Russland hat den Gründer des Messengerdienstes Telegram, Pawel Durow, international zur Fahndung ausgeschrieben. Der russische Inlandsgeheimdienst FSB erklärte am Mittwoch, Telegram habe zahlreiche Kanäle, Chats und automatisierte Programme nicht entfernt, die „von ukrainischen Geheimdiensten sowie terroristischen und extremistischen Organisationen“ genutzt würden, „um Sabotageakte und Terrorismus, Massenmorde und Cyberbetrug“ in Russland vorzubereiten und zu koordinieren. Durow werde deshalb die Unterstützung von Terrorismus vorgeworfen.

Die Anklage fällt in eine Phase, in der Russland den Zugang zu Telegram bereits einschränkt. Der Dienst gehört im Land zu den meistgenutzten Messengern.

Durow hatte Ende Februar erklärt, Russland habe ein Strafverfahren gegen ihn wegen angeblicher Unterstützung von Terrorismus eingeleitet. Den Behörden warf er vor, Vorwände zur Einschränkung von Telegram zu fabrizieren. Durow hat neben seiner russischen auch die französische Staatsbürgerschaft sowie die der Vereinigten Arabischen Emirate. Er lebt inzwischen im Ausland.

Russland hat den Zugang zu Telegram bereits eingeschränkt. Der Dienst gehört im Land zu den meistgenutzten Messengern. Das Vorgehen gegen Telegram ist Teil der Bemühungen des Kremls, die Nutzung des Internets vollständig unter staatliche Kontrolle zu bringen. Seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine im Februar 2022 hat Moskau diese Bemühungen ausgeweitet.

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