Die Erwartungen an die Bundesregierung sind hoch – das Vertrauen in ihre kurzfristige Handlungsfähigkeit jedoch begrenzt. Eine repräsentative INSA-Umfrage für „Bild“ zeigt: Nur eine Minderheit der Deutschen rechnet damit, dass die schwarz-rote Koalition noch in diesem Jahr wichtige Reformen auf den Weg bringt.

Nur 25 Prozent der Befragten glauben demnach, dass die Bundesregierung 2026 entscheidende Reformvorhaben umsetzen wird. 65 Prozent erwarten das nicht. Das ist besonders relevant, weil sich die Regierung für das kommende Jahr unter anderem große Reformen bei Rente, Steuern und Pflege vorgenommen hat.

Größter Reformdruck bei Rente, Wirtschaft und Gesundheit

Bei den politischen Baustellen sehen die Befragten vor allem in drei Bereichen dringenden Handlungsbedarf: 64 Prozent nennen die Rente als wichtigstes Thema, 63 Prozent die Wirtschaft und 62 Prozent die Gesundheit. Dahinter folgen innere Sicherheit (54 Prozent) und Migration (53 Prozent).

Die Umfrage wurde am 30. und 31. Juli durchgeführt – mitten in der Migrationskrise rund um die spanische Exklave Ceuta.

Auch die langfristige Stabilität der Bundesregierung wird von vielen Befragten skeptisch bewertet. 57 Prozent gehen davon aus, dass die schwarz-rote Regierung nicht bis zum regulären Ende der Wahlperiode 2029 bestehen bleibt. Lediglich 29 Prozent sind überzeugt, dass die Koalition bis dahin hält. 14 Prozent machten keine Angabe.

Damit erwartet eine klare Mehrheit der Befragten einen möglichen vorzeitigen Bruch der Koalition.

Personalwechsel im Kabinett

Die Bundesregierung hat zuletzt mit einer personellen Neuordnung auf sich aufmerksam gemacht. Gesundheitsministerin Nina Warken (47, CDU) wechselt ins Kanzleramt. Kanzleramtsminister Thorsten Frei (52, CDU) übernimmt den Vorsitz der Unionsfraktion. Carsten Linnemann (48, CDU) wird neuer Gesundheitsminister.

Auch im Verkehrsressort gibt es einen Wechsel: Patrick Schnieder (58, CDU) wurde von Steffen Bilger (47, CDU) abgelöst.

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