupt am Start war, ist an sich schon eine Sensation. Denn vor drei Jahren konnte er noch nicht einmal Ski fahren. Sein Weg zu Olympia – purer Zufall. „Ich kam 2022 nach Norwegen, als plötzlich der Winter einbrach. Ich habe die Kälte gehasst, wollte aber draußen Sport machen, also habe ich beschlossen, das zu machen, was dort alle machen: Langlauf“, erinnert sich der frühere Hobby-Triathlet und Marathonläufer (Bestzeit 3:02 Stunden).

Sein erster Trainer war kein Skandinavier, sondern ein mexikanischer Weltcup-Starter. Allan Corona hatte selbst Olympia im Blick – und steckte Smith mit dieser Idee an.

Obwohl er bei seinem ersten Training nur gestürzt sei, erzählte Smith, „und eher eine Gefahr für andere war, bin ich nach Hause und habe mir gedacht: Wenn er sein Land bei den Spielen vertreten will, warum kann ich das nicht auch? Ich habe dann gegoogelt, welche Bedingungen es gibt, und festgestellt, dass mir nur zwei Jahre bis zur Weltmeisterschaft bleiben, die die Qualifikation für Olympia ist.“ Ein abenteuerliches Unterfangen.

Auch wenn Langlauf-Experten ihm sagten, dass die Chance bei 1 zu 1.000.000 liegt, probierte es Smith und nahm seine Fans auf Instagram mit auf den am Ende erfolgreichen Weg. „Das war gut, denn so spürte ich an schweren Tagen immer den Druck, auch ihretwegen nicht aufzugeben.“

An diesem Freitag hatte das Märchen des früheren IT-Unternehmers, der 2020 seine Firma verkauft hatte, sein glückliches Ende – das neben hartem Training und Schmerzen auch ordentlich Geld kostete. Rund 100.000 Euro investierte Smith nach eigenen Angaben in den vergangenen drei Jahren. „Es ist aber auf keinen Fall so, dass ich mich bei Olympia eingekauft habe. Das Geld brauchte ich, um meine Trainer, die Reisen und Trainingslager zu zahlen“, betonte er.

Rückblickend eine lohnende Investition. Denn Smith erlebt in Predazzo wohl eine unvergessene Zeit. Bereits zur Eröffnungsfeier durfte er sein Land als Fahnenträger präsentieren. Als Olympia-Influencer gibt er seinen Fans dazu täglich private Einblicke ins Leben im olympischen Dorf. Vom täglichen Pizza-Test bis zu einem kuriosen Arztbesuch, weil ein Ohrstöpsel sich im Gehörgang festgesetzt hat – das Handy filmt immer mit.

Kein Wunder: Smith hat eine Mission. „Mir geht es nicht darum, dass sich alle meinen Namen merken. Ich möchte aber ein Vorbild sein, als der Südafrikaner, der es zu Olympia geschafft hat – und andere für den Sport begeistern.“

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