Sven Schulze nennt „Spiegel“-Cover über AfD-Kandidat Siegmund „irre“ – und erklärt Podcast-Absage
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident und CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze hat den Titel des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ über den AfD-Landeschef Ulrich Siegmund kritisiert. Das Magazin hatte den AfD-Spitzenkandidaten auf dem Cover als „gefährlichsten Mann Deutschlands“ bezeichnet. Im Podcast „Apokalypse & Filterkaffee“ von Micky Beisenherz sagte Schulze dazu: „Also ich sage ganz offen, dieser Spiegeltitel war doch irre.“
Schulze wünsche sich, dass die Medien Sachsen-Anhalt „noch ein bisschen anders darstellen, als das (derzeit, d.Red.) gemacht wird“. Die Gefahr, die von Siegmund ausgehe, sieht der CDU-Politiker nach eigenen Angaben weniger in dessen öffentlicher Darstellung als in dessen politischen Positionen.
„Die Gefahr bei Herrn Siegmund ist eine ganz andere, nämlich dass er auf die Themen der Zukunft keine Antworten gibt und dass wir uns auch unterhalten müssen, wie gehen wir denn mit innerer Sicherheit um?“, sagte Schulze.
Als Beispiel führte er die Positionen des AfD-Politikers zu Polizei und Bildung an. „Wenn ich sage, wir wollen die Polizei stärken, dann sagt der Siegmund, wir wollen eine Bürgerwehr aufbauen. Wenn ich sage, wir wollen eine vernünftige Schulpolitik machen, dann sagt er, wir wollen die Schulpflicht abschaffen und Frauen sollen verdammt nochmal wieder Kinder kriegen.“
Für Schulze klänge dieses Frauenbild nach „Zurück an den Herd“, sagte er – und ging auf Distanz. Dies zu thematisieren, werde im weiteren Wahlkampf wichtig sein, sagte der CDU-Spitzenkandidat.
Schulze äußert sich zu abgesagtem Podcast-Termin
In dem Gespräch ging es außerdem um einen Podcast-Termin von Schulze aus der jüngeren Vergangenheit. So war ein Duell im Podcast „Ungeskriptet“ mit dem AfD-Kandidaten Siegmund nicht zustande gekommen. Schulze war in den sozialen Medien vorgeworfen worden, eine Einladung abgelehnt zu haben – tatsächlich spielten aber auch Terminfindungsprobleme eine Rolle (WELT berichtete).
Schulze sagte bei Beisenherz, die Aufzeichnung habe in Köln stattfinden sollen. Seine Seite habe stattdessen vorgeschlagen, das Gespräch in Sachsen-Anhalt zu führen. Dies sei abgelehnt worden. Als Begründung sei, so Schulze, unter anderem auf die bessere technische Ausstattung in Köln verwiesen worden.
Nach seinen Angaben habe es zudem Angebote für andere Termine gegeben. Er habe jedoch im Wahlkampf nicht für einen Podcast-Termin einen ganzen Tag für die Fahrt nach Köln aufwenden wollen. „In Sachsen-Anhalt wäre das mit Sicherheit gegangen. Das wollte man nicht. Ist mir jetzt aber egal“, sagte Schulze.
Auf die Frage, ob er sich bei einem Gespräch in Sachsen-Anhalt auch einem direkten Duell mit Siegmund gestellt hätte, antwortete Schulze: „Wenn wir das in Sachsen-Anhalt hinbekommen hätten, warum nicht?“
Schulze verwies in diesem Zusammenhang auch auf weitere Duell-Angebote bei WELT, ntv und RTL, die wiederum Siegmund abgelehnt habe.
Der Fall „Ben Ungeskriptet“ sei für ihn inzwischen erledigt, sagte Schulze. „Am Ende ist es ja vergossene Milch“.
Siegmund ist Spitzenkandidat der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Die Wahl findet am 6. September statt. In den vergangenen Monaten hatte die AfD in Umfragen deutlich zugelegt und liegt vor der CDU. Der Wahlkampf wird daher maßgeblich vom Duell zwischen Siegmund und Schulze geprägt.
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