„Ich habe ein bildhübsche Mädchen gesehen“ – Issa Rammo erklärt seinen Besuch bei der Linken
Der als Clan-Chef bekannte Berliner Issa Rammo hat sich zu seinem Besuch auf einer Wahlparty der Linken in Neukölln geäußert. Das geht aus einem Video hervor, das Spiegel TV veröffentlichte.
Auf die Frage eines Reporters von Spiegel TV antwortete Rammo zunächst: „Ich will mit euch nicht reden.“ Er warf den Reportern außerdem vor, „Lügen“ zu verbreiten. Auf erneute Nachfrage, warum er auf der Wahlparty der Linken am Abend der Abgeordnetenhauswahl am 20. September war, sagte er schließlich: „Ich hab ein bildhübsche Mädchen da gesehen und ich will sie klarmachen.“
„Und sonst nichts?“, fragte der Reporter nach. „Sonst nichts. Wirklich“, sagte Rammo.
Offenbar ließ er sich daraufhin doch auf ein kurzes Gespräch mit dem Reporter ein. „Weil die Linke, die haben gar nicht was geklaut von Deutschland“, sagte das Oberhaupt einer Familie, deren Mitglieder dem Freistaat Sachsen millionenschweren historischen Schmuck aus dem Grünen Gewölbe in Dresden gestohlen haben. „Die gehen nicht mit ihren Frauen bei Gucci und Louis Vuitton und Prada, ja? Die sind immer bei Woolworth und bei Aldi und Lidl, gehen die einkaufen“, sagte Rammo weiter über die Linke. Das seien „ganz normale Menschen“.
Rammo nahm die Linke zudem vor Vorwürfen des Antisemitismus in Schutz. Die Linke habe „absolut kein Hass“ auf Juden, sagte er mehrfach.
Ähnlich hatte sich Rammo bereits am Abend der Wahlparty gegenüber der Berliner Morgenpost geäußert: „Ich freue mich über die Linken, die nicht mit ihren Frauen zu Prada und Gucci in Paris gehen.“ Außerdem sei die Berliner Linke „Juden gegenüber nicht feindlich eingestellt“. In Deutschland, so Rammo laut Morgenpost weiter, fühle er sich erstmals von einer Partei unterstützt. Zudem erklärte er: „Ich würde keinen judenfeindlichen Politiker wählen.“
Der Besuch von Issa Rammo auf einer Wahlparty der Linken sowie bekannt gewordene Kontakte zwischen dem Linken-Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak und Rammos Sohn Firas haben eine Debatte über das Verhältnis der Linken zum Clan-Milieu ausgelöst. Vertreter der Partei haben den Clanbegriff in der Vergangenheit immer wieder als „stigmatisierend“ kritisiert.
Am Dienstag berichtete der „Tagesspiegel“, dass offenbar auch zwei aus den sozialen Medien bekannte Aktivisten des palästinensischen Barbakh-Clans bei der Feier der Partei waren. Einer der Männer habe auf der Wahlparty den umstrittenen Neuköllner Linken-Spitzenkandidaten Ahmed Abed interviewt, berichtete die Zeitung.
Die Linke wehrt sich gegen die Vorwürfe von zu viel Nähe zu mutmaßlichen Angehörigen krimineller Clanstrukturen. „Als Linke Neukölln grenzen wir uns klar von organisierter Kriminalität ab und setzen uns für deren Bekämpfung ein“, sagte die Co-Bezirksvorsitzende Jorinde Schulz der Deutschen Presse-Agentur. „Wir haben als Bezirksverband Null komma Null mit organisierter Kriminalität zu tun.“
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