Das Weiße Haus hat die US-Botschafterin in Griechenland zum Rücktritt aufgefordert. Kimberly Guilfoyle sei gebeten worden, ihr Amt niederzulegen, sagte die neue Regierungssprecherin Katie Zacharia am Dienstag. Die Diplomatin soll sich Berichten zufolge vor und während ihrer Amtszeit in Athen unangemessen und möglicherweise rechtswidrig verhalten haben.

US-Präsident Donald Trump hatte am Montag seinen Unmut über die Berichte zu Guilfoyles Verhalten geäußert. „Nun, wir schauen uns das an“, antwortete er Journalisten, die ihn in der Regierungszentrale fragten, ob er die Entlassung der Botschafterin in Betracht ziehe. „Wir sind nicht zufrieden.“ Zuvor hatte die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, dass die US-Regierung diesen Schritt in Erwägung ziehe und eine Entscheidung bevorstehe.

Das „Wall Street Journal“ hatte in mehreren Berichten über fragwürdiges Verhalten Guilfoyles berichtet. Demnach soll Guilfoyle unmittelbar vor der Anhörung zu ihrer Bestätigung als Botschafterin einen Geldgeber und Unterstützer von US-Präsident Donald Trump gebeten haben, eine Kreditkartenrechnung in Höhe von 100.000 Dollar zu übernehmen. Im Gegenzug habe sie ihm Zugang zu Regierungsvertretern versprochen. Zudem habe sie mutmaßlich einen Vertreter ihres Gastlandes bedroht und unangemessene Geschenke angenommen.

Guilfoyle äußerte sich nicht direkt zu den Berichten. Ihre Anwälte David Schwartz und Jesse Binnall bestritten jedoch ein Fehlverhalten. Bei dem Geld, um das sie den Trump-Spender gebeten habe, handele es sich um noch nicht bezahlte öffentliche Auftritte und Redeveranstaltungen aus der Zeit vor ihrer Nominierung zur Botschafterin.

In den Tagen zuvor hatten bereits mehrere Demokraten eine lückenlose Aufklärung gefordert – unter anderem Robert Garcia, ranghöchster Demokrat im Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses. „Das ist der jüngste Fall in einer langen Reihe von Korruptionsvorwürfen rund um die Trump-Regierung, und wir verlangen Antworten“, sagte er. Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, wäre das ein Fall von eklatantem Machtmissbrauch.

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