Als zwei Schafe von der Bühne verschwinden, zaubert er sich zum WM-Titel
2001 war es – und er damals zehn Jahre alt. Mit seiner Mutter fuhr Marc Weide an einem Abend im November nach Oberhausen, um sich den Auftritt von US-Zauberer David Copperfield anzuschauen. Die Arena, die 13.000 Zuschauer fasst, war ausverkauft. Copperfield zog das Publikum in seinen Bann. Voller Zauber, voller Magie.
Marc Weide kann sich daran noch gut erinnern. Sehr gut sogar, „denn David Copperfield hat mich während der Show auf die Bühne geholt und ist dann vor meinen Augen verschwunden. Ich war komplett überflutet und völlig fertig mit der Welt“, erzählt der inzwischen 34 Jahre alte Weide in der aktuellen Folge des WELT-Podcasts WELTMeister.
Copperfield, erinnert sich Weide, habe ihn an diesem Abend so fasziniert, „dass ich auf der Rückfahrt zu meiner Mama gesagt habe: ´Mama, das mache ich auch, wenn ich groß bin.´“
Weide hat Wort gehalten. Er ist heute einer der bekanntesten Zauberkünstler Deutschlands – und darf sich seit 2018 auch Weltmeister nennen. Auch wenn der Weg bis zum großen Titel kein einfacher war. Ganz klassisch, so erzählt er im Podcast, habe er angefangen. Mit Kartentricks. Da übe man erste Dinge, erste Griffe. Dann kamen Seile dazu, kleine Bälle, große Bälle – und der Zauberstab.
„Am Anfang geht es erst mal viel um die Sicherheit, die du gewinnen musst. Also darum zu lernen, das Requisit entweder fest in der Hand zu halten, damit zu jonglieren oder damit zu manipulieren“, erzählt Weide. Seine Mutter anfangs immer diejenige, der jeden Trick präsentiert, jeden Fortschritt. „Sie musste sehr oft herhalten. Ich glaube, keine Frau hat in ihrem Leben so oft den Satz gehört, ‚kann ich dir mal einen Kartentrick zeigen.‘ Auf jeder Familienfeier habe ich zwei Kisten zusammengeschoben, mich draufgestellt und Tricks vorgeführt.“
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Weide wird mit den Jahren immer besser. Entwickelt Bühnenprogramme für sich. Er schreibt ein Buch. Er tritt nicht nur im Fernsehen auf, er moderiert auch selbst – von März bis Dezember 2018 etwa das Morgenmagazin „Live nach neun“ in der ARD. Es ist das Jahr, in dem er im Juli in Südkorea an der WM teilnimmt. Zehn Minuten hat er Zeit auf der Bühne. Zehn Minuten, um acht Jury-Mitglieder zu überzeugen. Mit seinen Tricks, mit seiner Bühnenpräsenz, mit seiner Show.
Weide hat 19 Konkurrenzen in seiner Sparte Parlour Magic, welche im Deutschen als Salonmagie gilt. Per Los wird über die Start-Reihenfolge entschieden, Weide ist als Viertletzter dran – und ist aufgeregt. Obwohl er den Tipp bekommt, sich die Konkurrenz nicht anzuschauen, „um dich noch verrückter zu machen“, schaut er dem einen oder anderen Konkurrenten zu. „Denn es macht etwas mit dir. Da waren Leute, die haben richtig große Dinge gemacht. Vor mir ist jemand aufgetreten, der hat einfach zum Ende zwei lebendige Schafe erscheinen lassen.“
Letztlich zeigte sich Marc Weide dennoch unbeirrt davon und sicherte sich den WM-Titel.
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