CDU‑Ministerpräsidenten werben für Ilse Aigner – CSU-Politikerin will Grüne einbinden
In der Debatte um die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wächst die Unterstützung für die CSU-Politikerin Ilse Aigner. „Ich finde sie gut“, sagte der Thüringer Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) dem „Stern“ nach Angaben vom Mittwoch. „Sie hat das Zeug zur Bundespräsidentin.“
„Aus der Erfahrung und auch aus der über 20-jährigen Zusammenarbeit weiß ich, dass sie so tickt wie jemand, den Deutschland jetzt gerade braucht“, sagte Voigt zu Aigner dem Magazin. Aigner sei eine Frau, „die das Land verbinden kann, die nah dran ist, die aber vor allen Dingen sich auch selber hochgearbeitet hat“. Dies sei „eine Erzählung, die kann es ganz gut gebrauchen im Land.“
Schulze unterstützt Aigner als Bundespräsidentin
Der geschäftsführende Ministerpräsident Sachsen-Anhalts, Sven Schulze (CDU), unterstützt ebenfalls Aigner als Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin. „Ilse Aigner wäre eine sehr gute Kandidatin für das Bundespräsidialamt“, sagte Schulze dem „Focus“.
Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sagte, er wünsche sich, dass Aigner am Montag gemeinsame Kandidatin der Union werde. Baden-Württembergs CDU-Landeschef Manuel Hagel äußert sich ähnlich. „Ilse Aigner hat meine volle Unterstützung als gemeinsame Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin“, sagte Hagel der Deutschen Presse-Agentur. „Ihr Ansehen reicht weit über die eigenen Reihen hinaus. Sie verbindet Klarheit mit Herzlichkeit. Immer auf Augenhöhe, immer empathisch.“ Er verwies auf das rauer werdende politische Klima in der Bundesrepublik. Viele Menschen hätten das Gefühl, dass etwas ins Rutschen gerate. „Gerade jetzt braucht Deutschland als Staatsoberhaupt eine Stimme, die zusammenführt.“
Unterstützung erhält Aigner auch von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). „Ilse Aigner bringt alles mit, was eine gute Bundespräsidentin ausmacht“, sagte er der WELT-Partnerpublikation „Politico“. „Wenn Ilse Aigner vorgeschlagen wird, würde mich das sehr freuen.“
Aus seiner Sicht sei Aigner „die perfekte Kandidatin“, wird Woidke zitiert. „Sie kennt die deutsche Politik aus dem Effeff. Sie ist nahbar. Sie mag Menschen, kann zuhören und man hört ihr zu.“
Zuvor hatte sich aus Brandenburg schon CDU-Innenminister und Vize-Ministerpräsident Jan Redmann für eine Kandidatur Aigners ausgesprochen: „Ilse Aigner ist eine Kandidatin, wie gemacht fürs höchste Staatsamt“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Sie habe die Erfahrung, das Format und die Anerkennung weit über die eigene Partei hinaus. „Ich bin überzeugt, Ilse Aigner kann Menschen zusammenführen. Und genau das braucht unser Land jetzt.“
Nächste Woche soll es eine Entscheidung für die Kandidatur geben
Kanzler Friedrich Merz (CDU) hatte sich am Montag darauf festgelegt, dass die Union eine Frau als Kandidatin für das höchste Staatsamt vorschlagen werde. Die bayerische Landtagspräsidentin Aigner wird schon länger als mögliche Nachfolgerin Steinmeiers genannt. Allerdings sind auch aus der CDU mehrere Frauen im Gespräch.
Aigner selbst sprach sich dafür aus, die Grünen bei der Wahl in der Bundesversammlung stärker einzubinden. „Ich fände es charmant, wenn man die Grünen mit ins Boot holen könnte“, sagte sie dem Magazin „Zeit“.
Eine Entscheidung wird für Anfang kommender Woche erwartet, wenn sich CDU-Präsidium und -Vorstand mit der Frage beschäftigen. Über die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird am 30. Januar 2027 in der Bundesversammlung entschieden.
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