Infantinos Worte „entkoppeln den Fußball von der Realität, in der Kinder getötet werden“
Die Ansage von Fifa-Präsident Gianni Infantino, russischen Teams wieder die Teilnahme an internationalen Wettbewerben ermöglichen zu wollen, ist in der Ukraine auf heftigen Gegenwind gestoßen. „Gianni Infantinos Worte klingen unverantwortlich – um nicht zu sagen kindisch. Sie entkoppeln den Fußball von der Realität, in der Kinder getötet werden“, schrieb der ukrainische Sportminister Matvii Bidnyi auf X.
Infantino hatte auf eine Frage des britischen Senders Sky, ob die Fifa ihr Verbot aufheben sollte, geantwortet: „Oh, auf jeden Fall. Das müssen wir. Ja ... zumindest auf Jugendebene. Dieses Verbot hat nichts gebracht.“ Und weiter: „Es hat nur zu mehr Frustration und Hass geführt.“
Die Fifa und die Europäische Fußball-Union Uefa hatten russische Teams von allen internationalen Wettbewerben ausgeschlossen. Formal geschah dies jedoch nicht als Reaktion auf den militärischen Überfall auf die Ukraine, sondern aufgrund der Gefährdung der „Integrität des Wettbewerbs“, wie es in der Fußball-politischen Sprache heißt.
Geht es nach den ukrainischen Politikern, gehört der Ausschluss nicht aufgehoben, ehe der Krieg beendet ist. „Solange die Russen weiterhin Ukrainer töten und den Sport politisieren, haben ihre Flagge und ihre nationalen Symbole keinen Platz unter Menschen, die Werte wie Gerechtigkeit, Integrität und Fairplay respektieren“, schrieb Sportminister Bidnyi weiter.
Moskau begrüßt Infantinos Aussagen
Er erinnerte an „650 ukrainische Sportler und Trainer, die von Russen getötet wurden. Unter ihnen waren mehr als hundert Fußballer.“ Ohne seinen Namen zu nennen, fand auch Außenminister Andrij Sybiha scharfe Worte in Richtung Infantino. „Russland tötet immer mehr Menschen, während moralisch verkommene Menschen vorschlagen, die Sanktionen aufzuheben, obwohl Russland seinen Krieg nicht beendet hat“, schrieb Sybiha auf X.
In Moskau kamen Infantinos Worte hingegen erwartbar gut an. „Die Rechte unserer Fußballer und unserer Nationalelf müssen wiederhergestellt werden, und sie müssen die Möglichkeit erhalten, an internationalen Fifa-Wettbewerben teilzunehmen“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow russischen Nachrichtenagenturen zufolge. Es sei erfreulich, dass solche Erwägungen inzwischen auch bei der Organisation selbst stattfänden. Er begrüße Infantinos Aussagen, sagte Peskow.
Neben Fifa-Präsident Infantino hatte auch Uefa-Präsident Aleksander Ceferin den Ausschluss russischer Jugendteams von offiziellen Wettbewerben kritisch hinterfragt und Lockerungen angeregt. Der Slowene begründete dies damit, dass die junge russische Generation sonst international dauerhaft isoliert werde.
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