Offiziell – CDU verpasst erstmals Einzug in den Landtag, AfD siegt deutlich vor SPD
Die AfD hat die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern vor der SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig gewonnen. Die Partei von Ministerpräsidentenkandidat Leif-Erik Holm erreichte am Sonntag 38,2 Prozent der Stimmen, während die Sozialdemokraten 35,5 Prozent für sich verbuchten, wie die Wahlleitung in der Nacht zum Montag mitteilte.
In den Landtag schafften es ansonsten nur die Linke mit 6,5 Prozent und die Grünen mit 5,7 Prozent, während die CDU mit 4,9 Prozent, die FDP mit 1,0 Prozent und das BSW mit 4,8 Prozent den Einzug verpassten.
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Alle Ergebnisse im Überblick
Erstmals wird die AfD stärkste Fraktion im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. Gegenüber der Wahl von vor fünf Jahren haben die Rechtspopulisten ihr Ergebnis mehr als verdoppelt (damals 16,7). Der Kandidat der AfD für das Amt des Ministerpräsidenten, Leif-Erik Holm, leitete daraus einen Regierungsauftrag für seine Partei ab. Er werde mit den anderen Parteien über die Möglichkeit einer Zusammenarbeit sprechen. Allerdings haben bis auf das BSW bisher alle anderen politischen Kräfte eine Kooperation mit der AfD ausgeschlossen – und das BSW schaffte es am Ende nicht.
Die SPD erlitt leichte Verluste (2021: 39,6 Prozent). Angesichts des Bundestrends zeigte sich die Partei mit dem Ergebnis dennoch zufrieden. „Was für eine Aufholjagd“, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kurz nach Bekanntwerden der ersten Prognosen. In Umfragen vor der Wahl hatte die SPD lange deutlich unter 30 Prozent gelegen.
Absturz der Union
Die Aufholjagd der SPD ging aber vor allem auf Kosten anderer Parteien, allen voran der Union. Erstmals wird die CDU nicht in einem Parlament eines Bundeslandes vertreten sein. Empfanden die einst in Schwerin regierenden Christdemokraten schon das Ergebnis von 2021 (13,3 Prozent) als Niederlage, so holten sie diesmal nicht einmal die Hälfte der Anteile. Es ist das schlechteste Abschneiden der CDU bei einer Landtagswahl in der Geschichte der Bundesrepublik.
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat bei der Landtagswahl am Sonntag das Direktmandat in ihrem Wahlkreis verteidigt. Im Wahlkreis Schwerin I kam die 52-Jährige nach Angaben der Wahlleitung aus der Nacht zum Montag auf 54,4 Prozent der Erststimmen und setzte sich damit gegen den AfD-Ministerpräsidentenkandidaten Leif-Erik Holm durch. Dieser erreichte 28,2 Prozent der Erststimmen.
In einem überraschenden Statement wenige Minuten nach 18 Uhr (Schließung der Wahllokale) sagte Bundeskanzler Friedrich Merz, dass er trotz des „desaströsen“ Ergebnisses in Mecklenburg-Vorpommern im Amt bleiben und den eingeschlagenen Reformkurs fortsetzen will. „Ich möchte unser Land voranbringen“, sagte der CDU-Vorsitzende in Berlin. „Die Reformen müssen kommen.“
Mecklenburg-Vorpommerns CDU-Landeschef Daniel Peters sagte im NDR: „Ich finde, der Kanzler hat an der Stelle recht, dass wir ganz, ganz dringend sogar in Deutschland und auch in Mecklenburg-Vorpommern Reformen brauchen.“
Peters bezeichnete das Abschneiden seiner Partei als „krachende Niederlage“. Die Union stürzte auf 4,9 Prozent ab, ihr schlechtestes Ergebnis der Nachkriegsgeschichte in einem Land, im Bund und in Europa.
Die AfD kann mit 32 Mandaten im neuen Landtag rechnen, während auf die SPD 29 Sitze entfallen. Die Linke und die Grünen kommen auf jeweils fünf Mandate. Die absolute Mehrheit liegt bei 36 Sitzen.
Die Wahlbeteiligung steigt mit 79,0 Prozent auf einen neuen Höchstwert. 2021 lag sie noch bei 70,8 Prozent.
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