Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat weitere Gegenangriffe im russischen Hinterland angekündigt. In seiner abendlichen Videobotschaft verwies er auf einen zuvor schon vom Generalstab bestätigten Schlag gegen die russische Ölindustrie in Tobolsk in Sibirien. Es werde weitere ukrainische Angriffe im russischen Hinterland geben, um Russland zu zeigen, dass Frieden notwendig sei. Die Industriestadt Tobolsk ist mehr als 2000 Kilometer von der Ukraine entfernt.

Der Generalstab in Kiew hatte einen Angriff auf einen Petrochemiebetrieb in Tobolsk gemeldet. Dort würden militärisch wichtige Rohstoffe produziert, hieß es zur Begründung in der Mitteilung.

„Zum ersten Mal in der Geschichte Russlands verfügt das Land über kein sicheres strategisches Hinterland“, sagte Selenskyj zum Erfolg der ukrainischen Angriffe auf die russische Logistik. „Uns liegen interne russische Umfragedaten vor, aus denen hervorgeht, dass die Zahl der Menschen, die ein Ende dieses Krieges wünschen, bereits zunimmt. Dies muss noch deutlicher werden. Damit Putin, seine Regierung, seine FSB-Handlanger und alle anderen gleichermaßen verstehen: Frieden ist die einzige Option.“

Selenskyj warnte auch erneut vor Nordkorea. Moskau habe zusätzliche ballistische Raketen von Pjöngjang erhalten und bereite sich auf die Ankunft eines weiteren Kontingents nordkoreanischer Soldaten auf russischem Territorium vor, sagte Selenskyj ohne Belege zu nennen. Nordkoreas Waffen seien in Zusammenarbeit mit Russland weiterentwickelt worden. Das sei eine Gefahr für die asiatischen Staaten.

Erst am Wochenende hatte Selenskyj gesagt, dass Russland weit mehr Truppen aus Nordkorea zur Unterstützung seines Angriffskriegs bekommen könnte als bisher angenommen. Er sprach von bis zu 50.000 Soldaten.

Russland überzieht die Ukraine seit mehr als vier Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg. Nordkoreanische Soldaten kamen 2024 und 2025 in Russland zum Einsatz, um ukrainische Truppen aus dem westrussischen Gebiet Kursk zu verdrängen.

Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten zahlreiche Ölanlagen und andere Ziele im Hinterland Russlands angegriffen – wie am Montag in der Region Tatarstan – und damit zu einer Kraftstoffkrise in Russland beigetragen. Aber auch die Krim wurde immer wieder getroffen

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