„In der Halle lag er noch auf dem Mattenwagen, war fast am Kollabieren“
Philipp Raimund war total geschwächt, bei Felix Hoffmann zwickte das Knie. Deutschlands Skisprung-Hoffnungsträger waren froh, als die 74. Vierschanzentournee beendet war. „Ich habe mich einfach scheiße gefühlt. Ich bin voll krank geworden. Ich habe trotzdem auf einem hohen Level performen können“, sagte der angeschlagene Raimund nach dem Springen bei eisiger Kälte in Bischofshofen.
Bundestrainer Stefan Horngacher beschrieb die Szenerie vor dem Wettbewerb so: „In der Halle lag er noch auf dem Mattenwagen, war fast am Kollabieren. Er wollte unbedingt springen und hat es ganz gut gemacht.“
Bei Hoffmann soll es eine MRT-Untersuchung geben. Betroffen ist das linke Knie, in welchem der beste Deutsche immer wieder „stechenden Schmerz“ spürte. Hoffmann beendete die Tournee auf Gesamtrang sechs, Raimund als Achter.
Perspektive der deutschen Skispringer für Skiflug-WM und Olympia ist eher mau
Für das kommende Weltcup-Wochenende in Zakopane sollen die fünf Tournee-Fahrer um Raimund und Hoffmann dabei sein. Die Routiniers Pius Paschke, Andreas Wellinger und Karl Geiger schwächelten während der kompletten Tournee und müssen schnell in Fahrt kommen, weil in zweieinhalb Wochen bereits die Skiflug-WM in Oberstdorf ansteht.
Auf das folgende Japan-Wochenende in Sapporo werden Paschke und Wellinger wohl verzichten. Sie sollen stattdessen in der Heimat trainieren. Für Geiger gilt dies nicht. „Karl will da hinfahren, er muss ja irgendwann mal seine Olympia-Quali schaffen“, sagte Horngacher. Geiger muss dafür entweder einen Platz unter den besten Acht oder zwei Top-15-Ränge einfahren.
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Viereinhalb Wochen vor Olympia in Italien hat Bundestrainer Stefan Horngacher jedenfalls viel Arbeit vor sich, um das Team für die Großereignisse medaillentauglich zu machen. Das Ziel für die Tournee („Dass wir unfallfrei wieder heimfahren - und erfolgreich sind“) erfüllten seine Sportler nur bedingt. Hoffmann und Raimund absolvierten zwar ordentliche Wettbewerbe, konnten mit der von Prevc angeführten Weltspitze aber erneut nicht mithalten.
Für die einstigen Weltklasse-Athleten Wellinger und Geiger geht es aktuell nicht um Medaillen oder Siege – sondern um einen Verbleib im deutschen Weltcup-Team. Weder Wellinger noch Geiger konnten bei der Tournee überzeugen. „Aktuell haben wir zu viele, die vor dem zweiten Durchgang ausscheiden. Das ist die nüchterne Realität“, beschrieb Wellinger. Er selbst zählte bei allen vier Springen zu dieser Gruppe.
Hinter Hoffmann und Raimund gibt es für Olympia nur zwei weitere Plätze, die Paschke, Wellinger und Geiger unter sich ausmachen dürfte. Das Glück von Wellinger (30 Jahre) und Geiger (32) ist, dass sich derzeit keine Talente aufdrängen, ihnen diese Plätze in den kommenden Wochen streitig zu machen.
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