Jeder Zweite fordert stärkere AfD-Einbindung – zwei Drittel zeigen sich besorgt über Wahlergebnis
Jeder zweite Deutsche (51 Prozent) ist der Meinung, die anderen Parteien sollten die AfD bei der politischen Arbeit künftig stärker einbinden. 45 Prozent sehen das anders und meinen, die AfD sollte von den anderen Parteien nicht stärker eingebunden werden. Das hat eine repräsentative Blitzumfrage von infratest dimap unter 1051 Wahlberechtigten in Deutschland für einen ARD-Deutschlandtrend extra an diesem Montag ergeben.
Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wurde die AfD am Sonntag mit 43,8 Prozent mit deutlichem Vorsprung stärkste Kraft, verpasste aber eine absolute Mehrheit. Zwei Drittel (64 Prozent) schauen besorgt auf das Ergebnis der Wahl, jeder Vierte (24 Prozent) ist erfreut, die anderen zeigen sich gleichgültig.
45 Prozent der Deutschen sind überzeugt, nach diesem Ergebnis sollte der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten gewählt werden – neben den AfD-Anhängern sieht das ein gutes Drittel der Unions-Anhänger so (36 Prozent) sowie 18 Prozent der Grünen-Anhänger, 12 Prozent der SPD-Anhänger und 10 Prozent der Linken-Anhänger. Insgesamt meint knapp jeder Zweite (48 Prozent), Ulrich Siegmund sollte nicht zum Ministerpräsidenten gewählt werden.
Drei Viertel der Wahlberechtigten in Deutschland (76 Prozent) halten einen Denkzettel für die Bundesregierung durch das Wahlergebnis für verdient. 18 Prozent sehen das anders. Fast neun von zehn Deutschen (88 Prozent) sind mit der Arbeit der Bundesregierung aktuell weniger bzw. gar nicht zufrieden; jeder Zehnte (10 Prozent) ist mit ihr zufrieden. Dabei trifft die Unzufriedenheit insbesondere die Kanzlerpartei CDU. 63 Prozent der Unzufriedenen ärgern sich am meisten über die Christdemokraten, 22 Prozent über die SPD und 7 Prozent über die CSU.
Eine Minderheit von 14 Prozent traut Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zu, Deutschland gut durch die anstehenden Aufgaben zu führen. 82 Prozent trauen ihm das nicht zu – neben Mehrheiten anderer Partei-Anhänger auch jeder zweite Unions-Anhänger.
Mit Blick auf geplante Sozialreformen wünschen sich 13 Prozent der Deutschen, dass die Reformen etwa in den Bereichen Rente und Gesundheit wie geplant umgesetzt werden. Sechs von zehn Wahlberechtigten (59 Prozent) sprechen sich für Korrekturen an den Reformen aus. Gut jeder Fünfte (22 Prozent) ist der Meinung, die Bundesregierung sollte ganz auf die Reformen verzichten.
Diskussionen gibt es aktuell unter anderem um die so genannte Rente mit 63. Gegenwärtig können Beschäftigte nach 45 Beitragsjahren vorzeitig in Rente gehen, ohne dass sie Abzüge erhalten. Drei Viertel (74 Prozent) finden, das sollte beibehalten werden, auch wenn dafür Rentenbeiträge erhöht werden müssen. 18 Prozent sehen das anders.
Uneins sind die Deutschen, wessen Positionen sich in der Arbeit der Bundesregierung in den nächsten Monaten stärker durchsetzen sollen: 39 Prozent wünschen sich das von den Positionen der SPD, 33 Prozent von den Positionen der Union.
Für die Umfrage von von infratest dimap wurden 1051 Personen zufallsbasiert online und per Telefon am 7. September befragt. Die Schwankungsbreite liegt zwischen 2 und 3 Prozent.
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