Neun Helfer, die jede Reise entspannter machen
Vor dem Urlaub steht die Anreise. Und die kann ziemlich strapaziös sein. Weil man weder Ruhe noch Ablenkung findet, schwere Beine bekommt und einem schlimmstenfalls auch noch übel wird.
Bestenfalls aber läuft alles ganz entspannt – man sitzt bequem, hat weder Schmerzen noch Unwohlsein und auch noch Unterhaltung dabei. Was dafür im Gepäck sein sollte und was man sonst noch gut auf Reisen gebrauchen kann:
1. Nackenkissen: Entspannteres Dösen
Im Flieger oder Fernbus fallen einem die Augen zu – und wenn man wieder aufwacht, ist da dieses unangenehme Ziehen im Nacken. Ein Nackenkissen kann dem vorbeugen.
„Einfach, weil es den Hals stützt“, sagt Ricarda Seemann, Manualmedizinerin und Expertin der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie. Der Effekt: Nacken und Halswirbelsäule geraten dadurch nicht in eine unnatürliche schiefe Haltung – wobei sie dann Spannungskräften ausgesetzt wären.
Nackenkissen = besserer Schlaf? Empfinden viele so im FliegerBeim Kauf sollte man auf zwei Dinge achten: Das Kissen sollte fest und dennoch anschmiegsam sein – und nicht zu klein. Ansonsten ist es keine Unterstützung für den Nacken. Legt man sich das Kissen um und neigt den Kopf zur Seite, sollte man also recht schnell Kontakt haben und auf dem Stoff aufliegen.
Ein zusammengerollter Pullover oder ein kleines Schmusekissen tun es zwar prinzipiell auch, doch das Nackenkissen hat einen Vorteil: Es verrutscht durch seine besondere Form nicht so leicht – und hilft so beim Entspannen.
Spartipp: Wer sich erst am Flughafen ein Nackenkissen zulegt, zahlt oft viel zu viel. Besser schon vor der Reise bestellen oder im Sanitätshaus um die Ecke vorbeischauen, um sich das passende Kissen zu kaufen.
Fazit: „Wenn man auf einer langen Reise schlafen will, ist das wirklich ein gutes Hilfsmittel“, sagt Ricarda Seemann.
2. Reisestecker: Dauerhaft Strom zapfen
Was haben England, die USA und Australien gemeinsam? Die Sprache. Okay, was noch? Nun, unter anderem auch, dass deutsche Ladegeräte nicht in die dortigen Steckdosen passen. Es braucht Adapter.
Die passenden Kontakte für alle Fälle: Adapter sorgen dafür, dass man auch aus anderen Steckdosentypen Strom ziehen kannSie gibt es für wenige Euro als Einzelstecker für einen ganz bestimmten Steckdosentyp oder als preisintensivere Multistecker mit Kontaktstiften für Stecker aus aller Welt. Welche Steckdosen einem auf Reisen begegnen können, listet die International Electronical Organisation (IEC) für alle Länder auf ihrer Website: www.iec.ch/world-plugs
Fazit: Unverzichtbar in bestimmten Reisezielen, sonst bleibt das Smartphone-Display im Urlaub ziemlich schnell schwarz.
3. Downloads: Daten gegen die Langeweile
Ja, in Zügen, Fernbussen und auch auf immer mehr Flügen gibt es inzwischen WLAN. Doch die Internetverbindung ist längst nicht immer gratis – und oft auch viel zu wacklig, um Podcasts oder gar Serien zu streamen.
Vorbereitung zahlt sich aus: Je nach Abo erlauben viele Streaminganbieter, Serien, Filme oder Musik aufs Smartphone oder Tablet herunterzuladen. So kann man sie offline schauen und ist nicht auf Netz angewiesen.
Fazit: Man muss nur an das Anstoßen der Downloads denken, wenn man noch im heimischen Netz ist oder das Hotel-WLAN zur Verfügung steht. Dann ist man unterwegs gegen stundenlange Langeweile gewappnet.
4. Stützstrümpfe: Wohlbefinden im Bein
Schwere Beine sind eine typische Begleiterscheinung bei langen Flügen oder Busfahrten. Die Kombination aus langem Sitzen und wenig Bewegung lässt Flüssigkeit in den Beinen versacken.
Gegen dieses unangenehme Gefühl können handelsübliche Stützstrümpfe helfen – aus hochelastischem Material gestrickt, üben sie sanften Druck aufs Gewebe aus und helfen dabei, dass etwa das Blut besser zirkuliert.
„Das kann man einfach als Wohlfühlstrumpf nutzen“, sagt Gefäßmedizinerin Katja Mühlberg. Besonders profitieren nach ihrer Einschätzung Menschen, die im Alltag – gerade an heißen Tagen – das Gefühl schwerer Beine kennen.
Schwer anzukriegen und wenig sexy, drücken aber sanft aufs GewebeDavon abzugrenzen sind Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen im Flieger oder Fernbus spezielle medizinische Kompressionsstrümpfe tragen sollten, die einen ganz bestimmten, festgeschriebenen Druck auf das Gewebe ausüben. Etwa, wenn man infolge einer Thrombose oder eines Krampfaderleidens zu Schwellungen neigt.
„Auch Schwangeren raten wir auf langen Reisen in jedem Fall, Kompressionsstrümpfe zu tragen“, sagt die Expertin der Deutschen Gesellschaft für Angiologie.
Fazit: Für manche Reisende sind sie aus medizinischen Gründen notwendig, für viele andere ein Hilfsmittel für mehr Wohlgefühl.
5. Powerbanks: Wattstunden für unterwegs
Unterwegs will man über die Karten-App zum Hotel finden – und plötzlich macht der Smartphone-Akku schlapp. Für solche Fälle sind Powerbanks Gold wert. Sie liefern Strom und retten damit Zeit und Nerven.
Das gilt ebenso, wenn man im Fernbus oder im Zug seine Lieblingsserie anschaut oder sein Ticket digital vorzeigen möchte, der Ladestand des Geräts aber in Richtung null Prozent geht – und keine Steckdose oder USB-Ladebuchse am Sitz ist (oder sie schlicht nicht funktioniert).
Aufpassen muss man bei der Mitnahme von Powerbanks im Flugzeug: Dort dürfen sie generell nur ins Handgepäck, und auch das gilt nur für Modelle, die eine bestimmte Nennleistung nicht übersteigen. Oft liegt die bei 100, mit Genehmigung der Airline auch mal bei 160 Wattstunden.
Powerbanks halten Smartphones, Tablets und Co. unterwegs am LaufenWichtig zu wissen: Bei immer mehr Airlines ist es verboten, die mobilen Akkus an Bord aufzuladen, oder mit ihnen etwa das Smartphone mit Strom zu versorgen. Darüber sollte man sich vorher schlaumachen.
Fazit: Gerade bei längeren Reisen ohne sichere Steckdosenversorgung eigentlich unverzichtbar. Bei Flügen die Regeln zur Mitnahme beachten!
6. Trinkflasche: Nach der Sicherheit auffüllen
Wer schon häufiger geflogen ist, kennt das: Flaschen mit Wasser oder Limo müssen spätestens an der Sicherheitskontrolle weggeworfen werden – Grund sind die strengen Flüssigkeitsregeln. Eine ganz leere Flasche hingegen ist kein Problem. Sie kann mitgeführt und im Sicherheitsbereich am Hahn einfach aufgefüllt werden.
Fazit: Man spart Geld, der Aufwand ist gering – und Durst kein Thema mehr. Auch im Urlaub praktisch.
7. Noise-Cancelling-Kopfhörer: Das Umfeld dimmen
Flugzeugdröhnen, telefonierende Sitznachbarn, Kindergeschrei: Manchmal möchte man die Geräusche auf Reisen einfach ausblenden. Wer gute Noise-Cancelling-Kopfhörer hat, setzt sie in solchen Momenten auf – und hat Ruhe.
Von der nervigen Außenwelt abschirmen: In-Ears mit GeräuschunterdrückungEs gibt zwei Prinzipien: Beim aktiven Noise-Cancelling werden störende Geräusche erkannt und mit einem Gegenschall unterdrückt. Bei der passiven Variante sorgt die Abdeckung des Ohrs durch die Kopfhörer für das Weghalten der Geräusche. Die müssen dafür aber wirklich perfekt sitzen, sonst funktioniert es nicht so, wie man sich das vorstellt.
Fazit: Gold wert, wenn man unterwegs auch in einem wuseligen Umfeld zur Ruhe kommen will. Im Trio mit Schlafmaske und Nackenkissen (siehe oben) die perfekte Ausstattung zum Abschalten.
8. Koffertracker: Kleiner Sender für die Nerven
Man steht an der Gepäckausgabe des Flughafens, doch der Koffer fehlt. Hat man einen kleinen Tracker hineingepackt, reicht nun oft schon ein kurzer Blick aufs Smartphone, um festzustellen: Er ist mitgekommen. Oder: Er ist vermutlich noch am Abflughafen.
Oft sind die Airlines selbst in der Lage, die Koffer dann zuzuordnen und nachzusenden. Wichtig: Am Koffer sollte man Name und Kontaktdaten anbringen – für genau so einen Fall.
Manchmal aber kann der Tracker beim Auffinden dann auch nützlich werden. Airlines haben teilweise Kooperationen mit Anbietern – so können Nutzer von Apples Airtags bei Kofferverlust etwa den Objektstandort des Gepäcks direkt mit vielen Airlines teilen, auch Samsung will so etwas für seine Galaxy Smarttags schrittweise ausbauen.
Fazit: Sie können mitunter beim Auffinden verlorener Koffer helfen. In erster Linie sind die Sender aber eine kleine Beruhigungspille für Reisende.
9. Reisetabletten: Wirkung und Nebenwirkung
Ob im Schiff, im Fernbus oder im Flugzeug: Die Bewegungsreize können dafür sorgen, dass einem übel wird. Der Fachbegriff für die Reisekrankheit heißt nicht ohne Grund Kinetose – vom griechischen „kinein“, was Bewegung heißt. Auf die Schnelle kann es helfen, nach vorn oder aus dem Fenster zu blicken.
Auch der Sitzplatz spielt eine Rolle. „Im Auto ist der Beifahrersitz meist günstiger als die Rückbank, im Flugzeug Plätze über den Tragflächen, auf dem Schiff möglichst mittig und nahe der Wasserlinie“, sagt Markus Frühwein von der Deutschen Gesellschaft für Reisemedizin.
Die Ursache für die Symptome: Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr registriere Bewegung, während die Augen etwas anderes wahrnehmen, zum Beispiel ein Buch im Auto oder eine Kabine auf einem Schiff. „Diese widersprüchlichen Informationen passen für das Gehirn nicht zusammen.“ Die Folge: Man fühlt sich schlecht, neben Übelkeit sind auch Schwindel und Kopfschmerzen typische Anzeichen einer Kinetose.
Wer vorbeugen will, kann auf Medikamente setzen. Das seien zum einen Antihistaminika wie Dimenhydrinat oder Diphenhydramin, erklärt der Arzt. Sie gibt es meist rezeptfrei als Tabletten oder Kaugummis und sie wirken laut Frühwein recht zuverlässig. Allerdings können sie müde machen. Auch Mundtrockenheit oder leichte Benommenheit seien möglich.
Zum anderen gibt es verschreibungspflichtige Pflaster mit Scopolamin. Sie werden hinter das Ohr geklebt und geben den Wirkstoff langsam ab. „Es wird nur alle drei Tage gewechselt und eignet sich damit besonders für längere Reisen, etwa auf einem Schiff“, sagt Frühwein. Auch hier können Nebenwirkungen auftreten, vor allem Mundtrockenheit oder Sehstörungen.
Fazit: Helfen das Weglegen des Buches und der Blick aus dem Fenster nichts mehr, ersparen Reisetabletten einem vielleicht den Griff zur Spucktüte. Die Nebenwirkungen sollte man aber nicht außer Acht lassen.
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