Taschendiebe lieben die gleichen Plätze und Situationen wie Touristen. Dort, wo sich die Massen einfinden, zum Beispiel an bekannten Sehenswürdigkeiten, wird es unübersichtlich. Und Unübersichtlichkeit führt zu Gelegenheiten. Und Gelegenheiten? Die machen bekanntlich Diebe.

Damit der Urlaub ohne böse Überraschungen bleibt, genügt oftmals ein wenig Vorbereitung und Wachsamkeit, denn Diebe rechnen fast immer mit der Sorglosigkeit ihrer Opfer und dass diese abgelenkt sind, wenn es etwas zu sehen und bestaunen gibt.

Bei längeren Stadtbummeln bewähren sich nach wie vor körpernahe Taschen oder Crossbody-Taschen für Wertsachen, und auch wenn es uncool aussieht: Rucksäcke mit Wertsachen darin sollten in engen Situationen wie in U-Bahn oder Bus vor dem Körper getragen werden. 

Gut ist es auch, sich vor Reiseantritt über Taschendiebstahltricks am Zielort zu informieren. Dazu geben auch örtliche Polizeidienststellen Auskunft.

Diese Tricks sollten Städtereisende generell kennen. 

Große Scheine klein machen

Ein Passant bittet darum, eine Banknote zu wechseln oder um passendes Geld für den Parkautomaten. Wer dann freundlich zum Portemonnaie greift und nach dem Gewünschten sucht, vielleicht sogar noch auf Scheine oder passende Münzen zeigt, riskiert, dass ihm blitzschnell das Geld entrissen wird.

Besser, man macht es so: Scheine vorher in Münzen wechseln und Klimpergeld aus der Hosentasche holen, anstatt den ganzen Geldbeutel.  So muss die Vorsicht nicht die Hilfsbereitschaft aushebeln.

Freundliche Helfer am Automaten ignorieren

Automaten, ob Geld- oder Parkautomaten im Ausland, können es in sich haben. Nicht immer kann die Sprache auf Deutsch oder Englisch umgestellt werden, und so ist manch einer für das Hilfsangebot eines freundlichen Passanten dankbar.

Am Geldautomaten ist das besonders kritisch. Schnell ist zumindest die PIN gemerkt oder der Helfer im schlimmsten Fall mit dem Bargeld aus dem Automaten davongelaufen. Andere Masche: Ein Komplize nutzt den Moment der Ablenkung und nimmt Handtasche oder Geldbeutel an sich. Um solches zu vermeiden, sollte man doch lieber zum nächsten Automaten gehen, den man allein bedienen kann.

Kühlen Kopf bewahren, auch wenn das Baby fliegt

Mit der instinktiven Hilfsbereitschaft der Betroffenen kalkuliert dieser besonders erschreckende Trick. Eine Mutter wirft förmlich ihr Baby – eine gut gemachte Puppe – weg, das die Zielperson natürlich spontan auffangen möchte.

In diesem Moment der völligen Konzentration auf das zu rettende „Baby“ kommen dem „Retter“ seine Habseligkeiten abhanden. Unvorbereitet ist man gegen diesen Trick beinahe hilflos ausgeliefert. Doch ihn zu kennen kann helfen: Sollte man zu zweit unterwegs sein, ist es gut, wenn zumindest einer kühlen Kopf bewahrt und auf Wertsachen achtet. 

Schreck- und Überraschungsmomente werden ebenfalls genutzt, indem jemand einen Unfall vortäuscht. Auf einmal ist mit viel Getöse ein dramatischer Sturz zu sehen und zu hören, womöglich ruft jemand um Hilfe, er sei bestohlen worden. Instinktiv dreht man sich um, wobei die Komplizen des vermeintlich Gestürzten oder Beraubten blitzschnell Geld oder Tasche ergreifen und davonrennen.

Bei Anruf Skepsis – meldet sich da wirklich die Rezeption?

Endlich angekommen, endlich im kuscheligen Hotelbett kommt der vermeintliche Anruf von der Rezeption ausgesprochen ungelegen. Es gäbe Probleme mit der hinterlegten Kreditkarte und ob man diese doch bitte schnell noch einmal durchgeben könne.

Man wolle schließlich keine Umstände bereiten und den Gast erneut an die Rezeption bitten. Das wäre jedoch der sichere Weg, dem Betrug vorzubeugen. Denn natürlich kommt der Anruf in den seltensten Fällen tatsächlich von der Rezeption.

Fake-Geschichten am Bahnsteig trotzen

Zu den Ankunftszeiten internationaler Züge kann es passieren, dass ein aufgelöster Reisender gezielt auf einen frisch ausgestiegenen Passagier zueilt und ihm in dessen Muttersprache und dramatisch gestikulierend eine schauerliche Geschichte erzählt.

Dass er all sein Hab und Gut verloren habe, nun mit nichts dastünde und nicht mal mehr Geld für eine Fahrkarte in die Heimat habe. Ob man wohl ein paar Münzen oder kleine Scheine erübrigen könnte? Geld, Ticket und Ausweis, natürlich auch alle Karten seien ja nun weg.

Fast immer ein perfider Psychotrick, der mit dem Mitleid kalkuliert! Spätestens, wenn man denselben Mann bei der Abreise am Bahnsteig wieder sieht, wie er anderen seine Geschichte auftischt, wird dies klar.

Plötzliche Umarmungen abwehren

Wie schön, wenn man im Urlaub überraschend Freunde trifft und sich in die Arme fällt. Aber halt, wer war das denn nochmal gleich, der einen hier stürmisch-innig umarmt? Höchstwahrscheinlich ein Unbekannter mit böser Absicht.

Bis der herzliche Umarmer einen wieder frei- und die vermeintliche Verwechslung zugibt, ist man ebenfalls schnell seiner mobilen Habseligkeiten beraubt. Gegenmaßnahme: Läuft jemand strahlend auf Sie zu, sofort Hände auf die Taschen, und setzt er zur Umarmung an: Stopp rufen.

Vorsicht vor Hilfsbereitschaft beim Erinnerungsfoto

Der Fototrick funktioniert auf zweierlei Art und Weise. Ein Passant wird gebeten, ein Foto von einer Gruppe zu machen. Bei der Übergabe des Fotoapparates oder Smartphones fällt dieses zu Boden und geht kaputt. Nun soll der freundliche Helfer dafür aufkommen und geht in diesem Trubel auch noch seiner Habseligkeiten verlustig.

Andersherum verläuft der Fototrick, wenn ein Passant scheinbar freundlich anbietet, ein Bild von einem vor einer Sehenswürdigkeit zu schießen und dann mit dem teuren (entsperrten!) Smartphone und schlimmstenfalls persönlichen Daten abhaut. Ein Hoch auf den Selfiestick.

Sich vom durchsichtigen Becher nicht beirren lassen

In Großstädten wie Paris, London oder Rom, wo die Straßen oft eng sind und das Gedränge groß ist, ist dieser Trick sehr beliebt: An einer unübersichtlichen Stelle wird ein durchsichtiger Becher mit ein paar Münzen so platziert, dass ihn Passanten leicht übersehen und umstoßen.

Der Besitzer des Bechers wehklagt laut, der Unachtsame schämt sich und hilft, die Münzen aufzusammeln. Während dieser Ablenkung nimmt ein Komplize Portemonnaie, Handy oder gleich die ganze Tasche an sich. Am besten freundlich entschuldigen, Tasche festhalten und weitergehen. 

Ablenkung ist auch beim Schmutztrick Komplize der Gauner. Am Bahnhof oder auch auf der Straße läuft einem ein scheinbar hilfsbereiter Mensch hinterher und macht auf Flecken an der Schulter oder am Rücken aufmerksam. Dreht man sich um oder zieht die Jacke aus, sind Geld oder Tasche auch schon weg. Bietet der scheinbare Freund gar an, einen in seine Wohnung in der Nähe mitzunehmen, damit man die Flecken auswäscht, ist allerhöchste Vorsicht geboten. 

Schmuckstücke nicht annehmen

Dieser Trick zielt, wie die meisten, auf eine menschliche Schwäche ab. Der ahnungslose Städtebummler wird von einer aufgeregten Person angehalten, die ihm ein Schmuckstück zeigt, das man angeblich verloren hat.

Meist handelt es sich um schwere, goldene Stücke. Eventuell nimmt der so überrumpelte scheinbare Glückspilz es an sich in dem Gedanken, der Besitzer ließe sich in dem Gedränge ohnehin nicht mehr ausfindig machen oder um es bei der Polizei abzugeben. Damit rechnen die „Finder“ und fordern einen ordentlichen Finderlohn. Am besten gar nicht annehmen.

Altbekannter Hütchenspielertrick

Dieser alte Trick mit den vielen Varianten funktioniert immer noch. Und auch er spielt mit einer menschlichen Schwäche, der Eitelkeit. Ein kleiner Gegenstand, zum Beispiel eine Erbse, verschwindet unter einem der drei Becher. Diese werden blitzschnell hin- und hergeschoben und dann muss erraten werden, unter welchem der Gegenstand ist.

Aus dem Publikum meldet sich ein Zuschauer, zeigt auf einen Becher und hat recht. Scheinbar ärgerlich übergibt ihm der Spieler den Wetteinsatz in respektabler Höhe. Das passiert auch beim zweiten Mal, der Spieler ist scheinbar verzweifelt. Möchte man dann selbst mitspielen, ist es erstaunlicherweise immer der falsche Becher. Kein Wunder, die Spieler arbeiten meist mit ein oder zwei Komplizen, die scheinbar interessiert stehen bleiben und ihr Glück versuchen.

Rosen und Freundschaftsbänder: Nein, danke!

Ein strahlend lächelnder Mensch kommt auf arglose Touristen zu und bietet ihnen eine Rose, weil sie so „in love“ sind oder ein Freundschaftsarmband als Erinnerung für diesen unvergesslichen Moment. Schnell ist die Rose in die Hand gedrückt, das Armband übergestreift. Und auf einmal handelt es sich nicht mehr um ein Geschenk. Der „Beschenkte“ soll sich erkenntlich zeigen. Auch dies ist lediglich ein Ablenkungsmanöver, währenddessen wechseln Handtasche, Geldbörse oder Handy den Besitzer. Glimpflich verläuft es, wenn die Trickser nur darauf kalkulieren, dass man ihnen einen kleinen Betrag in die Hand drückt. Noch besser: das unerwünschte Geschenk von vornherein rigoros ablehnen.

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