Söder will Koalition in Aiwangers Sinne fortsetzen – Leiche wird in Berlin obduziert
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich tief betroffen über den Tod seines Stellvertreters Hubert Aiwanger gezeigt. „Ich bin echt schockiert und auch getroffen“, sagte der CSU-Chef bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Nürnberg. Er habe die Nachricht zunächst nicht glauben können.
Söder würdigte Aiwanger als „echtes Mannsbild“, „echten Bayern“, guten Wirtschaftsminister und warmherzigen Menschen. Viele trauerten um ihn, nicht nur bei den Freien Wählern. „Auch ich ganz persönlich“, sagte der Ministerpräsident.
Trotz unterschiedlicher Auffassungen hätten beide eng zusammengearbeitet. Es habe eine grundlegende politische Übereinstimmung gegeben. „Wir haben eine bürgerliche Politik gemacht“, betonte Söder. Er wolle die Zusammenarbeit in Aiwangers Sinne fortsetzen.
„Es wird lange dauern, bis wir diesen Schock verarbeiten können“, sagte Söder. „Wir werden ihn nicht vergessen. Er ruhe in Frieden.“ Für diesen Donnerstag und für den Tag der Beisetzung Aiwangers ordnete Söder Trauerbeflaggung an staatlichen Gebäuden an.
Aiwanger wurde in Berliner Hotel gefunden
Aiwanger war am Mittwoch tot in einem Hotelzimmer an der Friedrichstraße in Berlin-Mitte gefunden worden. Tagsüber hatte er wegen gesundheitlicher Probleme nicht an der Eröffnung eines Hauptstadtbüros der Freien Wähler teilgenommen. Dort sollte er als Bundesvorsitzender eine Rede halten.
Nachdem Aiwanger später nicht mehr erreicht werden konnte, wurde er am frühen Abend in seinem Hotelzimmer gefunden. Söder sagte, er habe am späten Abend von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann von dem Tod erfahren.
Die Obduktion soll noch am Donnerstag in Berlin stattfinden, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft der Nachrichtenagentur dpa sagte. Ob das Ergebnis bereits am selben Tag vorliegen werde, sei unklar.
Staatsanwaltschaft betont: keine strafrechtlichen Ermittlungen
Polizei und Staatsanwaltschaft führen ein sogenanntes Todesermittlungsverfahren, um die Todesursache festzustellen. Es handele sich nicht um strafrechtliche Ermittlungen, betonte die Staatsanwaltschaft. Zu möglichen Erkenntnissen wollte sie sich mit Verweis auf die laufenden Untersuchungen nicht näher äußern. Die Polizei ging Mittwochnacht nicht von Fremdeinwirkung aus, wie WELT aus Polizeikreisen erfuhr.
Nach dem Fund waren eine Mordkommission des Berliner Landeskriminalamts, die Spurensicherung und die Gerichtsmedizin im Hotel im Einsatz. Die Mordkommission wurde wegen der Bedeutung des Falls eingeschaltet und um ein mögliches Fremdverschulden auszuschließen.
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