Wohin geht die nächste Reise? Fünf angesagte Reiseziele für 2026
Reisen 2026, das kann gleichzeitig Langsamkeit, Bewusstsein und Begegnung heißen. Trends zeigen: Wer sich auf den Weg macht, will länger bleiben, regionaler reisen und nachhaltiger denken. Fernziele müssen dabei nicht verschwinden, sie werden neu bewertet. Wer fliegt, bleibt länger. Wer unterwegs ist, wählt Züge, lokale Anbieter und kleine Unterkünfte. Das Interesse an weniger bekannten Destinationen wächst. Auch sogenannte Micro-Retirements nehmen zu, verlängerte Karrierepausen für ausgedehntere Trips – das zeigt etwa der Explore Worldwide Report, der jährlich von dem britischen Reiseunternehmen Explore Worldwide herausgegeben wird, das sich auf kleine Gruppen und maßgeschneiderte Aktiv- und Abenteuerreisen rund um die Welt spezialisiert hat.
Japan: Entschleunigung statt Schnelligkeit
Japan ist eine High-Speed-Destination, aber ebenso das Land der Langsamkeit. Der schwächere Yen macht Japan für internationale Reisende erschwinglicher, während die kulturelle Vielfalt – von Kulinarik und Kulturerbe bis zu Anime und Popkultur – das Interesse weiter antreibt.
Wer nachhaltig reisen will, ist dort richtig: Das Bahnnetz gilt als eines der besten der Welt, mit dem Shinkansen lassen sich Hunderte Kilometer in wenigen Stunden zurücklegen, ganz ohne Inlandsflug. Statt auf einen Städtetrip zu setzen, lohnt sich eine Bahnreise quer durchs Land, mit Stopps in kleinen Ryokans, traditionellen Gasthäusern mit Onsen und Tatami-Zimmern.
Die Kombination aus Effizienz und Achtsamkeit prägt das neue Japanerlebnis. Viele Regionen fördern sanften Tourismus, von dem lokale Gastgeber, Handwerker und Bauern profitieren. Die Japan National Tourism Organization hebt nachhaltige Unterkünfte wie das „Treeful Treehouse Sustainable Resort“ in Okinawa hervor, das CO₂-negativ arbeitet, sowie Zero-Waste-Hotels wie das „Hotel WHY“ in Kamikatsu. Infos: japan.travel/de/de
Italien: Weniger Rom, mehr Apulien
Italien bleibt Sehnsuchtsland, aber 2026 wird es neu entdeckt: weniger Rom und Florenz, dafür mehr Apulien und Basilikata. Der Explore Worldwide Report zeigt, dass Reisende zunehmend sekundäre Städte und ländliche Regionen über spezialisierte Wandertouren erkunden, statt klassisches Städte-Sightseeing zu betreiben.
Der Trend geht klar Richtung Slow Travel: Anreisen per Bahn, Unterkünfte in Agriturismi, Besuche bei Produzenten, die Wein und Olivenöl direkt vor Ort herstellen. Diese Art des Reisens bringt etwas zurück, was zunehmend verloren geht – Zeit, Gespräche, Genuss mit Geschmack. In Apulien etwa lassen sich alte Trulli-Häuser als nachhaltige Gästehäuser erleben, kleine Familienbetriebe empfangen Gäste auf den Äolischen Inseln.
Regionen wie Südtirol mit Bozen oder Trient können als Vorbilder für nachhaltige Tourismuswirtschaft dienen. Der neue Luxus ist nicht das Sehen, sondern das Bleiben. Wer mit dem Zug bis Bari fährt und dort in einem Agriturismo mit Meerblick wohnt, braucht kein Fünf-Sterne-Hotel, sondern gutes Brot, Wein und das Meer. Infos: italia.it/de
Kroatien: Kleine Inseln statt großer Städte
Kroatien bleibt auch 2026 ein beliebtes Sommerziel, doch es geht auch stiller. Weniger Party, mehr Präsenz. Während die großen Städte wie Dubrovnik oder Split sich zunehmend mit Overtourism auseinandersetzen, öffnen sich kleine Häfen, Inseln und Fischerdörfer für stillere Formen des Tourismus.
Ein gutes Beispiel ist das Inselhüpfen in der dalmatinischen Küstenregion von Sibenik über Hvar bis nach Vis. Fähren verbinden die Inseln regelmäßig, ein Auto braucht man nicht. Wer hier reist, schläft in kleinen Pensionen, isst Fisch vom Grill, fängt mit dem Wirt Unterhaltungen an.
In Kroatien hat eines der nachhaltigen Tourismus-Observatorien der UN-Welttourismusorganisation (UNWTO) seinen Sitz: das Croatian Sustainable Tourism Observatory (Crosto). Es prüft kontinuierlich den nachhaltigen Tourismus in der Adriaregion.
Die Bemühungen des Landes um Nachhaltigkeit wurden bereits vor gut zehn Jahren durch den Etis Award ETIS-Auszeichnungen der Europäischen Kommission für nachhaltigen Tourismus (European Tourism Indicator System), für die Stadt Mali Losinj gewürdigt. Das kroatische Tourismusministerium betont eine strategische Neuausrichtung auf ganzjährigen Tourismus, höherwertige Dienstleistungen und ausgewogene regionale Entwicklung. Infos: croatia.hr/de-de
Neuseeland: Weit weg, aber bewusst
Gut, hier ist ein größeres Reisebudget nötig. Doch Neuseeland ist das Fernreiseziel schlechthin. Zwischen Fjorden, Regenwäldern und Vulkanen wandelt sich der Trend vom Roadtrip-Marathon zum kontemplativen Bleiben.
Lodges und Eco-Retreats im Süden der Südinsel bieten Aufenthalte inmitten von Naturreservaten, bei denen Gäste aktiv am Naturschutz teilnehmen können, Baumpflanzungen und Wildtierbeobachtung inklusive. Infos: newzealand.com/de
Sri Lanka: Erholung mit grünem Vorzeichen
Sri Lanka erscheint 2026 wieder neu auf der Weltkarte. Nach schwierigen Jahren erholt sich der Tourismus und mit ihm wächst das Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung. Die Sri Lanka Tourism Development Authority (SLTDA) fördert aktiv Ökotourismus und gemeindebasierte Projekte, wobei die Tourismusankünfte 2025 die Zwei-Millionen-Marke überschritten haben.
Die Insel bietet eine Mischung an, die kaum anderswo zu finden ist: Teeplantagen, tropische Strände, alte Königsstädte, Safaris und Ayurveda. Wer mit dem Zug von Colombo ins Hochland fährt, erlebt eine der schönsten Bahnstrecken Asiens, vorbei an Nebelwäldern und Wasserfällen. Bahnfahrt statt Inlandsflug, Homestay statt Resort. Infos: srilanka.travel
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