Amtsinhaber Lula gewinnt knapp Präsidentenwahl – Bolsonaro will Ergebnis anfechten
Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt in Brasilien hat sich Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva gegen seinen Herausforderer Flávio Bolsonaro durchgesetzt und sich eine vierte Amtszeit gesichert. Der linksgerichtete Staatschef erhielt bei dem Urnengang am Sonntag dem Wahlgericht zufolge 51,75 Prozent der Stimmen, auf Bolsonaro, den Sohn des früheren rechtsgerichteten Präsidenten Jair Bolsonaro, entfielen 48,25 Prozent der Stimmen. Die Wahl in Lateinamerikas größter Volkswirtschaft galt als Richtungsentscheidung.
Bolsonaro weigerte sich, Lulas Sieg anzuerkennen. „Es ist unmöglich, das Ergebnis anzuerkennen“, sagte Bolsonaro in Brasília. „Ich werde die Annullierung dieser Wahlen beantragen“, fügte Bolsonaro hinzu. Zur Begründung verwies der Politiker auf die Verlängerung der Öffnungszeiten der Wahllokale.
Die gerichtliche Verlängerung der Abstimmung war aufgrund von Problemen im öffentlichen Nahverkehr notwendig geworden – was Wähler mutmaßlich an der Stimmabgabe hinderte. Der Richter am Obersten Gerichtshof, Cristiano Zanin, hob die „Schwere der Vorfälle“ hervor.
Die Entscheidung zur Verlängerung fiel erst drei Minuten vor dem regulären Wahlschluss. Einige Wahllokale wurden erst informiert, nachdem sie bereits geschlossen hatten. Unklar ist, wie viele Stimmen während der zusätzlichen Wahlzeit abgegeben wurden.
Lula hatte seine Forderung nach einer Verlängerung der Stimmabgabe damit begründet, dass am Wahltag in mehreren Städten Busse aus dem Verkehr gezogen worden seien. Auch Bolsonaro hatte sich für eine Verlängerung der Stimmabgabe ausgesprochen. Er verwies auf starke Regenfälle im Süden und Südosten Brasiliens, wo er besonders großen Rückhalt genießt.
Flávio Bolsonaros Vater, der ehemalige Präsident Jair Bolsonaro, verbüßt eine 27-jährige Haftstrafe wegen eines versuchten Staatsstreichs nach seiner Wahlniederlage gegen Lula im Jahr 2022.
Umfragen hatten ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Lula und Bolsonaro bei der Stichwahl vorausgesagt. Die erste Wahlrunde Anfang Oktober hatte Bolsonaro überraschend mit 47 Prozent der Stimmen gewonnen. Lula kam auf 45 Prozent. Seitdem wurde der Wahlkampf noch hitziger. Vor ein paar Tagen beantragten beide Kandidaten die Annullierung der Kandidatur des jeweils anderen wegen unfairer Bedingungen bei der wichtigen Social-Media-Kommunikation mit potenziellen Wählern.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke