Grünen-Chefin attackiert Schwesig – die verteidigt ihren Wahlkampf
Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), hat Kritik an ihrem Wahlkampfstil zurückgewiesen. Dass die CDU droht, zwischen der selbsternannten „Frau gegen Blau“ und der AfD zerrieben zu werden und damit womöglich auch den Bundeskanzler ins Wanken bringt, hält Schwesig nicht für ihr Problem, sondern das der Union.
Bei WELT TV sagte Schwesig: „Bei allem Respekt: Die CDU muss schon ihr Wahlergebnis selbst verantworten und sich selber fragen, warum sie so schwach dasteht. Immer alles Manuela Schwesig in die Schuhe zu schieben, vielleicht ist das auch genau die falsche Politik. 60 Prozent der Menschen unterstützen mich hier als Ministerpräsidentin. Und dafür werbe ich.“
Der Wahlkampf der SPD-Spitzenkandidatin polarisiert schon länger: Die Grünen-Bundesvorsitzende Franziska Brantner kritisierte gegenüber „Bild“: „Sie scheint nicht zu begreifen, dass es eine Langstrecke ist, die AfD-Ergebnisse wieder zu schmälern. Sie riskiert den Sieg der demokratischen Kräfte für einen kurzen Jubelmoment.“
Manuela Schwesig, die „Frau gegen Blau“ der SPD„Es geht bei der Wahl am Sonntag um eine stabile demokratische Regierung für Mecklenburg-Vorpommern, und mit Grünen im Schweriner Landtag wird genau das gelingen. Wer glaubt, dass eine Umfrage schon das Endergebnis ist, spielt ein extrem riskantes Spiel“, kritisierte Brantner.
Auch Grünen-Chef Felix Banaszak hatte sich in einem Video auf Instagram kritisch geäußert. Schwesig versuche nicht mehr, AfD-Wähler zurückzugewinnen, sondern bloß Stimmen von Linken, Grünen und CDU abzugreifen.
Ebenso übte CDU-Spitzenkandidat Daniel Peters Kritik an Schwesig. Ihre Strategie ziele auf eine Spaltung der Gesellschaft ab, womit die AfD gestärkt werde, sagte Peters der Nachrichtenagentur dpa.
Auf den letzten Metern vor der Landtagswahl am Sonntag hat die SPD erstmals in einer Umfrage die AfD überholt. Die Grünen kommen im neuen ZDF-„Politbarometer“ auf fünf Prozent und müssen somit um den Wiedereinzug in den Landtag bangen. Im neuen „Politbarometer“ liegt die SPD bei 37 Prozent, die AfD bei 36.
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