Musiala vor Rückkehr in den Kader – Diomande spielt bei den Bayern vor
Die Rückkehr von Jamal Musiala steht unmittelbar bevor. Nach langer Leidenszeit soll der Fußball-Nationalspieler im Bundesliga-Spitzenspiel am Samstag (18.30 Uhr, im Sport-Ticker der WELT) gegen RB Leipzig wieder zum Aufgebot des FC Bayern gehören.
„Wenn du rauskommst aus diesem dunklen Tunnel, dann sind auf einmal die kleinen Sachen toll“, sagte Trainer Vincent Kompany Freitagvormittag auf einer Pressekonferenz in der Zentrale des FC Bayern an der Säbener Straße. „Was ich den Jungs immer empfehle, die aus Verletzungen zurückkommen, ist, dass sie nie vergessen, wie dieses erste Gefühl ist.“
Musiala hatte sich vor einem halben Jahr bei der Klub-WM in den USA beim Viertelfinal-Aus gegen Champions-League-Sieger Paris St. Germain eine schwere Verletzung am linken Bein zugezogen. Neben den Bayern hofft auch Bundestrainer Julian Nagelsmann im WM-Jahr auf eine starke Rückkehr des Nationalspielers. Auch Nationalelf-Kapitän Joshua Kimmich soll gegen Leipzig wieder in die Bayern-Mannschaft zurückkehren. Der Münchner Mittelfeldchef hatte wegen hartnäckiger Probleme am Sprunggelenk einige Spiele ausgesetzt.
Kimmich wäre eine Option, um den Engpass rechts in der Abwehr zu beheben. Durch die Verletzungen von Konrad Laimer (Muskelfaserriss) und Josip Stanisic (Kapselbandverletzung im rechten Sprunggelenk) sowie das Fehlen des krank gemeldeten Sacha Boey fehlen Kompany andere Optionen. Möglich wäre dort auch ein Einsatz von Raphaël Guerreiro oder Tom Bischof. Alternativ könnte Kompany auch die Innenverteidiger Jonathan Tah oder Dayot Upamecano als Notlösung aufbieten.
Auf Leipziger Seite steht Yan Diomande im Fokus. Er hat alles, was einen Superstar des Fußballs ausmacht: überragende Dribblings, einen fantasievollen Torjubel und natürlich einen extravaganten Geschmack in Sachen Mode. Und doch steht der 19-Jährige bei RB Leipzig wohl erst auf einer Zwischenstufe seiner vielversprechenden Karriere.
Gegen Bayern könnte das nächste Level erreicht werden. Denn für Diomande wird es so etwas wie ein Bewerbungsspiel auf großer Bühne. Schließlich ist neben Weltklubs wie Paris St. Germain, der FC Liverpool und der FC Arsenal auch der deutsche Fußball-Rekordmeister sehr an dem Flügelspieler interessiert.
Jubeln wie der Manga-Held Satoru Gojo
„Wie er in den ersten Spielen gespielt hat, würde es mich wundern, wenn kein Top-Verein an ihm Interesse hätte. Es ist logisch, dass diese Vereine aufmerksam werden“, sagt Leipzigs Abwehrchef Willi Orban. Erst vor einem Jahr wechselte Diomande von einer US-Akademie zum spanischen Erstliga-Absteiger Leganés, ein halbes Jahr später zahlte Leipzig bereits 20 Millionen Euro für ihn.
Ein Investment, das sich bereits ausgezahlt hat. Diomande ist neben Bayerns Lennart Karl und Kölns Said El Mala die Entdeckung der Saison, spielt seine Gegner in schöner Regelmäßigkeit schwindelig. Seine bisherige Bilanz: sechs Tore und drei Vorlagen in 15 Bundesliga-Spielen. Sein Selbstbewusstsein ist bereits Bayern-like, in der Persönlichkeitsentwicklung hat er einen großen Sprung gemacht. Das zeigt sich nicht nur modisch mit aufsehenerregenden Jogginganzügen und Mänteln oder im vom Manga-Helden Satoru Gojo inspirierten Torjubel.
Bis 2030 ist der ivorische Nationalspieler an Leipzig gebunden. Er sei jetzt kein Experte in Sachen Vertrag, sagte Orban, doch „das Gute ist, dass er keine Ausstiegsklausel hat“. Oder wie es Leipzigs Sportchef Marcel Schäfer im „Kicker“ ausdrückte: „Da sitzt noch nicht mal jemand auf dem Beifahrersitz. Da sitzen alle auf der Rückbank.“ Heißt: Diomande wird richtig, richtig teuer.
Auch Bayern-Ikone Lothar Matthäus schwärmt von Diomande als „Riesenspieler“, der „ein Kandidat für den FC Bayern“ sei. Allerdings hält der Rekord-Nationalspieler wenig von einem schnellen Wechsel zu den Bayern. „Ich würde Diomande jetzt nicht unbedingt empfehlen, den nächsten Schritt machen zu wollen. So weit ist er meiner Meinung nach noch nicht“, sagte der 64-Jährige.
Wie weit er ist, kann Diomande am Samstagabend zeigen. Dann geht es nicht nur um das persönliche Vorspielen vor den Augen der Bayern-Entscheider. Es geht auch um irgendeine Art von Wiedergutmachung für das Hinspiel. Da kassierte Leipzig ein 0:6, die höchste Niederlage seiner Bundesliga-Geschichte. Und Diomande wurde bei seinem Startelf-Debüt in der Halbzeit ausgewechselt.
Doch der Teenager hat sich entwickelt, ist Schlüsselspieler der Leipziger. So wurde er nach dem enttäuschenden Viertelfinal-Aus beim Afrika Cup am vergangenen Sonntag eigens per Privatjet nach Leipzig gebracht und dann am Mittwoch gegen Freiburg trotzdem nur eingewechselt – damit er gegen die Bayern fit ist.
David Raum: „Wir sind gereift, sind mutiger“
Das Leipziger Team ist nun deutlich gefestigter als zu Saisonbeginn, hat die Naivität aus dem Auftakt abgelegt. „Wir sind eine ganz andere Mannschaft, nicht nur personell“, sagt Kapitän David Raum. „Wir sind gereift, haben noch mal mehr Abläufe gegen den Ball, aber auch mit dem Ball. Wir sind insgesamt mutiger.“
Die Bayern haben allerdings die beste Hinrunde in der Geschichte der Bundesliga gespielt. „Sie sind unheimlich effizient und können einen Gegner auch mal überrollen“, so Orban. „Aber wir werden uns gut vorbereiten und dann schauen wir, was drin ist.“
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