Es gibt gute Gründe, auf Heißgetränke im Flieger grundsätzlich zu verzichten. Kaffee oder Tee? Nein, danke. Viele Passagiere verschmähen unterwegs wohlweislich die Bord-Plörre.

Sie schmeckt normalerweise fade, bestenfalls mittelmäßig, oft bitter und so abgestanden wie aus einer ungereinigten Thermoskanne. Der Aromaverlust liegt nicht nur an dem verringerten Geschmackssinn durch Kabinendruck, trockene Luft und Flughöhe, sondern auch und vor allem an der Zubereitung.

Da können Airlines, von British Airways bis Swiss, noch so viele Kaffee- und Teesorten offerieren, ob frisch gemahlen oder als Kapsel, ob Bio oder First Flush, und sogar extra für Flughöhen komponierte Kaffeemischungen anbieten (wie etwa bei Alaska Airlines), sie kochen klassenübergreifend doch allesamt mit dem gleichen Wasser.

Wasser aus dem Tank verkeimt

Airlines verwenden grundsätzlich zur Zubereitung von Kaffee und Tee Leitungswasser aus dem Tank – und das kann trotz Erhitzung bedenklich sein.

Zumindest auf Flügen innerhalb der USA: Das gemeinnützige „Center for Food as Medicine and Longevity“ warnt in seiner „Airline Water Study 2026“ ausdrücklich davor, Tee und Kaffee an Bord eines Flugzeuges zu ordern und empfiehlt, nur Wasser aus versiegelten Flaschen zu trinken.

Es hat von 2022 bis 2025 mehr als 35.000 Wasserproben von 21 US-Fluggesellschaften überprüft. Davon fielen immerhin 949 Proben (2,7 Prozent) positiv auf coliforme Bakterien aus, was auf eine mögliche Kontamination und das Vorhandensein krankheitserregender Organismen hindeutet.

„United Express“ betroffen

Zusätzlich wurden 32 Überschreitungen der Grenzwerte für die Bakterien E. coli festgestellt, die als Indikator für eine fäkale Belastung des Leitungswassers gelten. Während die großen Fluggesellschaften United, Delta Air Lines und American Airlines glimpflich davonkommen, haben regionale Anbieter wie Mesa Airlines oder auch Commute Air, das unter dem Namen „United Express“ viele Flüge zu den Drehkreuzen von United anbietet, gehäufte Hygieneprobleme.

Das stellt auch die US-Umweltschutzbehörde EPA (Environmental Protection Agency) fest. Sie überwacht die Wasserqualität an Bord. So waren bei Commute Air allein im Jahr 2025 von 88 eingereichten Proben 28 bedenklich.

Als Auflage werden dann die Leitungen, Schläuche und Wassertanks so lange desinfiziert und chemisch behandelt, bis sie wieder frei von coliformen Bakterien sind. Ob das dem Kaffee- oder Teewasser an Bord guttut, sei dahingestellt.

Deutsche Trinkwasserverordnung

Hierzulande muss man sich beim Leitungswasser in Flugzeugen weniger Sorgen machen. Es muss der deutschen Trinkwasserverordnung entsprechen, wird zum Beispiel bei Lufthansa turnusmäßig zwischen 90 und 180 Tagen beprobt und von den Gesundheitsämtern überprüft.

Trotzdem schmeckt der Kaffee oder Tee auch nur mittelmäßig. Denn auf die Idee, als Service frisches Wasser aus versiegelten Flaschen für eine Tasse Tee oder Kaffee zu brühen, ist leider noch niemand gekommen.

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