Paris für Kosmopoliten: „Le Grand Mazarin“

Schon vor der Eingangstür fällt die Uniform der Mitarbeiter auf: Der freundliche Herr, der ankommenden Gästen das Gepäck abnimmt, trägt eine tief purpurrote Livrée, die zugleich nostalgisch und glamourös wirkt. Im Empfangsraum überrascht die nächste Farbe mit jadegrünen, in sich gemusterten Stofftapeten, einer plissierten, farblich passenden Decke und einem ebenfalls jadegrünen Check-in-Tresen aus Keramikfliesen.

Das „Le Grand Mazarin“ ist das erste Pariser Hotel der Gruppe der Maisons Parienté, die bereits mit einigen schicken Hotels in französischen Urlaubsregionen auf sich aufmerksam gemacht hat. Es passt in das Viertel, in dem es steht: Wie das Marais ist „Le Grand Mazarin“ künstlerisch und kosmopolitisch, eklektisch und extravagant.

Die Salons und Lounges punkten mit Trompe-l’œil-Malereien, die rund 60 Zimmer und Suiten mit eigens für das Hotel angefertigten Tapeten der historischen Weberei Art de Lys. Die Manufaktur Pinton 1867 lieferte orientalisch anmutende Teppiche, die Maison Pierre Frey ausgefallene Stoffe, die irgendwie immer zu den pastellfarbenen Wänden, sonnenblumengelb lackierten Holzschränken und Sesseln mit bunten Bordüren, Rüschen oder Fransen passen.

Ein besonders mutiger Mustermix prägt die intime Cocktailbar und das Restaurant „Boubalé“ mit levantinisch-polnisch-aschkenazischer Küche. Die altmodisch anmutenden, handbemalten Teller und Schüsseln würde man am liebsten mitnehmen.

Infos: Doppelzimmer ab 520 Euro; legrandmazarin.com

Mitten in Mailand: „Galleria Vik Milano“

Lage, Lage, Lage: Besser geht es in Mailand kaum. Das Hotel „Galleria Vik Milano“ bespielt vier Etagen eines Seitenflügels der berühmten Galleria Vittorio Emanuele. Viele der 88 Zimmer und Suiten schweben direkt über der eleganten Einkaufspassage aus dem 19. Jahrhundert, einige haben sogar schmale Balkone mit Blick auf die imposante Glaskuppel.

Doch das ist nur eine der Besonderheiten des zu den Small Luxury Hotels gehörenden Hauses. Die andere ist dessen einzigartige, farbenfrohe und kunstvolle Einrichtung. Jedes der großzügigen Zimmer ist anders und wurde als ortsspezifische Kunstinstallation von italienischen und internationalen Künstlern gestaltet.

Mal schimmern die Wände aus Stucco Veneziano in 20 verschiedenen Farbvarianten, mal sind sie mit exotischen Blumen- und Vogeltapeten oder mit Chinoiserien bedeckt. Manche Marmorbäder sind wild bemalt, andere geometrisch gemustert. Überall, auch im Eingangsbereich, in den Gängen und Salons, setzen großformatige Gemälde und Fotografien Akzente.

Im Restaurant weiß man kaum, wohin man zuerst schauen soll: aus den Fenstern auf die Galleria, auf den Raum mit bunten Designermöbeln oder auf die Teller mit feinster italienischer Küche.

Infos: Doppelzimmer ab 374 Euro, galleriavikmilano.com

Bayrische Opulenz: Hotel „Münchner Kindl“

Zehn Suiten, sechs Zimmer, eine kleine Wellnessoase auf dem Dach und mehrere schicke Lounges – das Hotel „Münchner Kindl“ wirkt eher wie ein eleganter Privatclub als wie Münchens jüngstes Boutiquehotel.

Das denkmalgeschützte Gästehaus aus dem 18. Jahrhundert steht im Herzen der Altstadt und überrascht mit einer selbst für Bayern bemerkenswerten Opulenz – vor allem in den Privatgemächern der Gäste.

Das Interieur mit seinen kräftigen Farben, eleganten Stoffen und vielfältigen Mustern spiegelt die Exzentrik König Ludwigs, den Expressionismus des Blauen Reiters und den Glamour der Münchner Schickeria der 1980er-Jahre wider. Jedes Zimmer ist anders und individuell gestaltet.

Ein Teppich, der auch Schloss Nymphenburg schmücken könnte, trifft auf expressionistische Werke und klassizistischen Stuck. Eine grüne Wandverkleidung, wie sie in alten Bierstuben üblich war, grenzt an einen avantgardistischen Teppich und an ein Deckengraffiti, das sich als Hommage an die Münchner Street-Art-Szene der frühen 2000er-Jahre versteht. Gäste werden mit einem Kir Royal begrüßt, es gibt eine schicke „Honesty Bar“ und jede Menge guter Restaurants in der Umgebung.

Infos: Doppelzimmer ab 413 Euro, hotelmuenchnerkindl.de

50er-Jahre-Eleganz in Wien: „The Hoxton Vienna“

Nur einen Katzensprung vom malerischen Wiener Stadtpark entfernt steht das marmorverkleidete Gebäude aus den 50er-Jahren, in dem früher die österreichische Wirtschaftskammer residierte. Heute sitzen hier Gäste bei gutem Wetter auf der Terrasse und trinken Kaffee.

Dahinter wurde eine hohe, lichtdurchflutete Lobby in ein schickes Wohnzimmer verwandelt. Mit poppigen Mid-Century-Sesseln und Sofas in Orange und Korallenrot, originalem Terrazzoboden, cremefarbenen Fliesenwänden und abstrakten Kunstwerken erinnert es an die Ursprünge des unter Denkmalschutz stehenden, gut 70 Jahre alten Gebäudes.

Mintgrüne Gänge führen zu den knapp 200 Zimmern, die ebenfalls die Ästhetik der 50er-Jahre widerspiegeln: Helle Wände, salbeigrüne Decken und passende Plüschkopfenden an den Betten, zartrosa Lampen sowie geometrisch gemusterte Vorhänge und Teppiche werden durch Kunstdrucke und farbenfrohe Fotos von Wiener Sehenswürdigkeiten ergänzt.

Besonders gelungen ist das Bistro „Bouvier“ – ein eleganter Raum in Rosa und Rot mit samtigen Sitzgelegenheiten und Art-déco-Akzenten. Das Design setzt sich in der Dachterrassenbar „Caya Coco“ fort: Karibische Farbtöne, Lounge-Sessel mit Pflanzenprint, geflieste Wände und Rattanmöbel vermitteln Havanna-Flair, aber mit Panoramablick auf die Kirchtürme und Kuppeln von Wien.

Infos: Doppelzimmer ab 149 Euro, thehoxton.com/vienna

London sympathisch-schräg: „Broadwick Soho Hotel“

London ist ein spezielles Pflaster – das wirkt sich auch auf die Hotellandschaft aus: Keine Idee scheint zu verrückt, um umgesetzt zu werden. Im Fall des „Broadwick Soho“ trifft quasi das Studio 54 auf das Stadthaus der Patentante. Die Tante hat in ihrem bewegten Leben eine Menge verschiedener Dinge gesammelt. Alles wirkt ein wenig schräg, leicht verstaubt, aber sehr sexy – genau wie der Stadtteil Soho selbst.

Hinter der roten Eingangstür des Ende 2023 eröffneten Hotels beginnt eine Welt aus verspiegelten Decken, Onyx-Theken sowie Textilien mit Leopardenmuster und Tapeten, die mit Großkatzen bedruckt sind. In den 57 Zimmern überrascht mal ein Bett, das in bronzenen Handflächen steht, mal eine Minibar aus Messing in Form eines Elefanten, die von Handwerkern aus Jaipur speziell für das Hotel angefertigt wurde.

Es gibt opulente Kronleuchter, Schränke, die mit Reproduktionen antiker Wandteppiche bedeckt sind, kirschrosa Lampenschirme, Fransen-Poufs, Vintage-Sessel und rosafarbene Papageien, die über grün-goldene Vertäfelungen spazieren.

Wer hier kein Zimmer gebucht hat, sollte wenigstens das Restaurant besuchen: „Dear Jackie“ lockt mit purpurroten Wänden, gemusterten Sitznischen, kunstvoll bemalten Keramiktischen und moderner italienischer Küche.

Infos: Doppelzimmer ab 468 Pfund/535 Euro, broadwicksoho.com

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