SPD-Fraktionsvize Armand Zorn erwartet mit dem designierten Unions-Fraktionsvorsitzenden Thorsten Frei (CDU) eine „vertrauensvolle, aber auch schwierige Zusammenarbeit“. In der Vergangenheit sei er mit Frei „aneinander geraten“, als er noch parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Fraktion in der Opposition war, räumte Zorn am Donnerstag im ZDF-Morgenmagazin ein. „Aber ich halte ihn auch für jemanden, mit dem wir zusammenarbeiten können.“

Die Herausforderungen für die Koalition seien „nicht weniger geworden, sondern mehr“, sagte Zorn mit Blick auf die anstehenden Reformvorhaben. „Deswegen wird es nach wie vor eine sehr vertrauensvolle, aber auch schwierige Zusammenarbeit.“

Mit Blick auf die schwachen Zustimmungswerte für die Koalition sagte Zorn, dass die Koalition eine „Vision“ brauche. „Keiner freut sich auf Reformen, die einfach nur wehtun, wo man verzichten muss, sondern jeder muss den Weg sehen, wie das wieder für den Einzelnen besser werden kann.“ Außerdem müsse die Koalition dafür sorgen, „dass es gerechter zugeht“.

Armand Zorn, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion

Starke Schultern müssten mehr zur Verantwortung gezogen werden, während „diejenigen, die hart arbeiten“ und wenig Einkommen hätten, „am stärksten entlastet“ werden müssten. „Und das ist, wofür wir als SPD stehen, wo wir auch mit Thorsten Frei diskutieren werden.“

Der bisherige Kanzleramtsminister Frei soll am kommenden Mittwoch auf einer Sondersitzung der Unionsfraktion zum neuen Fraktionschef und damit Nachfolger von Jens Spahn (CDU) gewählt werden.

Spahn war am Wochenende nach Druck von seinem Amt zurückgetreten. Er und sein Mann Daniel Funke hatten bekannt gegeben, sie seien mithilfe einer Leihmutter in den USA Eltern geworden. Das löste Kritik aus, da Leihmutterschaft in Deutschland verboten ist und die CDU sich – wie Spahn selbst in der Vergangenheit – gegen Legalisierung ausgesprochen hat.

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