„Je schneller, desto besser“ – Luke Littler stürmt ins Halbfinale und lobt die Fans
Luke Littler ist mit einer Machtdemonstration ins Halbfinale der Darts-Weltmeisterschaft eingezogen. Damit darf der 18-jährige Titelverteidiger bei seiner dritten WM-Teilnahme von seinem dritten Endspiel träumen. Gegen den Polen Krzysztof Ratajski gab der junge Engländer keinen Satz ab und setzte sich maximal deutlich mit 5:0 durch.
Dass die Frage nach dem Sieg schon vor dem Match zur Randnotiz verkommen war, dokumentiert einerseits die Dominanz des Superstars. Zudem gab es aber ein größeres Thema abseits von 180ern und Doppel-10. Die große Frage war, wie die Fans der Nummer eins der Welt begegnen würden und wie Littler nach seinem denkwürdigen Achtelfinale mit einem offen ausgetragenen Disput zwischen ihm und dem Publikum reagieren werde.
Der Abend begann mit Buh-Rufen, die Littler mit schmaler Mimik kommentierte. Sein Walk-on wurde dann allerdings laustark mitgesungen, und anschließend gab es warmen Applaus. Auch vom Spieler zögerliches Händeklatschen in Richtung der Fans. Nein, er traute dem Braten noch nicht. Dann, schon beim Einwerfen, setzte der Alexandra Palace ein Zeichen: „There‘s only one Luke Littler“. Ja, das gefiel ihm. Er zog die Augenbrauen hoch, grinste und schaute gütig ins Publikum. Wer stand hier eigentlich unter wessen Beobachtung?
Luke Littler checkt die 170
Eine Versöhnung kündigte sich an. Und gespielt wurde auch: Littler ließ ein paar Setdarts zum 1:0 aus, um dann im Decider gegen den Anwurf 170 Punkte zu checken. Der Ally Pally stand Kopf – und Littler warf auf der Bühne die imaginäre die Angel aus. Spätestens jetzt war die Beziehung wieder repariert.
Und auch sportlich war alles schnell geklärt. Es war das erste von sieben Legs in Folge für den Superstar. „Er wird immer besser. Beängstigend“, sagte TV-Experte John Part, Weltmeister von 2003 und 2008, im britischen Kommentar.
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Im vierten Satz hatte Ratajski mal drei Darts zum Satzgewinn, gab aber auch diesen Durchgang ab, machte zu viele Fehler und blieb so gegen Littlers B-Game mit einem 100er-Average und einer Doppelquote von 56 Prozent machtlos.
„Hoffentlich spiele ich morgen besser. Ich will immer besser werden“, sagte Littler, der nun auf seinen Landsmann Ryan Searle trifft und sich über die einsetzende Steigerung der Intensität freut. Er möge es, nun jeden Tag zu spielen ohne die langen pausen. „Je schneller ich wieder ran darf, desto besser.“
Abschließend natürlich auch noch eine Frage und ein Satz zum eigentlichen Thema des Tages: „Das Publikum war sehr gut heute Abend. Ein neues Jahr, aber offensichtlich haben wir auch neue Fans. Das war klasse.“
Wenn Lutz Wöckener nicht gerade irgendeinen Sport im Selbstversuch ausprobiert, schreibt er über Darts und Sportpolitik, manchmal aber auch über Abseitiges wie Fußball.
Darts-WM 2026, Ergebnisse
Viertelfinale:
- Ryan Searle (ENG/20) – Jonny Clayton (WAL/5) 5:2 (3:1, 3:0, 3:1, 1:3, 3:2, 1:3, 3:0)
- Gary Anderson (SCO/14) – Justin Hood (ENG) 5:2 (3:0, 1:3, 3:0, 2:3, 3:0, 3:1, 3:0)
- Luke Littler (ENG/1) – Krzysztof Ratajski (POL) 5:0 (3:2, 3:0, 3:0, 3:2, 3:1)
- Luke Humphries (ENG/2) – Gian van Veen (NED/10)
Halbfinale, 2. Januar, 20.15 Uhr:
- Luke Littler (ENG/1) – Ryan Searle (ENG/20)
- Luke Humphries (ENG/2)/Gian van Veen (NED/10) – Gary Anderson (SCO/14)
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